Lesestoff rund um die Uhr

Öffentlicher Bücherschrank am Bahnhofsplatz

Ausgelesen, weggestellt, verstaubt. Dieses Schicksal teilen viele Bücher. „Zu schade“, befand die Sauerlacher Freizeitbörse und nahm sich des Problems an. Das Ergebnis: Kostenlose Bücher für alle mit Hilfe eines öffentlichen Bücherschranks. Der soll am Bahnhofsplatz stehen. Der Antrag bei der Gemeinde ist per Beschluss perfekt, auch Sponsoren sind gefunden.

Die Idee ist ebenso genial wie simpel, es muss sich nur jemand finden, der das Ganze macht. Das will die Freizeitbörse tun, sie ist künftig Pate des Projekts und will regelmäßig den Bücherbestand hegen und pflegen. Vorbilder gibt es zur Genüge, auch in München stehen schon viele. „Die auf die Herstellung spezialisierte Firma „Bokx“ hat in Deutschland schon mehr als 200 aufgestellt“, erläutert dazu Barbara Gumbel. Sie ist Mitinitiatorin des Vorhabens bei der Freizeitbörse, einem offenen Forum für Bürger in Sachen „gemeinsame Freizeitgestaltung“. Regelmäßige Treffen gibt es im Postwirt an jedem zweiten und vierten Montag des Monats, im Winter ab 18.30 Uhr.

Vor dem Gemeinderat stellte Gumbel das Projekt in der Bürgerfrage-Viertelstunde vor. Ein solcher Bücherschrank kann im Grunde jedes „Möbel“ sein, von der ausgemusterten Telefonzelle bis zum kleinen Häuschen. Geöffnet sein soll rund um die Uhr. „Jeder kann sich dort kostenlos ein Buch aussuchen und tut selbst wieder eines hinein“, erläutert Gumbel. Das Modell der Firma „Bokx“ kostet rund 8500 Euro, das hat die Freizeitbörse recherchiert. Und hat mit der Kreissparkasse gleich einen Sponsor an Bord. Bis zu 5000 Euro kämen aus dem kulturellen Fördertopf. „Ein privater Geldgeber will noch einmal 2000 Euro spenden“, erzählt Barbara Gumbel.

Derzeit scheiden sich die Geister noch an der Farbe. „Sollte man einem Hauptsponsor nicht die Wahl zugestehen“, fragte die Mitinitiatorin. Das ist im Fall der Sparkasse ein kräftiges Rot und eine Bedingung. Gerade Alexander Rickert haderte mit der auffälligen Farbe. „Ich finde es fast schon lustig, dass sich nur die SPD an der Farbe stört“, scherzte Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV). Sie selbst sieht das Ganze als kulturelle Bereicherung, will künftig selbst zu den Nutzern zählen. Wie sicher mancher im Gemeinderat. Nach einigem Hin und Her die Entscheidung: Das Gremium gab dem Vorhaben grünes Licht, beschloss, einen Standort zur Verfügung zu stellen und nicht gedeckte Kosten bis maximal 3000 Euro zu übernehmen.

krb

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