Antrag auf Verzicht von Pestiziden gescheitert

Initiative Lebenswertes Taufkirchen (ILT) scheitert mit Antrag in der Gemeinde

Die Initiative Lebenswertes Taufkirchen (ILT) setzt sich für ein Pestizidverzicht und mehr Biodiversität in der Gemeinde ein. Dafür stehen (von links) Renate Meule, Edith Hirtreiter und Beatrice Brückmann.
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Die Initiative Lebenswertes Taufkirchen (ILT) setzt sich für ein Pestizidverzicht und mehr Biodiversität in der Gemeinde ein. Dafür stehen (von links) Renate Meule, Edith Hirtreiter und Beatrice Brückmann.

Im Gemeinderat haben CSU-Fraktion und Freie Wähler (FW) geschlossen gegen einen Antrag der ILT gestimmt. Darin hatte die „Interessengemeinschaft für ein lebenswertes Taufkirchen“ den Verzicht von Pestiziden in der Gemeinde gefordert und für mehr Biodiversität plädiert. Der Antrag unterlag mit zehn zu zwölf Stimmen und löste eine kontroverse Diskussion aus.

„Für viele Tier- und Pflanzen- arten im öffentlichen Raum sind Pestizide ein Verhängnis, denn nicht nur die unerwünschten Wildkräuter und Insekten werden beseitigt, sondern auch Honigbienen, Schmetterlinge und Fledermäuse“, argumentierte Edith Hirtreiter (ILT) in dem Schreiben. Gründe für das Schwinden der Artenvielfalt seien auch in einer intensiven Landwirtschaft und Monokulturen zu suchen. „Siedlungsgebiete sind dann oft die letzten Rückzugsorte für bedrohte Arten“, so Hirtreiter. Kommunen könnten Verantwortung für den Artenschutz übernehmen, indem sie bei der Flächenpflege keine Pestizide einsetzten. „Unser Anliegen ist doch für alle Menschen in der Gemeinde wichtig“, betonte Edith Hirtreiter. Alternativen zur Chemiekeule seien vielfältige mechanische und thermische Verfahren. Im Antrag fordert die ILT daher unter anderem, dass die Gemeinde auf den kommunalen Flächen auf Pestizide verzichtet. Auch private Dienstleistungsunternehmen, die den Auftrag zur Pflege öffentlicher Flächen enthalten, sollten künftig darauf verzichten. Auf der anderen Seite sollten Bienen- und insektenfreundliche Blühflächen oder Projekte gefördert werden.

Dem Einwand von Bauamtsleiterin Isabelle Vollmar, der gemeindliche Bauhof verwende bereits nur Wasser, mochte Beatrice Brückmann (ILT) nicht folgen; sie glaubt in Alttaufkirchen anderes beobachtet zu haben. Außerdem ziele der Antrag nicht nur auf den Bauhof ab: Auch in Kleingärten fänden noch zu viele Insektizide und Herbizide Verwendung.

Maximilian Löffelmeier (CSU) fragte indessen nach Alternativen bei der landwirtschaftlichen Nutzung von Ackerflächen. Er sei froh, dass in der konventionellen Landwirtschaft kein Kupfer mehr benutzt werde (Anmerk. d. Redaktion: Das Schwermetall galt bis Mitte der 1970er- Jahre als gängiges Antipilzmittel im Biolandbau, Altlasten im Boden gibt es teils bis heute). Er wolle mit dem Beschluss nicht in dieses Zeitalter zurückkehren, so Löffelmeier. Ursula Schulze (FDP/FWG) hingegen forderte die Mitverantwortlichkeit der Landwirte ein, so wie Brückmann auch. Glyphosat, im Jahr 1974 auf den Markt gebracht, sei heute im Grundwasser, Bier und sogar der Muttermilch nachweisbar.

Anton Almer (FW) hingegen relativierte und beteuerte sein Vertrauen in die Eigenverantwortung der Bürger. „Die Leute wissen doch selbst, was für sie gut ist“. Rückendeckung erhielt die ILT aber von Grünen-Sprecher David Grothe. „Unsere Fraktion unterstützt den Antrag!“ Er sähe es als Grundsatzentscheidung und als wichtiges Zeichen an, wohin die Gemeinde zukünftig will. Das abschließende Votum konnte die ILT nur enttäuscht zur Kenntnis nehmen.

krb

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