Mehr Platz für Gräber

Einstimmig hat der Unterhachinger Bauausschuss dem neuen Begrünungskonzept für den Friedhof am Oberweg zugestimmt: Danach sollen nur noch 14 Bäume gepflanzt werden, um mehr Platz für Gräber zu schaffen. 12.000 Euro will die Gemeinde heuer für die Maßnahme investieren.

Weniger Bäume, mehr Platz für Gräber: Das ist das neue Begrünungskonzept für den Unterhachinger Friedhof. Nachdem der Umweltausschuss im Herbst 2010 beschlossen hatte, 25 Robinien und 13 Birken wegen „fehlender Verkehrssicherheit“ fällen zu lassen (HALLO berichtete), machte sich das Bau- und Umweltamt daran, einen grundlegend neuen Plan für die Grüngestaltung des Friedhofs am Oberweg auszuarbeiten. Ergebnis: Es sollen nur noch 14 Bäume nachgepflanzt werden, wobei an zwei Arten gedacht ist – Säuleneichen und schlanke Hainbuchen. Die Zahl der Gräber hingegen soll aufgestockt werden. Wer gehofft hatte, dass die neue Anlage weitgehend dem waldartigen Charakter der früheren entsprechen werde, den musste Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD) jedoch enttäuschen: „38 Bäume werden wir nicht nachpflanzen können, da zu wenig Platz vorhanden ist“, teilte er den Mitgliedern des Bauausschusses in der jüngsten Sitzung mit. Auf Grund der räumlichen Enge ergäben sich „einige Sachzwänge“, wie Matthias Schöps vom Bau- und Umweltamt ausführte. Da sich in den Sektionen 4 und 6, ehemals „Robinienallee“, Nischengräber befinden, würde an dieser Stelle eine Nachbepflanzung keinen Sinn machen: „Zum einen ist durch die noch bestehende Vegetation zu wenig Platz vorhanden, zum anderen würde der Zugang zu den Nischengräbern durch die Bäume erschwert werden.“ In den Sektionen 2 und 3, der früheren „Birkenallee“, seien die Verhältnisse zwar etwas besser, man müsse jedoch auch dort Vorsicht walten lassen, gab Schöps zu bedenken: Auch hier seien nur Nischengräber, „die nicht viel Bodenraum für eine Nachpflanzung zulassen.“ Zudem verliefen in der nordöstlichen Ecke dieses Bereichs Kanalschächte. Als geeignet nannte er den südlichen Teil der Sektionen 5 und 7 sowie 18 und 20. Der Sorge darüber, dass die einst von üppigem Baumbestand gekennzeichnete Anlage nunmehr ein wenig trostlos aussehen könne, begegnete der Rathauschef mit dem Hinweis: „Wir haben eben einen Friedhof und keinen Park. Je weiter die Gräber fortschreiten, desto mehr werden wir in den Wurzelbereich eingreifen müssen.“ Es sei unsinnig, Bäume in großer Zahl zu pflanzen, um sie in fünf Jahren „wieder rausreißen zu müssen, weil neue Gräber kommen“. Diesem Umstand müsse das neue Bepflanzungskonzept Rechnung tragen.“ Franz Felzmann (CSU) regte an, dem Beschluss zuzustimmen: Es sei zwar bedauerlich, dass der „alte Charakter“ nicht mehr in vollem Umfang gegeben sei, es gebe aber keine Alternative. Für 2011 ergeben sich Panzer zufolge Kosten in Höhe von 12.000 Euro. Insgesamt sind im Haushaltsplan 140.000 Euro für die Maßnahme eingeplant. – sal –

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