Wer wird Oberhachings nächster Rathauschef?

Oberhachings Bürgermeisterkandidaten im HALLO-Check

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Auf dem Feld gegenüber der Kirche St. Bartholomäus soll künftige die FOS/BOS entstehen. Nicht nur dieses Thema wird Oberhaching in den nächsten Jahren begleiten.

Bei den Kommunalwahlen am 15. März tritt der amtierende Bürgermeister Stefan Schelle gegen drei Herausforderer an. Vorab haben sich alle Kandidaten den Fragen von HALLO gestellt. 

Margit Markl (SPD), Axel Schmidt (FDP) und Dirk Schneider (Freie Bürger) wollen Bürgermeister Stefan Schelle (CSU) nach 18 Jahren im Rathaus ablösen. Vorab haben sich alle Kandidaten den Fragen von ­HALLO-Jungredakteurin Iris Janda gestellt. Wer kann den Wähler mit seiner Vision für Oberhaching überzeugen? Welches Bild haben die Kandidaten von ihrer Gemeinde und wo würden sie ansetzen, wenn sie die Wahl gewinnen würden?

Stefan Schelle (CSU)

Was macht für Sie den Charakter Oberhachings aus?

CSU: Stefan Schelle, 55 Jahre, amtierender Bürgermeister, Agraringenieur, verheiratet, drei Kinder

Oberhaching geht selbstbewusst und erfolgreich den eigenen Weg, hat sich die eigene Identität bewahrt. Lebendigkeit, Miteinander, ehrenamtliches Engagement zeichnen Oberhaching genauso aus wie die bewusste, behutsame und nachhaltige Politik im Rathaus. 

Warum sind Sie der Richtige für das Bürgermeisteramt?

Wir haben in 18 Jahren gemeinsam Vieles positiv bewegt und ich möchte gerne weiter die Zukunft unserer Heimatgemeinde gestalten – behutsam, mit Erfahrung und Kompetenz, mit ganzer Kraft, aber auch mit Humor und Herzlichkeit.

Wo sehen Sie in Oberhaching noch Verbesserungspotenzial?

Es gibt viele Herausforderungen: Schulcampus für alle Schulabschlüsse, eigene Räume für Musik- und Volkshochschule, Sportdreieck, Wohnungsbau, Mobilität, Einzelhandel am Kirchplatz. Und ich hoffe, darüber hinaus, dass Gelassenheit und Miteinander in Oberhaching immer wichtiger bleiben als Egoismus und Gleichgültigkeit.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie den Umweltschutz weiter optimieren?

Wir haben gute Konzepte, die Weichen sind schon richtig gestellt und große Summen investiert. Weniger Auto, weniger CO2 beim Heizen, regionaler Strom, wirksamer Artenschutz: Jetzt müssen wir alle unseren Beitrag leisten, das muss in unsere Herzen und in unsere Köpfe.

Was sind Ihre drei Hauptziele, die Sie in der nächsten Amtsperiode verwirklichen möchten?

Für mich ist es nur ein Ziel: Den eigenen Weg unbeirrt weiter gehen. Damit Oberhaching unverwechselbare, weltoffene Heimat für uns alle bleibt, mit toller Lebensqualität für jedes Lebensalter, mit viel sozialem Miteinander, eigener Identität, und klarem Bekenntnis zu Nachhaltigkeit und zum Schutz unserer Umwelt.

Margit Markl (SPD)

Was macht für Sie den Charakter Oberhachings aus?

Oberhaching ist eine moderat gewachsene Gemeinde. Man kennt sich und hilft einander. Es gibt vielfältige Möglichkeiten sich zu engagieren.

Warum sind Sie die Richtige für das Bürgermeisteramt?

Manches läuft nicht so gut oder fehlt, das werde ich ändern.

Wo sehen Sie in Oberhaching noch Verbesserungspotenzial?

SPD: Margit Markl, 60 Jahre, Angestellte, gelernte Zahnarzthelferin, verheiratet, vier Kinder

Die Bahnhofstraße wird von Autos dominiert, es braucht ein Verkehrskonzept um sie für Fahrradfahrer und Fußgänger attraktiver und sicherer zu machen. Wir brauchen Räume als Treffpunkte für Jung und Alt, damit die Angebote erweitert werden können, ein festes Zuhause für Volkshochschule und Musikschule sowie eine Tagespflege für Senioren. Wir wollen Genossenschaftlichen Wohnungsbau und endlich einen Laden am Kirchplatz. Die Bürgerbeteiligung muss verbessert werden.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie den Umweltschutz weiter optimieren?

