Gefährliche Bushaltestelle

Halt der Buslinie 244 in Sauerlach besorgt Eltern

+
Christine Wimmer ist mit dem Bushalt an der Waldsiedlung Lanzenhaar der Linie 244 gar nicht glücklich.

„Die Bushaltestelle in Richtung Sauerlach ist momentan eine Katastrophe.“ Christine Wimmer ist dreifache Mutter und entsetzt über die derzeitige Situation entlang der Linie 244 auf Höhe der Waldsiedlung im Sauerlacher Ortsteil Lanzenhaar. Grund: Die Kinder aus der östlich der Bundesstraße 13 gelegenen Siedlung müssen die Bundesstraße überqueren, um morgens ihren Schulbus zur Grundschule zu erreichen. Jetzt haben die Eltern aus der Not eine vorübergehende Tugend gemacht und agieren im Wechsel als morgendliche Schulweghelfer für ihre Kleinen. Eine Querungshilfe wie am nördlichen Lanzenhaarer Bushalt soll auch weiter südlich an neuem Standort kommen – wenn die Staatsforsten mitspielen.

„Ein auf Dauer unhaltbarer Zustand“, finden Wimmer und weitere besorgte Eltern aus der Waldsiedlung. Noch bis zur Fahrplanumstellung hatte der Schulbus auf der Ostseite gehalten und die Kinder über Otterloh nach Sauerlach gebracht. Doch nach der Umstellung wird auch Lanzenhaar und die Grundschule fest durch den 244er angefahren. Problem nur: Eine Querungshilfe für die Kleinen über die massiv befahrene Bundesstraße gibt es hier nicht — und wird es nach Informationen aus dem Rathaus auch künftig nicht geben können. Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt Sauerlachs Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV): „Die Bundesstraße ist vor Ort für die baulichen Vorschriften einer baulich installierten Querungshilfe mit Mittel-Aufstellfläche zu schmal.“ Grundstücksflächen am Rand könne die Gemeinde hier wegen privater Wohnbereiche an den Rändern nicht hinzugewinnen. Man will laut Bogner aber die Eltern und die Kinder nicht im Regen stehen lassen. Zur Not werde man eine neue Haltestelle einrichten. Derzeit scheint aber noch guter Rat teuer, wo das Ganze entstehen soll. Eine erste Standortalternative weiter südlich beim Sauerlacher Stützpunkt des Münchner Straßenbauamtes wurde aus verkehrlichen Gründen laut Bogner „endgültig wieder verworfen“. Derzeit favorisiere man stattdessen eine Verlegung des Haltepunktes samt neuer Querungshilfe weiter nach Norden auf den Bereich der fünf Forsthäuser. Problem hier. Der notwendige Freiraum ist hier zwar vorhanden. Doch das Terrain gehört den Staatsforsten. Bogner versichert, man werde in Kürze mit den Staatsbetrieben das Gespräch suchen, um „die notwendigen paar Quadratmeter zu bekommen“. Der Bauausschuss im Gemeinderat habe jedenfalls seine Zustimmung signalisiert.

Eltern-Vertreterin Christine Wimmer ist von der Planung zwar nicht begeistert. „Aber es hilft ja nichts, wenn sonst keine Verbesserung möglich ist.“ Ihr wäre eine Ampel- lösung „viel lieber“. Doch das werde wohl nie klappen, weiß sie. Auch eine Rückkehr zur alten Art der Abholung auf Seiten der Waldsiedlung und am alten Haltepunkt kommt nicht in Frage. „Wir sind ins ÖPNV-Netz eingebunden und haben da keinen Einfluss“, weiß Bogner. Einen Zeithorizont für die möglichen Umbauten bei den Forsthäusern vermag die Rathauschefin nicht abzuschätzen. „Die Eltern müssen die Kinder halt einfach noch zum Bus bringen.“ Genau das tun die Angesprochenen derzeit bereits. „Aber das ist keine Dauerlösung“, beharrt Wimmer. „Auch für Senioren ist die derzeitige Haltestellenregelung keine taugliche Alternative. Mit Rollator haben die Älteren doch hier keine Chance.“ Fertig mit ihrer Kritik ist die Anwohnerin aber noch nicht. „Die Fahrzeiten des 244ers sind ebenfalls sehr unlogisch und auf die Schulkinder mittags überhaupt nicht abgestimmt“, schimpft sie. Zwar könnten die Kleinen dann auf der Seite der Waldsiedlung aussteigen. Aber bei der Grundschule hätten die Kinder nach Schulschluss 45 Minuten auf die Verbindung nach Hause warten müssen. Immerhin würden hier jetzt Kleinbusse der Gemeinde eingesetzt. „Nachdem wir Eltern uns bemerkbar gemacht haben.“ Gleiches tun sie jetzt beim Thema Bushalt Waldsiedlung. Schließlich will man eine echte Katastrophe vor Ort vermeiden.

Harald Hettich

Auch interessant:

Mehr zum Thema:

Meistgelesen

Gemeindliches Neubauprojekt am Riegerweg in Taufkirchen
Gemeindliches Neubauprojekt am Riegerweg in Taufkirchen
Unterhachinger Lese-Labsal
Unterhachinger Lese-Labsal
Schulbegleiter an der Grundschule Taufkirchen
Schulbegleiter an der Grundschule Taufkirchen
Aktionswoche umweltfreundlicher Verkehr
Aktionswoche umweltfreundlicher Verkehr

Kommentare