Planetenmusik und Todesstrahlen

Endlich ist es soweit, Unterhaching hat ein eigenes Technisches Museum. Es hat zwar den Zusatz Mini- aber sogar das Deutsche Museum wollte bereits eines der dort ausgestellten alten Exponate von Edison kaufen. Am Samstag, 14. Mai, 14 bis 19 Uhr und Sonntag, 15. Mai, 10 bis 18 Uhr, eröffnet das Minimuseum an der Oskar-von-Miller-Straße 5 nun mit einem kleinen Fest. Gefeiert wird das ars-technika-Fest auch in der benachbarten Jugendkulturwerkstatt, Oskar-von-Miller-Str. 9.

Beim Umbau des Museums zu einem Elektroladen von 1902 haben viele geholfen – die Freunde des Rentners und Museumsgründers Torsten Kresse aber auch die Jungen von der benachbarten Jugendkulturwerkstatt, die ab und zu zum Streichen kamen. Besonders bedankt sich Torsten Kresse aber bei jenem unbekannten Unterhachinger, der ein tolles Fahrrad mit Holzfelgen von 1912 vor die Tür gestellt hat. Kresse nimmt das zum Anlass, freien Eintritt zu gewähren. In der Sammlung kann man ein Gefühl dafür bekommen, wie unsere Großeltern um 1900 gelebt haben, wie mühsam das Telefonieren mittels des Fräuleins vom Amt war, wie ein MP3 Player 1880 ausgesehen hat und wie die angeblichen Todesstrahlen 1934 bei der New York Times für Aufsehen gesorgt haben. Künstler und Ingenieure aus München und dem südlichen Landkreis bereiten sich vor, um den Besuchern die Möglichkeit zum Mitmachen zu geben, bei der Camera Obscura, der Planetenmusik, der Windharfe, beim Skulpturengießen, beim Fotoexperiment, in der Kinderwerkstatt, beim Zaubern. Die JKW treibt aus Kupfer Rosen zum Mitnehmen und eine Tombola gibt es auch. Die Werkstätten der Bayerischen Staatsoper bringen Kulissen aus Opern, die ESO aus Garching zeigen Modelle ihrer großen Radioteleskope in Chile auf 5000 Meter Höhe, das Deutsche Museum zeigt die Funktionsweise des Wankelmotors. Das Lise-Meitner-Gymnasium ist vertreten durch die Werke seines Leistungskurses Kunst aus den letzten Jahren und „Physik auf Knopfdruck“. „Architecture and Vision“ zeigt das Münchner Architekturbüro Arturo Vittori und Andreas Vogler, die sich Gedanken über Leben in unserer zukünftigen Umwelt machen und die heiß diskutierte Mae West aus München zeigt uns, wie sie entstanden ist. Wen die Bohrung und der Aufbau der Geothermie Unterhaching interessiert, kommt auch auf seine Kosten, mit Bohrkopf und Filmdokumenten vom Filmclub Ottobrunn. Große Pläne gibt es auch. So ist geplant, die erste bajuwarische Wassermühle aus dem 7. Jahrhundert, die bei Dasing gefunden wurde, im Maßstab 1:1 für das Minimuseum nachzubauen. Hierfür werden allerdings noch Mitstreiter gesucht, die sich Ende Mai unter www.ars-technica.de darüber informieren können.

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