Die Brücke der Menschen zur Heimat

Oberhaching: Kulturverein hat 30-jähriges Jubiläum

Gerald Bauerfeind (von links), Margit Hübner, Rolf Neidl, Monika Waschin, Hugo Niebler, Anna- Maria Friedel und Gudrun Schilowsky vom Kulturverein Oberhaching.
+
Gerald Bauerfeind (von links), Margit Hübner, Rolf Neidl, Monika Waschin, Hugo Niebler, Anna- Maria Friedel und Gudrun Schilowsky vom Kulturverein Oberhaching.

Der Kulturverein in Oberhaching feierte Mitte März seinen 30. Geburtstag. Die große Feier musste zwar wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden, doch nicht nur der Verein blickt auf drei Jahrzehnte zurück, auch Monika Waschin, die heutige Vorsitzende, schaut auf die Hälfte ihres Lebens.

Oberhaching – Vor drei Jahrzehnten gründete sich der Oberhachinger Kulturverein. Monika Waschin, die heute Vorsitzende des Vereins ist, war von Anfang an dabei. Seit 30 Jahren ist sie ehrenamtlich im Verein tätig, war 20 Jahre Schriftführerin und ist seit zehn Jahren nun erste Vorsitzende.

Der 14. März 1990 war der Gründungstag des Oberhachinger Kulturvereins. Elf Oberhachinger Bürger nahmen damals die Sache in Angriff, um das kulturelle Leben in der Gemeinde zu erweitern. Natürlich gab es schon einige Vereine wie den Trachtenverein, doch sollte das Angebot weiter ausgebaut werden. „Das Einstandsfest war eine palästinensische Feier, die noch in der Kyberghalle ausgetragen wurde, denn damals gab es den Bürgersaal noch nicht“, erinnert sich Monika Waschin.

Das Ziel des Kulturvereins war es von Anfang an, Künstler und Kulturschaffende zu unterstützen und ihnen über den Verein eine Plattform zu geben. Auch die Zusammenarbeit mit ähnlichen Vereinen wird seit jeher gepflegt. Musik, Ausstellungen und Vorträge prägen den Verein seit seiner Geburtsstunde. Dabei ist der Kulturverein überkonfessionell und überparteilich.

Monika Waschin und ihr damaliger Ehemann waren sehr neugierig auf den neugegründeten Verein und nahmen am ersten Stammtisch teil. Schon früher waren sie sehr reisebegeistert, haben fotografiert und wollten sich kulturell weiterbilden. „Wenn man sich nix vornimmt, sitzt man ja nur zu Hause“, sagt Waschin. Den Kulturverein sahen sie als Motor und haben sich aktiv eingebracht. „Ein Jahr später bin ich schon zur Kassenprüferin und mein Mann zum Beirat gewählt worden.“ In der nächsten Wahlperiode wurde Waschins früheren Mann die Vorstandschaft angeboten. „Mein Mann war aber voll berufstätig und wir hatten zwei kleine Kinder zu Hause.“ 

Darauf folgte der Vorschlag, Monika Waschin solle doch das passende Amt der Schriftführerin übernehmen und ihr Gatte gibt den Repräsentanten. „Früher war das noch so“, wie Waschin erzählt. „Eine Frau als Vorsitzende – das war sehr ungewöhnlich. Früher wurde der Vorsitz einfach von einem Mann übernommen. Das war das Privileg des Mannes.“ Doch das sollte nicht so bleiben. Viel hat sich verändert. So auch die Mitgliederzahl.

„Damals noch waren es 24 Mitglieder, heute über 250“, erzählt die Vorsitzende. Mit der elektrischen Schreibmaschine tippte Waschin die Einladungen und adressierte jedes Kuvert einzeln handschriftlich. Waschin blickt lachend zurück: „Und bei meinen Spaziergängen habe ich sie dann ausgetragen.“ Durch Mundpropaganda wuchs die Teilnehmerzahl stetig. Und das wurde gebührend alle fünf Jahre gefeiert. „Wir haben den Verein gefeiert. Wir haben die Mitglieder gefeiert. Und das Leben“.

Der Kulturverein wollte jedoch nie Förderungen erhalten. „Wir möchten das Kulturprogramm für die breite Masse anbieten und nicht irgendeinen Profit daraus schlagen. Jeder soll in den Genuss kommen dürfen: Kinder, Omas und Behinderte – jeder traut sich herzukommen. Es ist eine Familie. Jeder ist akzeptiert.“ Monika Waschin steckt ihr ganzes Herzblut in den Verein – und das neben ihren zwei Berufe. Die 60-Jährige arbeitet in einem Immobilienbüro und in einem ambulanten Palliativ-Team.

Waschin war und ist eine bekannte Oberhachinger Persönlichkeit. Seit Generationen ist ihre Familie in Oberhaching ansässig. „Ich persönlich fühle mich hier in meiner Heimat als Brücke, um die Menschen zusammenzubringen. Mein Ziel ist, den Menschen ein wenig Heimat, Geborgenheit und Nähe zu geben. Dafür setzen wir uns von ganzem Herzen ein.“ Waschin kennt das Ehrenamt schon von klein auf. Ihr Vater war Gründungsmitglied der Oberhachinger Schützen. Sie wuchs im gegenseitigen Helfen auf und möchte das weiter­geben.

Die bayerische Sprache, Bräuche und Tradition werden sehr gepflegt. Von Stammtischrunden über Literaturbesprechungen: Der Oberhachinger Kulturverein ist immer die richtige Adresse. Menschen, die dazu ziehen, oder von einem Schicksalsschlag getroffen wurden, finden in Oberhaching eine Heimat und mit dem Kulturverein die passende Familie. Denn wie Monika Waschin sagt: „Wir alle sind aufgerufen, den Mitmenschen ein wenig Heimat, Geborgenheit und Nähe zu geben. das ist mein Ziel und ich weiß auch das meiner Vorstandskolleginnen- und kollegen – für das wir uns alle von ganzem Herzen einsetzen.“

Weitere Informationen gibt es unter www.kulturverein-oberhaching.de/ oder unter der Telefonnummer 61 33 533.

Melanie Schröpfer

Weitere Nachrichten aus der Region finden Sie in unserer Übersicht.

Besuchen Sie HALLO auch auf Facebook.

Auch interessant:

Kommentare