Mehr Bäume an unseren Straßen um die Erwärmung im Sommer erträglicher zu machen, mehr Grün an Gebäuden, Insektenfreundliche Bewirtschaftung gemeindeeigener Flächen, mehr Photovoltaik auf unseren Dächern und weniger Autoverkehr bringen den Klimaschutz in Oberhaching weiter voran.

Was sind Ihre drei Hauptziele, die Sie in der nächsten Amtsperiode verwirklichen möchten?

Ich hoffe, dass ich vieles von dem oben genannten umsetzen kann.

Axel Schmidt (FDP)

Was macht für Sie den Charakter Oberhachings aus?

Oberhaching – das ist Laptop und Lederhose. Ländlich und urban. Das ist reizvoll aber auch ein Spannungsfeld.

Warum sind Sie die Richtige für das Bürgermeisteramt?

Mut. Plan. Erfahrung. Ich stelle mich der Herausforderung mit vielen neuen Ideen, einem Blick von

FDP: Axel Schmidt, 52 Jahre, Kaufmann/Leit. Angestellter, verheiratet, zwei Kinder

außen nach vielen Jahren im Ausland und dazu kommt mein beruflicher Hintergrund als Chief Digital Officer und auch Geschäftsführer zum Beispiel eines großen Solarunternehmens.

Wo sehen Sie in Oberhaching noch Verbesserungspotenzial?

Es läuft ja vieles gut. Aber es gibt Luft nach oben. Bei der Kinderbetreuung zum Beispiel. Bei der Digitalisierung. Die größte Sorge macht mir aber der Wohnungsmarkt. Wenn wir keinen Wohnraum anbieten können, dann leiden Wirte, Handwerker, Ärzte… und letztendlich wir Bürger. Erbpachtmodelle wären bei uns reizvoller als Millionenhäuser im Bieterverfahren.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie den Umweltschutz weiter optimieren?

Wir haben vor 12 Jahren den gelben Sack nach Oberhaching gebracht. Aber jetzt geht es um gute Vernetzung von Individualverkehr und ÖPNV um Park&Ride und CarSharing. Und ja ich würde Geothermie billiger machen.

Was sind Ihre drei Hauptziele, die Sie in der nächsten Amtsperiode verwirklichen möchten?

Transparenz: Die Anträge, Protokolle und Beschlüsse des Gemeinderates sollten online sein. Vereinfachtes Bauen: Warum erlauben wir keine Flachdachgaragen, keine Sockel, keine Quergiebel? Gewerbesteuer: Wir sind knapp dran am niedrigsten Satz in Bayern. Wir könnten da ein paar Punkte senken und damit die Einnahmen erhöhen.  

Dirk Schneider (Freie Bürger)

Was macht für Sie den Charakter Oberhachings aus?

Dörflicher Charakter mit harmonischer Bebauung und hohem Entspannungsfaktor als Gegensatz zum hektischen München!

Warum sind Sie die Richtige für das Bürgermeisteramt?

Freie Bürger: Dirk Schneider, 55 Jahre, Betriebswirt, verheiratet, drei Kinder

Meine Familie und ich leben seid 2004 in Oberhaching. Wir sind sogenannte „Zugroaste“, die den Ort lieben und keine Verwurzelungen oder Verpflichtungen im Ort haben. Wir wollen uns für den Ort und seine Mitbürger einsetzen ohne Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten.

Wo sehen Sie in Oberhaching noch Verbesserungspotenzial?

Eine Idee für die weitere Orts­entwicklung fehlt, der überbordende Nahverkehr – öffentlich wie privat, die Finanzlage der Gemeinde.

Mit welchen Maßnahmen wollen Sie den Umweltschutz weiter optimieren?

Der Ausbau regenerativer Energieversorgung muss auch durch die Gemeinde gefördert werden. Eine eigene Energieberatung für die Bürger, Förderung von Bürgersolaranlagen sowie die Förderung von regenerativen Energieausbau bei Heizung und Strom auch durch die Gemeinde über die staatlichen Fördermodelle hinaus.

Was sind Ihre drei Hauptziele, die Sie in der nächsten Amtsperiode verwirklichen möchten?

1. Realisierung der beiden Schulen auf zwei getrennt voneinander gelegenen Grundstücken: Realschule am Bahnhof, die Fachoberschule im Gewerbegebiet. 2. In diesem Prozess auch das Konzept zur Gemeindeerweiterung erarbeiten. 3. Ein schlüssiges Nahverkehrskonzept für den Ort und nicht nur optimiert für den Landkreis.

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