Ärger über Dauerbaustellen

Schwierig, aber nicht hoffnungslos

Die „Einkaufsmeile“ Bahnhofstraße in Oberhaching ist gerade wie leergefegt. Die ansässigen Geschäftsleute spüren die Dauerbaustellen im Ort teilweise massiv.

Der Einzelhandel in Oberhaching wird durch die aktuellen Dauerbaustellen stark belastet. Vor allen Dingen die Sperrung der Ortsdurchfahrt macht den Geschäftsinhabern schwer zu schaffen. HALLO hat sich ganz aktuell in der Geschäftswelt umgehört.

Beinahe jedes Jahr müssen sich die Einzelhändler in Oberhaching gegen widrige Umstände durchsetzen. Wie schon im letzten Jahr erschweren den Geschäftsleuten die vielen Baustellen in Oberhaching das Leben. Vor allem die Sperrung der Ortsdurchfahrt Oberhaching – die Münchner Straße – spüren die meisten Einzelhändler in Form von Umsatzrückgängen. Die Geschäfte beziehungsweise die Tankstelle an der Münchner Straße sind selbstverständlich am stärksten betroffen. Sie klagen über Einbußen bis zu 50 Prozent. Die Mieten und sonstigen Kosten laufen unvermindert weiter. Bisher sieht noch kein Geschäftsinhaber seine Existenz akut bedroht, da noch niemand in die Verlustzone gerutscht ist. Gewinne lassen sich allerdings nicht mehr abschöpfen und das bereits das zweite Jahr in Folge.

In den Ortskernen von Oberhaching und Deisenhofen ist die Lage weniger prekär. Hier liegen die Umsatzeinbußen zwischen 15 und 20 Prozent. Sofern sich das schon jetzt beziffern lässt, da die Bausaison erst begonnen hat. In zwei Dingen sind sich die Gewerbetreibenden einig: Der jetzt entgangene Umsatz lässt sich nicht mehr aufholen. Die Saisonware bleibt liegen und Bestellungen müssen storniert werden. Ferner bemängeln sie die Beschilderung der Umleitungen. Diese sei unzureichend und an den falschen Stellen aufgebaut. Die Kunden aus Grünwald kämen zwar nach wie vor, aus Unterhaching und Taufkirchen sowie München bliebe die Kundschaft weitestgehend aus. „Wenn doch jemand kommt, sind sie gestresst und genervt. Die Kauflaune ist gleich null“, beschreibt Heidi Lang, Geschäftsführerin von „Giuli“, die Stimmung der Kunden. Die Gefahr besteht immer, dass sich die Käufer während der Baustellenzeit eine Alternative suchen und auch nach der Baustellenzeit fernbleiben. Der zunehmende Internethandel wird in schwierigen Situationen als besonders bedrohlich empfunden.

Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigt deutlich, dass sich der Umsatz erst Monate nach der Sperrung wieder eingependelt hat. Doch dann steht meist schon der nächste Bauabschnitt ins Haus. Auf Grund technischer Erfordernisse wird an der Münchner Straße dieses Jahr nur der Abschnitt von der Anschlussstelle bis zur Holzstraße saniert. 2017 erfolgt die Sanierung zwischen der Holzstraße und der Lanzenhaarer Straße. Dieser Teil dürfte laut Bauamtsleiter Gerhard Jäger weniger kritisch werden als der jetzige. Die Kritik der Einzelhändler hinsichtlich der Umleitungsbeschilderung nimmt er auf und wird Verbesserungsmöglichkeiten überprüfen lassen. „Wir sind für konstruktive Kritik dankbar und versuchen, einen Lösungsvorschlag zu finden“, verspricht Jäger. Um die mageren Zeiten bestmöglich zu überstehen, ist die Kreativität der Geschäftsleute gefragt, die durch „Baustellenrabatte“ die Kunden locken. Der Weg nach Oberhaching und Deisenhofen kann sich also doch lohnen, denn das eine oder andere Schnäppchen wartet dort.

Anja Sanhüter

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