Mit einer Million Euro und ohne Granulat

Gemeinderat Taufkirchen finanziert neuen Fußballplatz

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Die Gemeinde Taufkirchen will zirka eine Millionen Euro in den Bau eines Kunstrasenplatzes investieren.

Nach langem Ringen hat der Taufkirchener Gemeinderat den Bau eines neuen Fußballplatzes bewilligt. Rund eine Million Euro wird der Kunstrasenplatz kosten. Granulat wird nicht verwendet, trotzdem sind längst nicht alle zufrieden.

Taufkirchen – Im Fußball gibt es das häufiger: Zwei rivalisierende Teams spielen mit offenem Visier, beide Mannschaften schießen Tore, kurz vor Schluss ist nicht abzusehen, wer das Spiel gewinnt – und am Ende jubeln die Sieger, während sich die Unterlegenen über den Schiedsrichter aufregen. Ungefähr so lief auch die lange Diskussion um den neuen Fußballplatz, der in Taufkirchen nun gebaut werden soll (HALLO berichtete).

Der Gemeinderat beschloss, den Fußballplatz am Postweg in ein Kunstrasenfeld umzubauen. Eine Lösung, die in Penzberg schon seit fünf Jahren für Zufriedenheit sorgt. Rund eine Million Euro wird die Maßnahme kosten. Die Diskussion entzündete sich zuletzt vor allem am Granulat. Der Kunststoff wird auf vielen Kunstrasenplätzen eingesetzt. Kunststoffgranulat hat eine ähnliche Funktion wie Erde auf natürlichen Plätzen, es dämpft und schützt Spieler vor Verletzungen. Leider gerät ein nicht unerheblicher Teil davon in die Umwelt. 

Und die Diskussionen um Mikroplastik in der Natur wurden auch in Taufkirchen teilweise sehr emotional geführt. Auch, wenn der Kunstrasen in Taufkirchen ohne Granulat auskommen soll. „Ich finde es unglaublich, dass wir uns in Zeiten von Klimawandel und Umweltverschmutzung über elf Tonnen Plastik in den Ort holen und damit ein Naturgebiet mit über 7000 Quadratmetern zerstören“, konnte sich Renate Meule von der Initiative Lebenswertes Taufkirchen nicht mit den Kickern freuen.

 Fußball ist nicht nur Teil der Kultur, sondern auch in sozialer Hinsicht ein wichtiger Faktor im Leben einer Gemeinde. In diesem Kontext war dann auch der Konter von Michael Lilienthal von den Freien Wählern zu verstehen, der für die Einwände wenig Verständnis zeigte: „Ich kann es nicht ganz ernst nehmen, wenn das Weltklima plötzlich von unserem Kunstrasenplatz abhängen soll.“

Fest steht, dass der bereits zuvor angenommene Antrag der Grünen, die Recycling-Entsorgung des Platzes zu garantieren und dokumentieren, so nicht umgesetzt werden kann. Es gibt keine Firma, die solch eine Zusage macht. Kunstrasenplätze haben nur eine Lebensdauer von 13 bis 15 Jahren. Was danach mit dem vielen Kunststoff passiert, ist offen. Die Mehrheit von CSU, SPD und Freien Wählern im Gemeinderat gab trotzdem Grünes Licht.

mh

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