Notizen aus dem Gemeinderat Unterhaching

Heißes Wasser für die Geothermie

Die Kommunalwahlen 2014 werfen auch in Unterhaching ihre Schatten voraus: die für Kommunen und Städte wichtigsten Wahlen – neben dem Bürgermeister werden am 16. März in Bayern ja bekanntermaßen auch noch die Gemeinde- sowie die Kreis- und Landräte demokratisch bestimmt – können kommen, In Punkto Wahlleitung ist Unterhaching bestens vorbereitet.

Das Gremium hat den Leiter der Abteilung Sicherheit und Ordnung, Wolfgang Ziolkowski, einstimmig zum Gemeindewahlleiter berufen. Als dessen Vertreter fungiert sein Stellvertreter und Leiter des Ordnungsamtes Sascha Monger.

Auf die beiden Führungskräfte der Verwaltung hat man auch deshalb zurückgegriffen, da die normalerweise für dieses Amt ebenfalls in Frage kommenden Bürgermeister sowie Mitglieder des Gemeindegremiums im Frühjahr 2014 entweder selbst zur Wahl stehen oder alternativ Beauftragte eines Wahlvorschlags sind respektive bereits eine Aufstellungsversammlung geleitet haben oder leiten werden. Bliebe laut Bürgermeister Wolfgang Panzer, der dieses Thema in besagter Sitzung vortrug, einzig und allein der 3. Bürgermeister Thomas Jäger übrig. Offenbar scheint sich der langjährige FDP-Gemeinderat noch nicht endgültig entschieden zu haben, ob er für die neue Legislaturperiode erneut zur Verfügung steht. Allerdings will Jäger auf jeden Fall für den Kreistag kandidieren, so dass auch er für dieses Amt nicht in Frage kam. 

Da für gewöhnlich die Mitarbeiter der Verwaltung – eben mit Ausnahme derjenigen, die der Verwaltung vorstehen, sprich die jeweiligen Bürgermeister und deren Stellvertreter – nicht gewählt werden müssen, eignen sie sich für dererlei Ämter natürlich am besten. Die Berufung von Ziolkowski und Monger war schließlich reine Formsache, der Leiter der Abteilung 4 bedankte sich anschließend bei den Ratsmitgliedern für „das entgegengebrachte Vertrauen“ und ließ wissen, dass seine Tätigkeit bis zur offiziellen Amtseinführung des neu gewählten Gemeinderatsgremiums und seines Vorsitzenden am 1. Mai 2014 laufe. Da noch in diesem Jahr, spätestens jedoch Anfang nächsten Jahres ein Wahlausschuss gebildet werden muss, bat Ziolkowski darum, dass ihm jede Partei bis zum 17. Dezember jeweils eine Person als Beisitzer benennen möge.

In einer anderen Angelegenheit soll eine bereits in Ansätzen gut funktionierende Kooperation in den kommenden Jahren intensiviert werden: Wie Wolfgang Panzer bekannt gab, wird die im Bereich der Geothermie existierende Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden Unterhaching und Grünwald weiter ausgedehnt. Die Erdwärme Grünwald GmbH plant offenbar mit einem baldigen Einstieg bei der von Unterhaching betriebenen und von Wolfgang Geisinger geleiteten Geoterhmie Unterhaching GmbH & Co. KG.

Im Frühjahr 2012 waren die beiden Gemeinden unter Federführung der jeweiligen Bürgermeister, Wolfgang Panzer auf der einen und Jan Neusiedl auf der Grünwalder Seite, eine auf 25 Jahre ausgelegte Zusammenarbeit eingegangen, von der beide Kommunen bis heute gleichermaßen profitierten: Von der Grünwalder Bohrstelle nahe des Gut Laufzorns wird seitdem ein Teil des heißen Wassers über eine mehr als fünf Kilometer lange Leitung zum Unterhachinger Geothermiekraftwerk befördert, um dort vorübergehend auftretende Engpässe auszugleichen. 

Grünwald verfügt über genügend und zudem bis zu 170 Grad heißes Wasser, Unterhaching hat bisweilen Bedarf und fördert aufgrund der im Vergleich zu Grünwald zumindest im Hinblick auf die geothermischen Voraussetzungen weniger optimale Lage ohnehin nicht ganz so heißes Wasser zu Tage. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Zusammenarbeit in Punkto Auslastung sowie Technik und Betriebsführung noch weiter auszubauen. 

Obwohl die Zusammenarbeit bereits gut funktioniert und die Chemie passt, scheint sowohl in Unterhaching als auch Grünwald durchaus noch Luft nach oben zu sein: Beide Gemeinden haben viel Geld in die Gewinnung von Strom und Wärme aus geothermischen Energien gesteckt – bei Grünwald sind es rund 150 Millionen, beim deutschen Geothermie-Pionier Unterhaching immerhin auch gut 100 Millionen Euro – und können derzeit noch keine oder zumindest keine nennenswerten Gewinne verbuchen. 

2012 verbuchte die Erdwärme Grünwald beispielsweise ein operatives Defizit von 3,7 Millionen Euro, für das noch laufende Jahr wird mit einer ähnlich hohen Fehlsumme gerechnet. In der Nachbargemeinde Unterhaching dürfte es diesbezüglich nicht viel besser aussehen: hier wird wohl noch einiges heißes Wasser unterirdisch durch das Münchner Voralpenland respektive oberirdisch den Hachinger Bach herunter fließen, bis die Einnahmen ein Niveau erreichen, welches Anlass dazu gibt, überhaupt erst von einer Amortisierung der hohen Investitionskosten zu sprechen. Getreu dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark“, wie stark, wird sich weisen, wenngleich belegbare und nachprüfbare Ergebnisse wohl erst in einigen Jahren zu erwarten sein werden. - ja -

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