„Großartige Mannschaftsleistung“

Die Generali Sportarena am Utzweg bildete zum zweiten Mal die eindrucksvolle Kulisse für den Neujahrsempfang der Gemeinde Unterhaching. Bürgermeister Wolfgang Panzer garnierte seine Rede heuer mit einer ganzen Reihe von Zitaten und legte nicht zuletzt auch ein klares Bekenntnis zu verstärkter Bürgerbeteiligung ab. Foto: Charly D

„Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge darauf warten, dass sich andere darum kümmern“, diesen Satz von großer gesellschaftspolitischer Relevanz hat Unterhachings Bürgermeister Wolfgang Panzer auf dem diesjährigen Neujahrsempfang, der am 20. Januar zum zweiten Mal im Foyer der Generali Sportarena am Utzweg stattfand, gesagt; wobei er diesbezüglich keinerlei Anspruch auf Urheberschaft erhob, sondern den großen schwarzen Bürgerrechtler und Friedensnobelpreisträger Martin Luther King zitierte.

In seiner fast 40-minütigen Ansprache bemühte Unterhachings Gemeindeoberhaupt bei seinem erst dritten Neujahrsempfang dieses Mal nicht wie im Vorjahr plastische Bilder – zur Erinnerung, im letzten Jahr befand sich der Jumbo-Jet Unterhaching in einem geordneten Sinkflug – sondern viele Zitate und Appelle sowie nicht zuletzt Sprüche und Weisheiten aus dem Sportalltag. Von Teamleistung und einer bezogen auf das Jahr 2010 „großartigen Mannschaftsleistung“ war hier bei Panzer die Rede. Seine diesbezüglichen Anspielungen bezogen sich aber nicht nur auf die ebenfalls geladenen und in Teilen auch anwesenden Vertreter des Drittligisten Spiel­vereinigung Unterhaching und des international erfolgreichen Volleyballbundesligisten TSV Unterhaching (so waren unter anderem SpVgg-Trainer Klaus Augenthaler, Generali-Haching-Trainer Mihai Paduretu sowie Spieler beider Teams gesichtet worden), sondern auf alle, die geholfen hatten, das vergangene Jahr 2010 vor allem in Sachen Haushalts- und Finanzplanung zu einem versöhnlichen und guten Abschluss zu bringen. Sprich die politischen Vertreter, die „mit Hilfe der Verwaltung bei Einnahmen und Ausgaben gezielt umgesteuert“ haben, die Bürgerinnen und Bürger von Unterhaching, die „die zum Teil schmerzlichen Abgaben- und Gebührenerhöhungen mitgetragen“ haben und nicht zuletzt die Unterhachinger Unternehmen, die „durch solides und kluges Wirtschaften und den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Krise den Grundstein für mehr Wettbewerbsfähigkeit und damit für steigende Einnahmen bei der Gewerbe- und Einkommensteuer gelegt“ haben. Was das alles noch mit dem oben aufgeführten Zitat von Martin Luther King zu tun hat? Sehr viel, denn Panzer wollte so signalisieren, dass es nur mit einer „geschlossenen Mannschaftsleistung“ möglich war, die Nase des noch vor zwölf Monaten im Sinkflug befindlichen Jumbo-Jets wieder in die Höhe zu bekommen und eine unsanfte Landung, schlimmer noch einen Crash zu verhindern – und das alles auch nur, weil man in Unterhaching eben nicht abgewartet, sondern gehandelt hatte. Der Rest der Geschichte respektive von Panzers Neujahrsansprache ist schnell erzählt, denn gut 15 Minuten dauerte die zum Teil namentliche Begrüßung der auch heuer rund 600 bis 700 geladenen Gäste, weitere sieben Minuten verbrachte Unterhachings Bürgermeister mit Dankesworten an all diejenigen, „die aktiv an der positiven Entwicklung von Unterhaching beteiligt sind und waren“ (vor allem an die ehrenamtlich Tätigen, und das sind in Unterhaching fürwahr viele), der Rückblick auf das Jahr 2010 (Stichwort: Team und Mannschaftsleistung) und der Ausblick auf das Jahr 2011 waren Panzer dann immerhin noch knapp 20 weitere Minuten wert. Bürgerinformation und -beteiligung Dem gibt es eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen, außer vielleicht noch die wichtigsten Statements und Zitate aus der Panzerschen Neujahrsansprache von 2011. Der amerikanische Top-Manager