Sportkindergarten in Taufkirchen?

SV-DJK stellt Gemeinderat Konzept vor

Kinder haben Freude beim Sport.
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Vielleicht entsteht auf dem Gelände des SV-DJKs schon bald ein neuer Sportkindergarten.

Der SV-DJK Taufkirchen stellte dem Gemeinderat jüngst sein neues Konzept vor. Die Idee ist nämlich, auf dem Grundstück des Sportparks ein Sportzentrum zu errichten und dieses mit einem Betreuungsangebot der anderen Art zu verbinden: Ein Sportkindergarten soll entstehen.

Taufkirchen - Der SV-DJK trat jüngst mit einem Konzept der anderen Art an den Gemeinderat heran. Auf dem Grundstück des Sportparks soll ein Sportkindergarten entstehen. Michael Schaub, Vorsitzender des SV-DJKs, kam gemeinsam mit Sebastian Gallus und Moritz Coen, um die Idee vorzustellen. Mit dabei war auch Cathrin Dietz, Geschäftsführerin des Planungsbüros „SpOrtconzept“.

Der Gedanke ist, ein Sportzentrum mit einem Kindergarten zu verbinden. Als Vorbild gilt der bereits bestehende Sportkindergarten in Burghausen, der letztes Jahr eröffnete.

Wie Schaub sagte, spiele der „Verein eine wichtige, wenn nicht größere Rolle, um nach der Pandemie wieder zueinander zu finden.“

Konkret wurde der Plan im Sommer dieses Jahres, als der Verein die Corona-Zeit nutzen wollte; dabei wurden unter anderem bereits Gespräche mit Verantwortlichen und eine Ortsbegehung durchgeführt. Das Ergebnis: Alles in allem sei die Anlage sehr gut erschlossen. Der Wunsch des SV-DJK ist, die Flächen multifunktional nutzen zu können, sodass sich nicht nur auf eine Sportart festgelegt werden muss.

Der Fokus soll dabei auf Familienfreundlichkeit, Prävention- und Reha-Angeboten liegen. Insgesamt soll der SV-DJK weiter und noch intensiver, ein zentraler, nachhaltiger Ort für soziale Kontakte sein. Sprich, eine erweiterte Sportfläche, gleichzeitig für Projekte im Ganztag, mit Kindertagesstätte oder anderen Institutionen.

Realisiert werden soll das Vorhaben durch zwei Gebäude – eines davon drei- bis viergeschossig, inklusive eines Untergeschosses. Dort soll auch die Geschäftsstelle ihren neuen Platz finden. Daneben ein eingeschossiges Gebäude für den Kindergarten.

Dietz trug vor, welche möglichen Angebote denkbar wären: Ein zentraler Eingangsbereich, Kursräume, Trainingsflächen mit Gerätefitnessangeboten, Infrastruktur mit Umkleiden, und auch ein Bereich, in dem Sport und Entspannung miteinander kombiniert werden sollen – ein Schwimmbad wäre ebenfalls denkbar. Bewegungsgerätschaften sollen für den Kinder- und Jugendsport genauso nutzbar, wie für Senioren sein. Läuft alles nach Plan, will heißen, kommen die neuen Kindergartenplätze und Sportangebote, werden auch weitere Stellplätze für Autos vonnöten sein.

Rund 60 Stellplätze würden notwendig, wobei darauf geachtet werde, so wenig Fläche wie möglich zu versiegeln. Beispielsweise könnte der Beachvolleyballplatz verlegt und die Autos dort geparkt werden.

Für die allgemeine Umsetzung wurden in der jüngsten Gemeinderatssitzung vier mögliche Standorte auf dem Gelände des SV-DJKs anvisiert, wobei bereits einer vom Sportverein präferiert ist. Dieser würde den Blick in die Naturschutzbereiche ermöglichen. Welcher Standort tatsächlich in Frage käme, steht jedoch noch zur Diskussion. Grundsätzlich könne sich das Planungsbüro „SpOrtconcept“ auch die Realisierung in einem Holzbau vorstellen.

Um dem Gremium des Gemeinderates einen besseren Überblick – auch hinsichtlich der Standortwahl – zu verschaffen, soll im Januar eine Kostenschätzung und Finanzplanung erfolgen, um damit dann im Februar erneut im Taufkirchner Gemeinderat vorstellig zu werden.

David Grothe (Grüne) begrüßte die Idee eines Sportkindergartens, hegte jedoch auch Bedenken – vor allem der Notwenigkeit eines weiteren Kindergartens: „Muss der Kindergarten dabei sein?“ Grothe erinnerte an die baldige Realisierung des Waldkindergartens. Zudem würden wegen des Personalmangels einige Räume der bestehenden Kindergärten sogar teilweise leer stehen. Michael Schaub zeigte Verständnis; dennoch: „Wir wünschen uns einen sportorientierten Kindergarten, für den wir auch die Trägerschaft übernehmen würden.“ Das Konzept komme in Burghausen gut an, zudem schlug Schaub vor, das Architekturkonzept der Gemeinde Burghausen anzufragen, so würden Kosten gespart werden können und es müsse nicht alles neu geplant werden.

Bürgermeister Ullrich Sander (parteilos) unterstützte das Vorhaben ebenfalls und fügte zu dem Einwand Grothes hinzu: „Wir haben einen anderen Personalzulauf bei dem Waldkindergarten. Krippenplätze werden in Zukunft benötigt und vielleicht wäre eine Umnutzung eines Kindergartens zu einer Kita denkbar“, so der Bürgermeister.

Beatrice Brückmann (ILT) zeigte sich kritisch der Flächenversiegelung gegenüber: „Ich finde die Idee grundsätzlich gut, bin aber nur dafür, wenn es keine weitere Flächenversiegelung gibt. Das Schöne am Sportpark sind die freien Flächen. Das multifunktionale Gebäude vor allem mit dem Schwimmbad finde ich gut und würde mitgehen, aber die Beachvolleyballplätze und Freiflächen sollen bleiben wo sie sind.“

Peter Hofbauer (Freie Wähler) gab den Anstoß, auf den bestehenden Parkplätzen ein weiteres Parkeck anzubauen.

Jutta Henkel (Grüne) störte sich an der Höhe der Gebäude. Drei bis vier Stockwerke seien angedacht – Henkel wollte wissen, ob auch drei Stockwerke möglich wären.

Der Vorsitzende des SV-DJK stimmte dem zu, doch müsse dann das Sportangebot runtergeschraubt werden.

Ob ein Sportkindergarten in Taufkirchen realisiert wird, steht noch nicht fest. Im Februar will Schaub mit dem Planungsbüro und konkreteren Zahlen und Vorstellungen zurückkommen, sodass der Gemeinderat eine bessere Grundlage zur Abstimmung hat.

Melanie Schröpfer

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