Um des Himmels Willen

Schwester Angelika Kiemer begeht in Unterhaching ihr Professjubiläum

„So erneuere ich heute mein Gelübde der Armut, des Gehorsams und der Ehelosigkeit um des Himmelsreiches willen.“ Diese Worte sprach Schwester Angelika Kiemer jüngst im Festgottesdienst in St. Birgitta in Unterhaching. Sie ist Gemeindereferentin und Missionsschwester vom Heiligsten Erlöser. 50 Jahre ist es jetzt her, dass die damals 21-Jährige ihre erste Profess ablegte. Das war in Gars am Inn. Jetzt feierte sie Professjubiläum.

Zweimal jährlich, zu Weihnachten und zum Erlöserfest am dritten Juli-Sonntag, erneuert sie ihr Bekenntnis (lateinisch professio). „Ich habe mich damit an die Gemeinschaft gebunden“, erzählt die heute 71-Jährige mit dem herzlichen Lächeln. 1966 hatte sich die damals junge Frau den Missionsschwestern angeschlossen. Mehrere Niederlassungen gibt es heute im süddeutschen Raum. Schwestern wurden nach Japan, Bolivien, Chile, Österreich und seit 2001 in die Ukraine entsandt. Rund 100 Missionsschwestern vom Heiligsten Erlöser gibt es, etwa 43 von ihnen sind aus Bayern. Ihr Zentrum ist in Stadl bei Gars, im Kloster St. Theresia.

„Schon als kleines Schulmädchen wollte ich Missionsschwester werden“, verrät die Gemeindereferentin. Aufgewachsen ist sie als Nesthäkchen mit acht und neun Jahre älteren Geschwistern. Zur Schule ging es nach Prittl- bach bei Dachau. Der Religionslehrer war ein Kaplan von St. Jakob. „Im Unterricht lasen wir oft ‚Das Heidenkind‘, da stand viel über die Missionsschwestern“, erzählt sie. Damals habe sie unbedingt nach Afrika gewollt. Doch sie ging nicht in Mission, blieb Bayern treu.

„Missionsschwester sein beinhaltet die Aufforderung, mit den Menschen Leben und Glauben zu teilen, unabhängig von Ort und Aufgabe“, ist eines der Prinzipien der Gemeinschaft. 15 Monate machte sie im Kloster Frauenchiemsee die mittlere Reife nach – und legte am 25. März 1968 ihre erste Profess ab, in Gars am Inn. Anschließend arbeitete die junge Schwester dort im Kloster der Redemptoristen (Heiligster Erlöser – redemptor). Seit 1976 ist sie geprüfte Gemeindereferentin. Ein Fulltime-Job, heute offiziell auf 20 Wochenstunden begrenzt. Unterm Strich sind es locker mehr. Seniorenarbeit, Krankenkommunion, Wortgottesdienste, Beerdigungen. „Mein Vorgesetzter ist seit 2017 Pfarrer Axel Windecker, doch hier in St. Birgitta bin ich recht selbständig“. Sie selbst kam vor acht Jahren her, nach 18 Jahren als Gemeindereferentin in der Pfarrei St. Johann Baptist in Ismaning. Gemeinsam mit vier Mitschwestern wohnt die 71-Jährige in einer Hausgemeinschaft in München/Lehel. 

Hat sie ihre Entscheidung je bereut, Schwester zu werden? „Nein, niemals“. Dennoch habe es im Laufe der 50 Jahre schon einmal Zweifel gegeben. „Gott sei Dank! Denn wichtige Entscheidungen sollte man stets hinterfragen“, sagt Schwester Angelika und lächelt.

krb

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