Semmeln vor Gericht

Oberhachinger Bäcker gewinnt Prozess um Verkauf von Semmeln am Sonntag

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Der Oberhachinger Bäcker Bernhard Auracher hat vor dem Bundesgerichtshof erwirkt, dass Semmeln und Brote Sonntags künftig länger verkauft werden dürfen.

Der Oberhachinger Bäcker Bernhard Auracher hat nun vor dem Bundesgerichtshof mehr Flexibilität für Kunden beim sonntäglichen Semmel-Kauf erwirkt. Das Urteil legt fest, dass Backwaren künftig am Sonntag auch noch nachmittags verkauft werden dürfen.

Oberhaching – Vor Gericht und auf hoher See ist man in Gottes Hand. So heißt es. Ob göttlicher Einfluss tatsächlich im Spiel war, lässt sich so leicht nicht nachvollziehen. Fest steht aber, dass der Oberhachinger Bernhard Auracher als Geschäftsführer der Ratschiller Bäckereien erfolgreich vor den Bundesgerichtshof zog.

Er erreichte ein Urteil, das deutschlandweit das Frühstück am Sonntag verändern könnte. Denn Bäckereien dürfen in Zukunft sonntags länger Semmeln und Brote verkaufen.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass Bäckereien sonntags auch außerhalb der geltenden Ladenschlusszeiten Brezen und Semmeln verkaufen dürfen – wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Bislang durften sie das nur für maximal drei Stunden. Sofern Bäckereien über Cafétische verfügen, dürfen sie künftig also sonntags wesentlich länger öffnen. Denn nach Ansicht der Richter zählen solche Bäckerei-Cafés als Gaststätten und sind somit nicht an die Ladenöffnungszeiten gebunden.

Die Vorgeschichte zum Urteil des Bundesgerichtshofs spielte sich in München ab. Die Wettbewerbszentrale verklagte dort eine Bäckerei-Kette, in deren Filialen Testkäufer an mehreren Sonntagen sowohl vormittags als auch nachmittags Semmeln und Brezen erwerben konnten. Doch die Klage wurde sowohl vor dem Landgericht München als auch vor dem Oberlandesgericht abgewiesen. Denn in den Läden standen auch Cafétische, an denen sogenannte „verzehrfertige Speisen“ verkauft wurden.

Das Bundesgerichtshof schloss sich nun der Auffassung an, dass auch nicht belegte Brezen und Semmeln „verzehrfertig“ sind, da sie im Backofen entsprechend zubereitet wurden. Außerdem ist es unerheblich, ob sie in der Bäckerei selbst oder im Straßenverkauf verkauft werden.

„Man kann den Menschen ja nicht vorschreiben, wie lange sie am Wochenende schlafen. Der Bedarf ist einfach da. Sonntag ist der einzige Tag, an dem man gemeinsam frühstückt, an dem man sich gemeinsam an den Tisch setzt und nicht zu unterschiedlichen Zeiten aus dem Haus muss“, erklärte Auracher im Münchner Merkur.

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