Experte gibt Taufkirchen gute Noten

Das ist das neue Radverkehrskonzept für Taufkirchen

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Als Slalomparcours erweisen sich die Schranken auf dem Oberhachinger Übergang Köglweg. Kaum ein Durchkommen für Räder mit Anhänger.

Taufkirchen – Wie kann die Situation der Radfahrer in Taufkirchen verbessert werden? Nicht auf Spekulationen, sondern auf Fakten wollte der Gemeinderat setzen und beschloss bereits Mitte 2017, das Stadt- und Verkehrsbüro Kaulen (SVK) mit einem Radverkehrskonzept für die Gemeinde zu beauftragen. Welche Ergebnisse dabei herauskamen, präsentierte der Verkehrsplaner Ralf Kaulen jetzt vor dem Gremium.

Die Planer gingen systematisch vor und entwarfen einen Netzplan, in dem zunächst die Alltags- und Freizeitrouten der Taufkirchner Radler erfasst wurden. Erstellt wurden daraus eine Mängelliste und ein Maßnahmenpaket, geordnet nach Prioritäten. Einige der Maßnahmen seien mittlerweile auch schon umgesetzt worden oder seien kurz vor der Umsetzung, informierte Bürgermeister Ullrich Sander (parteilos) während der Sitzung. So seien Einbahnstraßen wie etwa die Ritter-Hilprand-, Eichen-, Akazien- und Kirschenstraße bereits für Radler geöffnet worden. 

Auch manch Bordstein wurde bereits fahrradfreundlich gesenkt. Planer Ralf Kaulen, der auch für Radverkehrskonzepte in Bielefeld und Reutlingen verantwortlich zeichnet, attestierte Taufkirchen grundsätzlich gute Noten. „Die umfangreichen Tempo-30-Zonen beruhigen den Verkehr und sorgen für Sicherheit“. Pluspunkte gab es auch für das MVG-Rädernetz vor Ort. „Allerdings sollte die Werbetrommel für die Nutzung von Rädern noch mehr gerührt werden“, so der Experte. Gerade auch die Mitarbeiter der Gewerbegebiete ringsherum, etwa von Ikea oder Airbus, sollten für die Nutzung von Rädern interessiert werden.

Negativpunkte gab es unter anderem für Schranken auf dem Oberhachinger Weg – Übergang Köglweg, die einfach zu eng für Radler seien. Leitsysteme und Markierungen seien eher das Mittel der Wahl, so Kaulen. Auf Lücken im Radnetz, sprich fehlenden Radwegen, wies Kaulen entlang der Münchner Straße und Tegernseer Landstraße hin. Auch die Unterführung am Bahnhof, die Radler und Fußgänger gemeinsam nutzen müssten, sei zu eng. Für den Planer zweckdienlich sei die Überlegung, eine Radfahrstraße auf der Eschenstraße einzurichten, generell mehr Radwege und Schutzstreifen auf Straßen. 

Eine weitere Anregung des Verkehrsplaners: Taufkirchen solle eine Mitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundlicher Kommunen in Bayern (AFKB) anstreben. Dort engagieren sich derzeit etwa 60 Kommunen in Sachen Verkehrssicherheit und Radmobilität, ein patentes Netzwerk zum Erfahrungsaustausch. Das fertige, komplette Gutachten will das Verkehrsbüro in etwa einem Monat vorlegen. Dem Gemeinderat obliegt dann die Möglichkeit, über die einzelnen Maßnahmen abzustimmen. KRB

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