Flugblätter über „Nazi-WG“

In Sauerlach kursieren besorgniserregende Informationen

In Sauerlach wurden diese Flugblätter verteilt und warnen vor einer „Nazi-WG“.
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In Sauerlach wurden diese Flugblätter verteilt und warnen vor einer „Nazi-WG“.

Sauerlach – An der Anschlagtafel und in den Sauerlacher Haushalten kehrten Flugblätter ein, die die Bürger vor mehreren rechtsradikalen Zugezogenen warnen sollen. Laut einer offenkundig linken Gruppe, deren Einzelidentitäten unbekannt sind, sollen die auf den Flyern abgebildeten Personen aus dem rechten Milieu stammen aber auch soll unter ihnen ein Mörder sein. Auf dem Flugblatt heißt es: „In dem Haus wohnen mindestens sechs Personen, darunter [Name]“. Weiter geht der Wortlaut mit: „Die beiden bekennenden Neo-Nazis waren sowohl bei „Pegida“, „Der Rechten“, dem „Bündnis Deutscher Patrioten“ öffentlich aktiv. 

Durch ihre faschistische Ideologie und ihr in der Vergangenheit immer wieder auftretendes aggressives und gewaltsames Verhalten stellen sie eine Gefahr für die Gesellschaft dar!“ Im zentralen Mittelpunkt des Flugblattes sind die Gesichter der Hausbewohner. Die Vor- und Zunamen, sowie die konkrete Anschrift der Hausbewohner sind dort veröffentlicht worden. Zudem sind die Fotos mit der Bildunterschrift „gewalttätiger Nazi-Rapper“ und „verurteilter Mörder und Straftäter“ versehen. Bekannt ist „der Nazi-Rapper“ auf der Videoplattform YouTube unter dem Künstlernamen „Chris Ares“. 

Über den Flyer werden die Sauerlacher aufgefordert, „persönliche Konsequenzen zu ziehen.“ Außerdem soll die „Gemeinde und Nachbarschaft keinen Rückzugsort für extrem rechte Ideologie und Täter bieten“. Tatsächlich stufe das Bayerische Landesamt für Verfassungsschutz Chris Ares als Rechtsextremisten ein und beobachte ihn seit über drei Jahren, wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) bekannt gab. Laut der SZ prüfe das Dezernat für Staatsschutzdelikte die Plakate derzeit „hinsichtlich mutmaßlicher presserechtlicher und datenschutzrechtlicher Verstöße sowie etwaiger Beleidigungsdelikte“. 

Wie der Münchner Merkur in diesem Zusammenhang bekannt gab, soll die abschließende verbindliche rechtliche Bewertung Aufgabe der Staatsanwaltschaft sein. Sauerlachs Bürgermeisterin Barbara Bogner sagte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, sie habe einen Fernsehbeitrag über den Rapper gesehen und wisse seither, dass Chris Ares und weitere Mitbewohner inzwischen in Sauerlach leben. Die WG sei jedoch „noch nie negativ aufgefallen“. Auseinandersetzungen wolle Bogner aber verhindern, „wenn hier zwei Gruppierungen aufeinandertreffen, die sich spinnefeind sind“. 

ms


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