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Gemeinsam Lern-Lücken schließen

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Von: Verena Rudolf

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Die glückliche Projektkoordinatorin Britta von Baer (links) von der Aktion „Lücken schließen“ bei der Preisverleihung mit Familienministerin Lisa Paus.
Die glückliche Projektkoordinatorin Britta von Baer (links) von der Aktion „Lücken schließen“ bei der Preisverleihung mit Familienministerin Lisa Paus. © oh

Der Bundespreis Mehrgenerationenhaus in der Kategorie „Bildung und Unterstützung“ ging an die Taufkirchner Nachbarschaftshilfe.

Wie so vieles in der Corona-Zeit fand auch die Preisverleihung des Bundespreises Mehrgenerationenhaus in der Kategorie „Bildung und Unterstützung“ online statt. Gewonnen hat das Corona-Hilfsprojekt Aktion „Lücken schließen“ der Nachbarschaftshilfe Taufkirchen. Ein Projekt, das für Kinder und Jugendliche in der Corona-Zeit da war. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen konnten Schüler „Lücken schließen“. Lücken, die vergangenes Schuljahr eben dadurch entstanden waren, dass der Schulalltag über Monate hinweg hauptsächlich online stattfand.

Bei der Preisverleihung hob Bundesfamilienministerin Lisa Paus hervor, ein Projekt auszuzeichnen, das für ein spürbares Mehr an Gemeinschaft und Lebensqualität sorge. Aktuelle Herausforderungen wie die Corona-Pandemie und der Krieg in der Ukraine könnten nur gemeinsam im gesellschaftlichen Zusammenhalt bewältigt werden. „Als bei der Preisverleihung die fünf Nominierten vorgestellt wurden, dachte ich mir, dass das alles so tolle Projekte sind“, sagt Britta von Baer, Projektleiterin der Aktion „Lücken schließen“. Der Bundespreis ging indes an die Taufkirchner, die sich über das Preisgeld von 2000 Euro sehr freuen. Und bei ihren derzeitigen Projekten „Lernwerkstatt für Kids“ und „Lernlabor“ ist das Preisgeld bestens aufgehoben.

Zurück zur Aktion „Lücken schließen“: Während der Zeit des Distanzunterrichts habe es auf der Hand gelegen, dieses Projekt ins Leben zu rufen, erzählt von Baer, Fachbereichskoordinatorin Patenschaften und bürgerschaftliches Engagement bei der Nachbarschaftshilfe Taufkirchen. „Wir haben beobachtet, wie sich viele Kinder beim Online-Unterricht schwer taten“, so von Baer weiter. „Schnell und niedrigschwellig“ wollten sie da unterstützen.

Durch den Kontakt zu Schulen, den Schulsozialarbeitern und Beratungsstellen kam die Nachbarschaftshilfe in Kontakt mit Schülern der ersten bis neunten Klasse, die Hilfe beim Lernen gebrauchen konnten. Und zwar direkte Hilfe, nicht ein weiteres Online-Angebot.

„In der Krise hat sich gezeigt, wie viele bereit sind, mitanzupacken.“ Bald hatte die Projektleiterin 18 Ehrenamtliche in ihrem Team, die mit Kindern und Jugendlichen Lern-Lücken schließen wollten. „Ein Großteil derer, die sich gemeldet haben, war bisher noch nicht ehrenamtlich bei uns im Einsatz“, so von Baer. Es waren auch nicht nur Menschen im Ruhestand. Auf den Aufruf der Nachbarschaftshilfe meldeten sich Freiwillige, die zum Beispiel coronabedingt in Kurzarbeit waren oder sich ihre Zeit durch das Homeoffice anders einteilen konnten. „Mich hat es sehr beeindruckt, wer sich gemeldet hat.“ So auch Studenten, die ohne Präsenz-Betrieb an der Uni Zeit hatten. „Geholfen hat sicher bei der Suche nach Ehrenamtlichen, dass es ein bis zu den Sommerferien terminiertes Projekt war“, sagt die Koordinatorin. „Und wir haben die Treffen individuell vereinbaren können.“ In der Regel traf ein Ehrenamtlich ein Kind für eine Stunde einmal pro Woche. Manche Helfer betreuten sogar mehrere Kinder. „Ganz entscheidend aber war, dass die Lern-Tandems in direktem Kontakt standen“, so von Baer. „Da es ja bei der Nachbarschaftshilfe oder auch beim Bürgertreff keine anderen Veranstaltungen gab, hatten wir genug Räume.“

Unbürokratisch war auch die Anmeldung für die Familien. Und die Ehrenamtlichen halfen ohne jegliche Aufwandsentschädigung, berichtet die Koordinatorin für Patenschaften und bürgerschaftliches Engagement bei der Nachbarschaftshilfe weiter.

Folge-Projekte sind nun die kostenlose Lernwerkstatt, die jeden Dienstag von 15 bis 17 Uhr für Schüler der ersten bis zehnten Klasse stattfindet. Auch bei diesem Angebot stehen Ehrenamtliche bei Fragen zum Schulstoff unterstützend zur Seite und helfen denen, die nicht alleine weiterkommen. Ein- bis zwei Mal im Monat gebe es zudem das Lernlabor, bei dem Kinder zusammen experimentieren und tüfteln. „Für das Lernlabor suchen wir übrigens, auch gerne nur einmalig, Ehrenamtliche, die Lust haben, eine Einheit zu gestalten“, sagt von Baer. Die Projektkoordinatorin ist per E-Mail an vonbaer@nachbarschaftshilfe-taufkirchen.de zu erreichen.

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