Heimatverbunden und weltoffen gleichzeitig

Einen Abend lang stand die Unterhachinger Jugendkulturwerkstatt im Rampenlicht zahlreicher Aktivitäten: Dort präsentierten die Heranwachsenden die Ergebnisse der Aktionstage „mei world“ – eine bayerisch-englische Wortschöpfung, die zeigen soll, wie sich Heimatverbundenheit und globaler Anspruch miteinander verbinden lassen. Über die Geheimnisse von „Stencil Art“, bei der verschiedene Materialien mittels Kreativtechniken besprüht werden, wissen Stephan Siering (l.) und Robert Drozkowski aus München nach den „Kultour“-Tagen des Kreisjugendrings München Land inzwischen bestens Bescheid. Foto: sal

Einen Abend lang stand die Unterhachinger Jugendkulturwerkstatt im Rampenlicht zahlreicher Aktivitäten: Dort präsentierten die Heranwachsenden die Ergebnisse der Aktionstage „mei world“ – eine bayerisch-englische Wortschöpfung, die zeigen soll, wie sich Heimatverbundenheit und globaler Anspruch miteinander verbinden lassen. Insgesamt sind auf diese Weise zehn „Kultouren“ im Landkreis zustande gekommen.

Dichtes Gedränge herrscht in dem Gebäude mit der Bar, den bunt bemalten Wänden, der Sofaecke und den vielen Räumlichkeiten zum kreativen Gestalten. Es ist spät am Abend, immer wieder öffnet sich die nahezu schalldichte Tür zum Tonstudio im Kellergeschoss. Einige drängen sich an die E-Gitarre, andere ans Schlagzeug oder an das Mikrofon, vor dem die Rapper ihren Auftritt haben. Wie lässt sich am eigenen PC eine professionelle Ton-Sequenz erzeugen? Wie ein kerniger Bass-Sound elegant mit Streicher-Passagen unterfüttern? Mit Turnschuhen und Kapuzen-Pulli steht Daniel Kizilirmak, Pädagoge beim „Kreisjugendring München-Land“ (KJR), neben dem Keyboard und klärt den 18-jährigen Julian über die Feinheiten der Software „Guitar Rig“ auf, über die sich virtuelle Verstärker-Sequenzen gestalten lassen. Ob der eher kratzige „Alternative Crunch“, der sich so bedrohlich wie der Name anhörende „Black Angus“ oder der durchgedrehte „Crazy Randy Chorus“: Schwupps bekommt Julians für E-Gitarre komponierter Song einen völlig neuen Drall, driftet vom Melodischen ins Rhythmische. „Hey, das ist super“, schwärmt der Heranwachsende angesichts der völlig neuen Klangfarben, die der Synthesizer unter seinen Fingern hervorzaubert. Ein besonderer Anlass hat ihn und die anderen aus dem Landkreis sowie aus der Landeshauptstadt in das Jugendkulturzentrum an der Oskar-von-Miller-Straße in Unterhaching geführt: Die Ergebnisse der unter dem Namen „mei world“ laufenden „jugend / kult / tour“, an der die Teilnehmer seit Wochen werkeln, wurden dort einen Abend lang präsentiert. Ob Arbeitsgruppen zu speziellen Themen wie Porträtfotografie, „Kunst aus Seide“, „Kultur im Herbst“ oder die „Kreativtage in der Bluebox“: Insgesamt zehn „Kultouren“ haben die Jugendlichen in verschiedenen Landkreis-Gemeinden wie Kirchheim, Haar, Unterhaching oder Ottobrunn auf diese Weise erarbeitet. Bei dem Videoworkshop „Darum bin ich – Der Film zeigt, was in dir steckt“ konnten sich die Jugendlichen vor oder hinter die Kamera begeben und sich als Regisseure betätigen, und beim „Bass Day Munich“ konnten die Musiker unter den Teilnehmern ihre Fertigkeiten an dem Saiteninstrument ausbauen. Dass der KJR das bayerisch-englische Motto „mei world“ gewählt hat, war alles andere als ein Zufall. „Es ging uns darum zu zeigen, wie man heimatverbunden und gleichzeitig weltoffen sein kann. Wir wollten einen bayerischen Bezug und einen globalen Anspruch vermitteln“, umreißt Markus Fink, Leiter der regionalen Jugendarbeit des KJR, die Zielsetzung der Projekttage. Ergeben habe sich der Titel nach einer Umfrage über Facebook. Weitere Höhepunkte des Abends waren Live-Auftritte der Bands „Sally’s Pink Toothbrush“ aus Unterhaching, „Zyphos“ aus Gräfelfing und ein Auftritt der Solokünstlerin Sarah aus dem Jugendkulturhaus in Haar. – sal –

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