Der Sauerlacher Tisch ist eröffnet

Sauerlacher Tisch offiziell eingeweiht

Pfarrer Peer Mickeluhn, Dekan Josef Steinberger, Matthias Hilzensauer, Bürgermeisterin Barbara Bogner, Claudia Mammach, Gwendolyn Schweizer und Heidrun Niedermaier (v.l.).
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Pfarrer Peer Mickeluhn, Dekan Josef Steinberger, Matthias Hilzensauer, Bürgermeisterin Barbara Bogner, Claudia Mammach, Gwendolyn Schweizer und Heidrun Niedermaier (v.l.).

Sauerlach – Die Armut ist längst auch in vergleichsweise wohlhabenden Gemeinden wie Sauerlach angekommen. Um die alltägliche Not gerade auch von betroffenen Familien und Senioren zu lindern, bündelten die örtliche Agenda 21, Caritas und Gemeinde ihre Kräfte. Lohn der gemeinsamen Bemühung: der Sauerlacher Tisch in der Bahnhofstraße 5. Immer donnerstags von 10 bis 11 Uhr sind seine Türen geöffnet.

Voraussetzung für den Erhalt von Lebensmitteln hier ist der Bezug von Leistungen nach dem SGB II oder SGB XII, sprich Arbeitslosengeld II und Grundsicherung. Die Gemeinde habe auch grundsätzlich das Recht, Bürger, die in Not geraten sind, zu unterstützen, erklärt dazu Bettina Sontheimer. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für Betroffene, ihr Büro ist im Sauerlacher Rathaus. 

Sie händigt auch die die entsprechenden Bezugsausweise aus, die die Tür zum Sauerlacher Tisch öffnen und beantwortet vertraulich Fragen (Kontakt: bettina.sontheimer@sauerlach.bayern.de). Derzeit habe sie erst 13 Ausweise ausstellen können, sagt Sontheimer. Sie wisse aber mindestens von weiteren 15 Personen, die sich bei ihr melden sollten. „Die Dunkelziffer beträgt weit mehr als 100 Personen, die berechtigt wären“. Rund die Hälfte davon seien Familien mit Kindern.

Dekan Josef Steinberger und Pfarrer Peer Mickeluhn gaben dem Projekt zur Eröffnung den ökumenischen Segen, weihten das Haus. Etwa 30 Interessierte waren gekommen. Zentral gelegen, in Gemeindebesitz und nicht zu einsehbar sollte die Lebensmittelausgabe sein. So die Grundbedingung im Vorfeld der Planung. Das Rückgebäude der örtlichen Volkshochschule kam alsbald ins Visier. Es wurde renoviert und mit hellem Holz verschalt. Es ist gerade groß genug für seine künftige Bestimmung. Zur Innenausstattung gab die Sauerlacher Bürgerstiftung 5000 Euro dazu. Bereits am 7. November öffneten erstmals die Türen, fernab öffentlicher Aufmerksamkeit. Von der Idee bis zur Umsetzung waren es rund fünf Jahre.

Träger ist die Caritas, die seit 2005 bereits sieben Lebensmittelprojekte in neun Kommunen unterstützt. „Seit 2018 werden an ihnen rund 850 Erwachsene und 580 Kinder wöchentlich mit Lebensmitteln versorgt“, erläutert Claudia Mammach, Fachdienstleiterin Soziale Dienste. Um dies zu gewährleisten, seien etwa 350 Ehrenamtliche in rund 28.000 Stunden engagiert. Hundert Einzel- und Großhändler und mehr als 300 Privatpersonen unterstützten dies mit Lebensmitteln, Sach- und Geldspenden. Ohne diese Unterstützung gäbe es den Tisch nicht. In Sauerlach hat sich ein fester Kern von 20 Ehrenamtlichen gefunden, die den Tisch am Laufen halten wollen. 

Discounter- und Supermärkte-Abklappern gehört dazu, jeweils mittwochs und Donnerstag geht es zum Spendeneinsammeln. „Leider machen noch nicht alle Unternehmen am Ort mit“, erzählt Heidrun Niedermaier. Sie koordiniert den Einsatz der Ehrenamtlichen und die rechtlichen Fragen. Wer in die Bahnhofstraße 5 zur Ausgabe kommt, wird auf die freundliche Caritas-Mitarbeiterin treffen. „Niemand sollte sich scheuen, zu uns zu kommen“. Bei der ersten Öffnung sei es sehr nett zugegangen, man hätte auch geplaudert und gemeinsam gelacht.

KRB

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