Der Naturfreund mit Erfindergeist

Nachruf Hubert Klingsbögl – 200 Sauerlacher verabschiedeten sich

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Vor fünf Jahren stellte Hubert Klingsbögl (r.) im Heimatmuseum Arget seine „Nagelsammlung“ vor. Von 2004 bis 2013 war er Vorsitzender des Fördervereins, hier mit seinem Nachfolger Simon Kastenmüller, der das Amt bis 2016 versah.

Es sollte eine zweitägige Bergtour werden, doch für Hubert Klingsbögl endete sie am 25. August mit einem tödlichen Unfall. Jetzt nahm die Gemeinde Sauer­lach bewegt Abschied. Gut 200 Freunde und Vereinskameraden erwiesen dem 82-Jährigen die letzte Ehre, standen der Familie bei. Begleitet von den Argeter Bläsern hielt Dekan Josef Steinberger die Trauer­feier.

Geblieben ist von Hubert Klingsbögl eine Fülle von Erinnerungen an einen gütigen Mann, der ein erfülltes Leben hatte, nie ernstlich krank war und geprägt von der Liebe zu Familie und Natur war. Sein Sohn Hubertus, die Schwiegertochter und seine zwei Enkel wohnten in Sauerlach im gleichen Haus. 55 gesegnete Ehejahre verbanden ihn mit Gattin Josefa, die seine Faszination für die Bergwelt teilte. Es mögen über 100 Gipfel sein, die Hubert Klingsbögl bestiegen hat, stets unverletzt. Darunter sogar der höchste Berg der Alpen: „Den Mont Blanc haben die beiden damals gemeinsam erklommen“, weiß der Sohn. 

Seine letzte Tour am Königssee sollte für Hubert Klingsbögl tragisch enden. Gemeinsam mit zwei langjährigen Bergkameraden machte sich Klingsbögl am 25. August auf zu einer zweitägigen Tour. Es ging Richtung Gotzenalm im Berchtes- gadener Land. Ein unglücklicher Ausrutscher genügte für einen Sturz, der tödlich endete. „Es war ein tragisches Unglück“, sagt Sohn Hubertus. Was jetzt bliebe, sei die Erinnerung an einen großartigen Menschen. „Ein liebevoller, guter Vater, Ehemann und Opa“, sagt sein Sohn. „Es war uns Trost und auch Freude zu sehen, dass so viele Sauerlacher meinen Vater auf seinem letzten Weg begleitet haben.“ 

Als jüngster von drei Söhnen wurde Hubert Klingsbögl am 29. Mai 1937 in Miesbach geboren. Der Bub wuchs auf einem Bauernhof nahe Irschenberg auf. 1964 wurde er Sauerlacher und war gern in der Gemeinde aktiv, etwa als Gründungsmitglied der Unabhängigen Bürgervereinigung (UBV). Für sie kandidierte er zweimal als Gemeinderat. Schon Vater Josef war Bürgermeister in Irschenberg gewesen. Langeweile war für Hubert Klingsbögl ein Fremdwort. Ein Gartenmensch war er allerdings nicht. Dessen Pflege überließ er den berufenen Händen seiner Josefa. 

Er war Tüftler und voller Erfindergeist, schon immer gewesen. Entsprechend die berufliche Laufbahn: Maschinenschlosser-Lehre bei der BayWa in Holzkirchen, Flugzeugwartung in München-Riem, Ingenieurstudium, ab 1963 bis zum Ruhestand Konstrukteur bei Bölkow in Ottobrunn, heute Airbus. „Bis vor etwa 20 Jahren war mein Vater auch begeisterter Segelflieger“, erzählt der Sohn. Vereinsmäßig organisiert in der Flugsportgruppe Bölkow in Neubiberg, Bad Tölz und Vogtareuth. Und statt Briefmarken oder Münzen sammelte er Nägel in jeder Form und Länge. „Seine Sammlung zählte über 1000 verschiedene Exponate“, erzählt Sohn Hubertus und lächelt. Sein Vater schrieb gar ein Buch zum Thema, 200 Seiten stark: „Der Nageleinschlag von Nägeln eines Jeden“, so der Titel. 

Des Vaters „Nagelschau“ war sogar einmal Teil einer Sonderausstellung im Heimatmuseum in Arget. Augenzwinkernd und humorvoll erklärte Hubert Klingsbögl dort den Besuchern sein Werk. Im Museum selbst kannte er jeden Winkel. Er war Gründungsmitglied des Fördervereins und von 2004 bis 2013 dessen Vorsitzender. Ein Mann der ersten Stunde. Bis zuletzt brachte er sich im historischen Ensemble an der Holzkirchener Straße ein. Seine letzte Ruhestätte fand Hubert Klingsbögl jetzt auf dem Alten Friedhof in Sauerlach.

KRB

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