Lee Iacocca hat einmal gesagt: „Die einzige Möglichkeit, Menschen zu motivieren, ist die Kommunikation“. Ein gewiss passendes Zitat, wenn man sich in Erinnerung ruft, was sich in Hinsicht Bürgerinformation und -beteiligung 2010 nicht nur in Unterhaching so alles ereignet hat: Aber da Stuttgart 21 und andere bundesweit dominierende Themen in Unterhaching nur am Rande interessieren, seien im Hinblick auf die Relevanz für die Gemeinde die zahlreichen Informationsveranstaltungen zu diversen größeren (Bau-)Projekten wie zum Beispiel der Ortsentwicklung, der Fasanenschule und der Bayersiedlung genannt. „Bürgerinformation löst natürlich – und das haben wir im Jahr 2010 auch deutlich gemerkt – eine rege Bürgerbeteiligung aus. Außergewöhnlich viele Bürgerinnen und Bürger haben sich gerade in der Bauleitplanung intensiv eingebracht. Und das ist gut so!“, hat Wolfgang Panzer in Ergänzung zu Lee Iacocca festgestellt. Wobei das Gemeindeoberhaupt in seiner Rede vor allem das Tauziehen um die Neuerrichtung der Fasanenschule entsprechend aufarbeitete: Hier sei man „in haushaltsrechtlicher Hinsicht mit einem blauen Auge davon gekommen“, mit dem Bau der Schule auf der Stumpfwiese werde 2012 begonnen. Auch aus dem Hickhack um die Schule zog Wolfgang Panzer seine Lehren: „Im Ergebnis stelle ich fest, dass ein Standortwechsel einer Schule sicher immer kontrovers zu diskutieren ist. Es sollten jedoch im Sinne unserer Kinder nicht Einzelinteressen im Vordergrund stehen. Wir sollten uns in Unterhaching bei einem Projekt dieser Größenordnung bewusst sein, dass wir hier für die nachhaltige Zukunft unserer Kinder handeln, die einfach das Recht auf optimale Unterrichtsmöglichkeiten haben und nicht die Zeche und die Zinsen für unsere Entscheidungen zahlen dürfen“. Um im Hinblick auf das angestrebte und in der Sitzung vom 22. Dezember für unzulässig erklärte Bürgerbegehren hinzuzufügen: „Gerade die Umstände im Zusammenhang mit dem Bürgerbegehren haben mir klar gemacht, dass wir noch viel mehr Aufklärungsarbeit leisten müssen, damit sich die Bürgerinnen und Bürger eine eigene, vorurteilsfreie Meinung bilden können.“ Da passen dann noch zwei weitere Zitate, die Panzer in seine zitatreiche Ansprache gepackt hat: Nämlich Henry Fords – die Automanager hatten es dem Bürgermeister dieses Mal offenbar ganz besonders angetan – Ausspruch: „Das Geheimnis des Erfolges ist, den Standpunkt des anderen zu verstehen.“ Wohl wahr und das gilt denn auch für das Zitat von Hal Borland, dem amerikanischen Journalisten und Schriftsteller, von dem unter anderem folgendes Zitat überliefert ist: „Das Jahresende ist kein Ende und kein Anfang, sondern ein Weiterleben mit der Weisheit, die uns die Erfahrung gelehrt hat“. Was sonst noch so geschah? Von 18.30 Uhr (erster Einlass) bis 19.45 Uhr (Beginn der Ansprache) wurden alle Gäste von den Bürgermeistern Wolfgang Panzer (Erster), Prof. Dr. Alfons Hofstetter (Zweiter) und Thomas Jäger (Dritter) mit Handschlag und guten Wünschen fürs neue Jahr begrüßt, dann wurde wie immer viel musiziert – während der Begrüßung war wie gewohnt die Blaskapelle St. Korbinian an der Reihe, vor und nach der Rede zeigte die Jazz-Combo der Big Band des nahen Lise-Meitner-Gymnasiums was sie so musikalisch auf dem Kasten hat – gegessen und getrunken und natürlich angeregt unterhalten, diskutiert und womöglich sogar debattiert – letzteres natürlich in einem dem Anlass angemessenen Rahmen. Das offizielle Ende ereilte die Veranstaltung um 23 Uhr, es ist aber davon auszugehen, dass der eine oder andere Gast ein wenig länger geblieben ist. Das allerdings ist reine Spekulation getreu der beliebten Floskel: „Nichts Genaues weiß man nicht“; zumindest dann, wenn man als Zeuge nicht taugt, weil man dieses selbst nicht mehr erlebt hat. – ja –

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