Kunstvolle Holzfiguren am Wolfschneiderhof wurden eingeweiht

Bauer und Bäuerin suchen Namen

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Suchen noch einen Namen – das hölzerne Bauernpaar am

Eine ganz neue Art der Begrüßung erfahren im wahrsten Sinne des Wortes Fußgänger und Autofahrer, die von Süden her auf der Münchener Straße nach Putzbrunn unterwegs sind: Ein Bauernpaar aus massivem Eichenholz steht an der Kurve im Garten des Wolfschneiderhofs.

Die neue Hof-Chefin wiegt stattliche 800 Kilogramm, ihr gleich großer Gatte ebenso viel. „Erst haben wir gedacht, die werden nur um die 450 Kilo schwer, aber bei so großen Figuren aus so einem feinen Holz, da kann es schon nach oben gehen“, so Anton Schwarzauer, Schnitzkünstler und Landwirt aus dem Kreis Maisach, der die eindrucksvollen Bauersleute geschaffen hat. Die Einweihung der neuen „Wächter“ am Hof fand am vergangenen Samstag – ohne Regen – durch die segnenden Worte von Pfarrer Helmut Fried von St. Johannes in Anwesenheit von gut 100 Gästen statt. Die freuten sich nicht nur über die tollen Figuren, sondern auch über die Brotzeit und die Musik im Garten und den gemütlichen Innenräumen.

Auszogene hat es gegeben oder deftige Leberwurst, Kaffee und Bier vom Fass. Die Bauersleute mit einer Tracht aus dem späten 19. Jahrhundert haben das quasi nur am (Weges-)Rande mitbekommen. Denn sie stehen mit dem Rücken zum Hof, immer den Kirchturm von St. Johannes im Blick. Taufkirchens Ex-Bürgermeisterin Angelika Steidle hat den Holz-Künstler vermittelt. Er war schon Schöpfer der Schildkröte bei der Kinderbetreuung „Tranquila Trampeltreu“. „Vier Monate habe ich etwa gebraucht, um aus dem Holz, das bei mir gelagert war, die Figuren zu schnitzen“, so Toni im Gespräch mit HALLO. Der Vereinsvorsitzende Helmut Rösch bestätigt, dass es vor allem wichtig war, die authentische Tracht der damaligen Zeit in dieser Umgebung zu bestimmen. Und so entstand ein wirklich zeitloses Kunstwerk, das an die bäuerlichen Ursprünge der heutigen Großgemeinde erinnert. „Dauerhaft“, hoffen Rösch und Schwarzmann unisono mit Blick auf die 2,50-Meter-Figuren. Und über den Verdienst für den Künstler wird freilich nicht geredet. Aber Rösch, im feinen Frack betont: „Wir haben freilich erst vor Ort geschaut, wer das machen kann. Nur: Der eine hatte sich kurz vor Auftragsvergabe eine Verletzung zugezogen, der andere war zeitlich gebunden. Da war der Tipp von Angelika Steidle genau richtig.“

Vor Ort waren alle bestens gelaunt: Der Schnitzer-Toni auch, weil er sich auf seine Heirat am 28. Oktober freut. Und Helmut Rösch freut sich auf regen Wettbewerb, denn noch haben Herr und Frau Bauer keinen Namen – eine Versteigerung soll stattfinden: Wer einen Namen anbietet für einen Preis, den er zahlen will, der bekommt – je nach Höhe – den Zuschlag. Mehr Infos wird es unter www.wolfschneiderhof.de geben.

Oliver Oswald

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