Der Charakter des Ortes soll geschützt werden

Sauerlach: Gemeinde plant örtliche Bauvorschrift zur Ortsgestaltung

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Sauerlachs Gemeinderat rund um Bürgermeisterin Barbara Bogner hat beschlossen, den Charakter der Gemeinde zu schützen.

In Sauerlach soll durch gestalterische Maßnahmen das Orts- und Landschaftsbild erhalten bleiben. Dafür stimmte nun mehrheitlich der Gemeinderat.

Sauerlach – Die Gemeinde Sauerlach plant, durch gestalterische Maßnahmen ihr Straßen-, Orts- und Landschaftsbild zu erhalten oder gar zu verbessern. Bereits bestehende Baugebiete wie auch neu auszuweisende Bereiche sind hier eingeschlossen. Mittel der Wahl zur Erreichung des Ziels ist eine 16 Din-A4-Seiten starke Ortsgestaltungssatzung. Auf der jüngsten Sitzung votierte der Gemeinderat mehrheitlich dafür.

Mithilfe von 17 Punkten und zahlreichen Unterkapiteln soll künftig geregelt werden, was den Charakter Sauerlachs schützt und langfristig erhält. Der Geltungsbereich ist das Gemeindegebiet Sauerlach – mit Ausnahme des Gewerbegebiets und der Mischgebiete Ludwig-Bölkow-Straße/Bahnhofsvorplatz. „Werden in einem Bebauungsplan von dieser Vorschrift abweichende Festsetzungen getroffen, so gilt der Bebauungsplan“, erläuterte Bürgermeisterin Barbara Bogner den Entwurf des Regelwerks. Dieses soll zukünftig Architekten und Planern auch auf der Website der Gemeinde zur Orientierung zur Verfügung stehen.

Im Fokus sind Gebäudestellung, Gestaltung von Haupt- und Nebengebäuden, Giebel und Gauben, Dachformen, -aufbauten und -neigungen. Aber auch Kamine, Kollektoren, Garage& Co. werden detailreich definiert, um zukünftig Sauerlachs dörflichen, aber auch zukunftsstrebenden Charakter zu schützen. Nicht jeden Gemeinderat überzeugte aber das Regelwerk. Über den Paragraphen 10.1 zur Farbgebung stolperte beispielsweise Gemeinderat Wolfgang Büsch (Grüne), der später auch gegen die Satzung stimmte.

Er sei kein Freund der Ortsgestaltung. Da stünde unter anderem, Häuser seien in gedämpften Farbtönen zu streichen. „Aber wenn ich so durch den Ort gehe, sind manche Farben schon sehr überraschend“, so Büsch in vorsichtiger Umschreibung. „Was ist denn überhaupt ein gedämpfter Farbton — auch Rot oder Grün?“ Götz von Borries (UBV) hingegen lobte die Satzung als gute Richtlinie und Gestaltungsmittel, wo eine Überplanung bislang fehle.

Auch Paul Fröhlich (CSU) argumentierte in dieser Richtung. „Die Satzung wird Bestandteil eines jeden künftigen Bebauungsplans, daher muss sie auch rechtskräftig tragbar sein“. Er denke, sie sei ganz okay. Peter Burger (CSU) wiederum gefallen derartige Festsetzungen nicht, weil mit ihnen alles kasernenartig gleich aussehen würde. „Ich freue mich immer, wenn ich durch alte, bunte Städtchen gehen kann“.

Unter dem Strich erhielt der Entwurf der Ortsgestaltungssatzung jedoch die Mehrheit im Gemeinderat – und liegt jetzt dem Landratsamt München zur Prüfung vor.

KRB

Ziele: Ortsgestaltung

Erhaltung und Gestaltung des Ortsbildes, eines dörflich geprägten Ortsbildes;

Traditionelle Bauformen im Wesen überarbeitet in eine moderne Baugestaltung überführen;

Gebäude, Vorgärten und öffentlicher Straßenraum soll aufgelockert werden;

Trotz kleinerer Grundstücks­anteile soll eine Grüngestaltung erhalten werden;

Optimierte Gebäudestellung für ausreichende Belichtung.

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