Die Tiger und Bären wollen weitermachen

Kooperation der Von-Aychsteter-Grundschule Sauerlach und des Förderzentrums geistige Entwicklung Unterhaching

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Ziehen in der Partnerklasse an einem Strang: Kinder der Grundschule Sauerlach und des Förderzentrums geistige Entwicklung arbeiten von der ersten bis zur vierten Klasse zusammen.

Inklusion durch Kooperation: Die 4b der Grundschule ist eine Partnerklasse, Kinder des Förderzentrums geistige Entwicklung Unterhaching sowie Kinder der Von-Aychsteter-Grundschule lernen teils gemeinsam. Aber ab dem Sommer, mit Ende der vierten Klasse, droht das Projekt auszulaufen.

„Durch diese Klassenform hat meine Tochter Kaya mehr Verständnis für besondere Menschen entwickelt und weiß, dass sie ein ganz normaler Teil unserer Gesellschaft sind“, sagt eine Mutter. Ihr Kind geht in die Partnerklasse der Von-Aychsteter-Grundschule in Sauerlach. Partnerklasse bedeutet, dass Grundschulkinder zusammen mit Kindern lernen, die einen Förderdarf haben. Die acht Buben und Mädchen mit Förderbedarf heißen hier Bärenkinder, ihre 23 Mitschüler sind die Tiger. „Wo es geht, machen wir so viel Unterricht zusammen, wie möglich“, erklärt Susanne Gärtner, Studienrätin im Förderschuldienst am Förderzentrum.

Es gibt zwei Klassenzimmer mit einer Verbindungstür. Gemeinsamer Unterricht ist im größeren Raum der Regelschüler. Wenn alle Kinder lernen, werden sie von mehreren Betreuern unterstützt: neben Gärtner noch von der Grundschullehrerin Andrea Bachmaier, der Kinderpflegerin Susanne Wirbka-Hlawon und einer Schulbegleiterin vom Förderzentrum. Zwei Bildungseinrichtungen machen hier gemeinsam Schule. Deren Leiterinnen, Astrid Langwieder aus Sauerlach und ihre Unterhachinger Kollegin Angelika Kuchler-Mauerer, stehen engagiert dahinter. „Die Eltern müssen aber mitziehen und sich bewusst für die Partnerklasse entscheiden“, sagt Langwieder. Die Vorteile lägen für beide Seiten auf der Hand: „Meine Bärenkinder lernen viel schneller und versuchen, sich viel von den Tigern abzuschauen“, beobachtete Susanne Gärtner. Aber auch die Regelschüler profitieren von dem gemeinsamen Unterricht. Sie erhalten mehr Sozialkompetenz und lernen Hilfsbereitschaft und Offenheit für andere. „Jetzt nach vier gemeinsamen tollen Jahren gibt es für meinen Philip keinen Unterschied zwischen Bären- und Tigerkindern. Er sagt, es sei doch egal, wie jeder ist und was er kann. Von Herzen sei jedes Kind gleich“, bestätigt eine Tiger-Mutter. „Eine Win-Win-Situation“, betont auch Schulleiterin Langwieder. „Mit Sicherheit ist der größte Erfolg der Partnerklasse, dass die Kinder sehen, wenn jemand Hilfe braucht und diese auch ganz selbstverständlich anbieten“, sagen andere Eltern der Partnerklasse. Für die Regelschüler gelte trotzdem der gleiche Lehrplan wie in den anderen vierten Klassen. Es würden auch die gleichen Proben geschrieben, das Leistungsniveau sei identisch. „Ich halte die Partnerklasse für die perfekte Form der Inklusion“, beteuert Kuchler-Mauerer. Das sehen auch die Eltern von Förderkindern so. „Wir und unsere Kinder hatten das Gefühl, willkommen zu sein. Ich freue mich sehr, dass die Schule wieder eine Partnerklasse haben will, für die Kinder ist es ein riesiger Gewinn“, so eine Mutter.

Eltern, die ihre Kinder im April für die erste Jahrgangsstufe der Friedrich-von-Aychsteter-Grundschule anmelden und an einer Partnerklasse interessiert sind, sollten dies explizit angeben. Eltern mit Förderkindern, die überlegen, ob ihr Sohn oder Tochter für die Partnerklasse geeignet sind, bekommen im Förderzentrum Unterhaching weitere Informationen: E-Mail-Kontakt infos-schulleitung@fzge-unterhaching.de oder telefonisch unter der Rufnummer 665099601.

Kathrin Kohnke

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