Ein Macher will ins Rathaus

Sauerlach: Babak Afshar ist Bürgermeisterkandidat der SPD

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Babak Afshar ist der Bürgermeisterkandidat der Sauerlacher SPD.

Sauerlach – Mit der Aufstellung eines Bürgermeisterkandidaten hat sich die Sauerlacher SPD neu positioniert. Einstimmig gewählt wurde jüngst der Fußballmanager Babak Afshar, der viel auf internationalem Parkett unterwegs ist und fünf Sprachen spricht. 

In Sauerlach hat der 47-Jährige mit seiner Familie vor rund zehn Jahren Wurzeln geschlagen. Er kennt die Gemeinde und sieht Handlungsbedarf. HALLO sprach mit einem Macher, der einiges bewegen will.

Was wären Ihre Hauptziele für Sauerlach?

Sauerlach hat eine Menge Potenzial. Die Verkehrsanbindung ist gut, die Lage zwischen Stadt und Alpen grandios. Umso erstaunlicher ist es, dass es finanzielle Schwierigkeiten gibt, dass Infrastrukturmaßnahmen wie Straßensanierungen aber auch Unterstützung für Vereine auf der Strecke bleiben. Ich bekomme von vielen Eltern die Sorgen hinsichtlich eines Krippen- oder Kindergartenplatzes mit, aber ebenso von der Nachbarschaftshilfe, dass sie personelle und finanzielle Unterstützung benötigt. Wir brauchen ein Konzept zur Ansiedlung von Gewerbebetrieben. Ich möchte, dass wir nicht nur ein Ort mit Durchgangsverkehr und Pendlern sind, sondern Sauerlach so gestalten, dass alle Bedürfnisse zum täglichen Leben in allen Ortsteilen verwirklicht werden. Deshalb hat die Stärkung der Einnahmen für mich oberste Priorität.

Waren Sie bereits politisch engagiert?

Ich lebte etwa zehn Jahre in Grünwald und war im dortigen Ortsverein aktiv. Leider bekam die SPD dort lediglich rund fünf Prozent. Somit war man schon auf Position drei chancenlos.

Was genau machen Sie beruflich?

Ich arbeite seit einigen Jahren offiziell als Spielerberater beziehungsweise -vermittler im Fußballumfeld. Neben der Arbeitsplatzbeschaffung und Vertragsverlängerung von Spielern berate ich professionelle Vereine im In- und Ausland bei der Verpflichtung von Trainern. Darüber hinaus unterstütze ich Fußballclubs bei der Investorensuche. Das Umfeld ist sehr spannend, da man es mit allen Nationalitäten, mit jedem Alter und unterschiedlichstem Bildungsgrad sowie kulturellem Background zu tun hat.

Sie waren beruflich viel im Ausland?

In Estland haben meine Frau Jane und ich von 2009 bis 2014 den estnischen Erstligaverein Tartu JK Tammeka über fünf Jahre hinweg geführt. Dies war eine große Herausforderung, da unser Lebensmittelpunkt schon damals in Sauerlach lag und wir ständig zwischen Estland und Bayern pendelten. Zudem war ich 2014 in Teheran (Iran) beim ältesten Verein des Landes Rah Ahan Yazdan FC als Direktor für Sport und Marketing tätig. Bis zur Geburt unserer Tochter Ariane 2019 habe ich viel in Europa und Afrika gearbeitet. Derzeit fokussiere ich mich auf Deutschland, Österreich, die Schweiz und die Tschechische Republik.

Was zählen Sie zu Ihren Erfolgen?

Ich habe von 2007 bis 2009 etwa 17 estnische Nationalspieler ins Ausland transferiert. Letztes Jahr gelang es mir, zwei iranische Nationalspieler nach Belgien und Portugal zu transferieren. Vor drei Monaten schloss ich einen Kooperationsvertrag mit Nwankwo Kanu, einstmals bester Spieler Afrikas. Kanu hat 21 Fußballakademien mit 1260 Spielern in Nigeria, die zu den talentiertesten des Landes zählen. Diese werden von mir in Europa den Vereinen angeboten.

Ihre Mutter ist Deutsche, ihr Vater Iraner. Wie haben die beiden unterschiedlichen Kulturen Sie geprägt?

Meine Mutter Evi Herrmann ist eine Münchnerin, die meinen Vater Reza Afshar, einen Bauingenieur aus Teheran, 1968 in München kennen und lieben gelernt hatte. Ich kam 1972 zur Welt. 1974 zog die Familie während der Shah-Zeit bis zur islamischen Revolution 1979 in den Iran. Danach lebten wir wieder in München. Beide Elternteile gaben mir viel von der jeweiligen Kultur und Sprache mit. Religionen spielen keine Rolle in unserer Familie. Wir glauben an die Menschenrechte und die Würde des Menschen, die unveräußerlich sind.

KRB

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