Sauerlach bleibt mit im Boot

Die Sauerlacher Hauptschule wird an den neu gegründeten Mittelschulverbund „Hachinger Tal-Isartal“ angegliedert – die Option, dem Verbund mit Holzkirchen und Tegernsee beizutreten, ist somit vom Tisch. Damit dürften auch die Verstimmungen zwischen Sauerlach und Oberhaching der Vergangenheit angehören.

Das neue Einzugsgebiet der Hauptschüler im Raum Holzkirchen und Tegernsee ist nach Auffassung von Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV) zu groß für die Sauerlacher: Bis nach Rottach-Egern müssten die hiesigen Hauptschüler fahren, um Kurse im geplanten Mittelschulverbund zwischen Holzkirchen und dem Tegernseer Tal im Falle einer Ausgliederung von Klassen besuchen zu können. „Das ist unsinnig“, merkte die Rathauschefin in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats an. Stattdessen soll Sauerlach künftig dem Verbund „Hachinger Tal-Isartal“ angehören, dem die Hauptschulen in Oberhaching, Taufkirchen und Pullach angeschlossen sind. Damit wird Oberhaching für die Hauptschüler der Südgemeinde auch weiterhin die zuständige Sprengelschule bleiben. Allerdings sei es den Eltern freigestellt, sich auch für Holzkirchen zu entscheiden, wenn sie dies wünschten, führte die Bürgermeisterin weiter aus. Das sei ihr vom Landratsamt bestätigt worden. Mit diesem einstimmigen Votum dürften die Verstimmungen zwischen Sauerlach und Oberhaching der Vergangenheit angehören: So hatte die Südgemeinde darüber geklagt, vom nördlichen Nachbarn über das neue Vorhaben nicht ausreichend informiert worden zu sein. „Warum wurde da Sauerlach nicht gefragt und in die Entscheidung eingebunden? Unsere Hauptschüler werden schließlich in Oberhaching unterrichtet“, hatte sich Peter Frimmer (UBV) geärgert. Auch Bogner hatte im Zuge der Querelen eine „Umorientierung“ ins Tegernseer Tal ins Spiel gebracht. Nunmehr seien diese Pläne aber vom Tisch, sagte sie: „Ich schlage vor, dass unsere Hauptschule weiter in Oberhaching sein soll. Ich will den Eltern Sicherheit geben, wo sie ihre Kinder beschulen lassen können.“ Zuletzt hatte sich Eveline Sehling vom Staatlichen Schulamt in Unterhaching für die Gründung eines Mittelschulverbunds im Hachinger- und im Isartal stark gemacht (HALLO berichtete). Dies sei der einzige Weg, diesen Schultyp attraktiver zu machen. Die Hauptschule sei regelrecht stigmatisiert, klagte Sehling: Stelle sich der Freistaat diesem Problem nicht, sei ein „langsames Sterben“ dieses Schultyps zu befürchten. „Das ist ein gesellschaftliches Problem. Viele Eltern wollen ihre Kinder eben nicht in die Hauptschule, sondern aufs Gymnasium oder in die Realschule schicken“, führte sie aus. Schon jetzt seien die Schülerzahlen nach unten gegangen. So gebe es an den vier Schulen im Hachinger- und im Isartal derzeit 775 Hauptschüler. In fünf Jahren hingegen seien es Statistiken zufolge nur noch 741. Die Mittelschul-Offensive hingegen werde zu einer Qualitätssteigerung führen, die das Ansehen der Hauptschule deutlich heben werden, gab sich die Schulamtsleiterin im Landratsamt optimistisch. Die „drei Säulen“ eines Mittelschulverbandes sind laut Sehling eine „intensive Berufsorientierung“, individuelle Förderangebote mit „begabungsgerechtem Abschluss“ sowie ein „Ganztagesangebot“. Und: Jeder Verband muss über eine Schule den M-Zweig anbieten, also die Möglichkeit, den Realschulabschluss zu absolvieren. Rafael Sala

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