„Ich möchte Kinderlachen auf meinem Acker“

Im Familiengarten in Unterhaching können Familien Gemüse anbauen

Pflanzenaufzucht an Palettenregal
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Ein engagierter Teilnehmer am Projekt Familiengarten in Unterhaching baute aus Paletten ein Gewächshaus, dass zur Frühaufzucht genutzt werden kann.
  • vonIris Janda
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Im Familiengarten in Unterhaching können kinderreiche Familien kostenlos Beete bepflanzen. Die Vergabe findet jährlich neu statt.

Schon seit Anfang April wird im Familiengarten in Unterhaching geackert – und nun gibt es auch einen Wasseranschluss auf dem Gelände. Das erleichtert Familie Diepold, die das Projekt auf ihrem Acker ins Leben gerufen hat, die Arbeit. Denn schnell hat ich gezeigt: Für zarte Pflänzchen wird viel Wasser gebraucht. „Mein Mann und mein Sohn haben das Wasser bisher mit einem selbstgebauten Anhänger-Tanksystem in die auf dem Acker befindlichen Tanks gepumpt“, erklärt Initiatorin Elfi Diepold. Ihr großer Dank gilt daher der Gemeinde Unterhaching, die schnell und unkompliziert den Anschluss einer Gartenwasserleitung genehmigt haben.

Auf dem Grundstück am Ende des Finsinger Wegs war die vergangenen fünf Jahre der Krautgarten der Unterhachinger Grünen beheimatet. Dort wurde gemeinsam gegartelt und geerntet, nach biologischem Anbau. Das gemeinsame Garteln und auch der Bio-Anbau bleiben, doch Diepold wollte mit dem neuen Projekt den Fokus auf Familien legen. Ihr Ziel: „Ich möchte Kinderlachen auf meinem Acker hören.“

Seit 9. April sind 18 Familien und Alleinerziehende mit insgesamt 39 Kindern auf dem Gelände aktiv. Das Angebot ist für die Familien unentgeltlich, alle Kosten, zum Beispiel für das Wasser, übernimmt Familie Diepold. Jeder ist für circa 12 Quadratmeter große sein Beet selbst zuständig und verantwortlich. Die Vergabe findet jährlich statt. Deshalb kann auf dem Bett nur einjähriges Gemüse gezüchtet werden. Außerdem gibt es auch gemeinschaftliche Flächen wie Erdbeerbeete und Beerensträucher. Diese Gemeinschaftsflächen werden zusammen gepflegt und jeder darf davon ernten.

Nach rund einem Monat Betrieb zieht die Unterhachingerin ein positives Fazit: „Jetzt ist Leben drauf!“ Und die Familien zeigen bereits vollsten Einsatz. So haben zwei Familiengärtner alte Kartoffelsorten angepflanzt und ein besonders engagierter Teilnehmer hat sogar aus alten Paletten eine Art Frühbett-Gewächshaus gezimmert. „Dieses hat sich zur Anzucht der Pflanzen wegen des kalten Wetters im April als enorm als nützlich erwiesen“, zeigt sich Diepold begeistert.

Künftig sollen außerdem ein Familienplatz und eine kleine Grillmöglichkeit entstehen. Auch zwei Imker sowie ein Fuchsbau haben auf dem Gelände Platz gefunden. Damit Bienen und Co. nicht gestört werden, wurden spezielle Achtsamkeitszonen mit roten Flaggen für die Kinder markiert.

Gerade die Lerneffekte für die Kleinen stehen für Elfi Diepold im Vordergrund. „Die Kinder gelangen so zu der Erkenntnis, das Karotten nicht im Supermarkt in der Folienverpackung wachsen, sondern mit viel Liebe und Arbeit gezüchtet und gepflegt werden müssen“, verdeutlicht Diepold. Es freue sie, dass sie gerade in der aktuell besonders für Familien belastenden Zeit, eine Möglichkeit schaffen konnten, dass diese die Alltagssorgen ein wenig beiseite schieben können. Jetzt bleibt ihr nur noch ein Wunsch: „Ich hoffe die Schnecken haben Gnade mit uns!“

ija

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