Entscheidung für Schulstandort am Bahnhof Deisenhofen

Realschule und FOS: Campus kann kommen

Bahnhof Deisenhofen möglicher Standort für neuen Schulcampus in Oberhaching
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Für den Deisenhofener Bahnhof als Standort für den geplanten Schulcampus sprechen die gute Erreichbarkeit und die Anbindung zur Ortsmitte

Der Oberhachinger Schulcampus aus Realschule und FOS soll am Bahnhof Deisenhofen entstehen – darüber besteht schon seit Februar größtenteils Einigkeit. Dass es auch der beste Standort dafür ist, legte eine umfassende Untersuchung nahe.

Oberhaching - Nach der Präsentation von Susanne Bauer gab es im Oberhachinger Gemeinderat keinen Zweifel mehr daran, welche Standort für den Bau von Real­schule und FOS am besten geeignet ist. Die Stadtplanerin vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München empfahl dem Gremium das ohnehin schon anvisierte Grundstück an der Westseite des Dei­senhofener Bahnhofs für den Bau des Schulcampus.

Zuvor hatte die Fachfrau anhand mehrerer Gesichtspunkte die Variante mit Alternativvorschlägen am Further Bahnhof und im Gewerbegebiet Furth an der M11 verglichen. Untersucht wurden unter anderem die zur Verfügung stehende Fläche, die Lage und Erreichbarkeit, die Verfügbarkeit sowie städtebauliche Kriterien. Eine Untersuchung der Alternativstandorte wurde zuvor aus der Bürgerschaft gefordert.

Diese Prüfung sei als Teil der Bauleitplanung verpflichtend und wäre damit ohnehin erfolgt, erklärt Alexander Maierhöfer, Persönlicher Referent des Bürgermeisters Stefan Schelle (CSU). „Wir haben das extra nicht verwaltungsintern geprüft, sondern mit dem Planungsverband an einen Dritten vergeben, damit uns keine Befangenheit vorgeworfen werden kann“, so Maierhöfer weiter.

Der Bau am Deisenhofener Bahnhof landet im Ranking deutlich auf Platz eins und schneidet bei allen untersuchten Kriterien besser oder genauso gut wie die Alternativen ab. Für ihn spricht die sehr gute Erreichbarkeit sowohl mit Bus und Bahn, als auch zu Fuß, mit dem Rad oder dem Pkw.

Da das Grundstück vollständig in Gemeindebesitz ist, steht einer kurzfristigen Realisierung des Projekts nichts im Wege. Auch die positive Auswirkung auf die Ortsmitte Deisenhofens sowie Synergieeffekte durch neue Raumangebote für Musikschule und Vhs sprechen für den Standort. Außerdem ist die Fläche groß genug, um beide Schulen darauf zu bauen.

Die Grundstücksgröße war wiederum einer der Punkte, die gegen den Bau am Further Bahnhof sprachen. Dort hätte lediglich eine der beiden Schulen entstehen können. Damit gingen die finanziell vorteilhaften Synergieeffekte eines Campus verloren. Denn da die FOS komplett vom Landkreis getragen wird, spart sich die Gemeinde die Kosten für dafür benötigte Infrastruktur. Auch die Randlage abseits der Ortsmitte und die Eigentumsverhältnisse des Grundstücks am Bahnhof Furth, die nur zu einem Drittel bei der Gemeinde liegen, sprächen dagegen.

Viel teurer würde die Gemeinde der Bau im Gewerbegebiet Furth kommen. Dort wäre zwar ebenfalls Platz für einen Campus, allerdings entstünden hohe Erschließungskosten für einen Verkehrskreisel an der M11 und den Bau einer Erschließungsstraße. Außerdem müssten Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden.

Der Wegfall von Gewerbeeinnahmen für die als Gewerbegebiet ausgewiesene Fläche wirke sich ebenfalls finanziell nachteilig aus. Durch die Randlage sei außerdem weder eine Belebung der Ortsmitte noch Mehrfachnutzungen der Räume, etwa durch die Vhs, möglich.

Ohne größere Diskussion folgte das Gremium der Empfehlung der Stadtplanerin und entschied sich einstimmig für die Campuslösung westlich des Bahnhofs Deisenhofen. Mit der Entscheidung wurde das Planungsverfahren eingeleitet. Im weiteren Prozess werde das Projekt hinsichtlich verschiedener Aspekte wie etwa Verkehr, Lärm oder Umweltschutz eingehend geprüft.

Dazu werden Träger öffentlicher Belange ebenso wie die Bürgerschaft mit einbezogen. Im Verfahren könnte sich zwar noch herausstellen, dass der Standort wider Erwartens ungeeignet sei, so Maierhöfer. „Theoretisch zumindest. Praktisch kann ich mir das nicht vorstellen“, meint der Verwaltungsmitarbeiter. Als nächstes gehe es nun darum, sich mit dem Landkreis und dem Zweckverband darüber zu einigen, ob das Grundstück verkauft oder über eine Erbpacht genutzt wird.

Nach der Entscheidung für den Standort baten FDP, SPD und Freie Bürger in einem Antrag darum, dass der neue Campus als funktionale Fortführung zu den anschließenden Wohngebieten gebaut werden soll.

Den Antrag nehme die Verwaltung gerne an. „Es soll auch abseits des Schulbetriebs eine Lebendigkeit in dem Quartier herrschen“, erklärt Maierhöfer. Dieses Ziel sei bereits in den Planungsleitlinien mit abgebildet. Nur müsse dabei darauf geachtet werden, in welchem Umfang man Planungen der Ortsentwicklung einbeziehe.

Schließlich dürfe dadurch nicht das eigentliche Ziel – die zügige Eröffnung der Schulen – aus den Augen geraten. Anvisiert sei die Inbetriebnahme für Ende 2025, meint Maierhöfer. „Das ist zumindest unser Wunschtermin.“

Iris Janda

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