Aufstellen zentraler Plakatwände bei Kommunalwahlen in Unterhaching abgelehnt

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BRK Deisenhofen zeigt in kostenlosem Kurs Anwendung von Defibrillatoren

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Kommt doch die Wende bei der Wand?

Gemeinde Unterhaching lässt baulichen Lärmschutz überprüfen

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Bisher wurde von der Verwaltung in Unterhaching nur der Bau einer Lärmschutzwand direkt an der Autobahn geprüft.

Zuletzt noch sah es beim Thema Lärmschutz in Unterhaching so aus, als wäre der Bau einer Wand oder eines Walls in weite Ferne gerückt. Der Vorschlag der Verwaltung, eine Aufforstung an der A995 zu betreiben, sorgte im Juni sogar für große Bürgerproteste während der Gemeinderatssitzung (HALLO berichtete). Zwischenzeitlich reichte nun jüngst sogar schon die Bürgerinitiative Lärmschutz im Bayerischen Landtag eine Petition gegen das Aufforstungsvorhaben und eine damit verbundene Abholzung von Teilen des bestehenden Forsts ein. Laut eigener Aussage unterstützen 753 Bürger die Petition.

Auf Antrag der CSU-Fraktion hin hat sich der Haupt- und Finanzausschuss nun wieder dem Thema Lärmschutz gewidmet. Allerdings nicht wie zuletzt wegen der Aufforstung, sondern wegen der Prüfung eines Angebots für den Bau einer Wand auf den bestehenden Wall. Dieses Angebot der Firma Rau Geosysteme Süd wurde von Lärmschutzaktivistin Catia Hilgart in Auftrag gegeben und geistert schon länger durch die Fraktionen. Nachdem immer wieder wie etwa von Peter Hupfauer (FDP) Anfang Juni im Gemeinderat, gefordert wurde, die Verwaltung solle dieses prüfen, wird dem nun nachgegangen. Ihm liege das Angebot erst jetzt vor, weil es dem Antrag der CSU anhänge, erklärt Bürgermeister Wolfgang Panzer (SPD). Laut Verwaltung enthalte der Antrag einen neuen Gesichtspunkt: Bisher seien sie von einem baulichen Lärmschutz direkt an der Fahrbahnkante der A995 ausgegangen. Darüber habe man auch mit der Autobahndirektion und im Gemeinderat im November beraten. Nun gehe es allerdings um den Bau auf einem bereits bestehenden Wall. „Es sollen nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden“, macht Panzer deutlich. Er bezog sich damit darauf, dass das Angebot mit rund 2,8 Millionen Euro Kosten immer wieder mit der von der Verwaltung im November vorgestellten, deutlich über 10 Millionen Euro teuren Wand verglichen wurde. Deshalb wolle die Gemeinde nun das Angebot selbst sowie die Kosten für bauvorbereitende und verkehrsregelnde Maßnahmen von einem Fachbüro erheben lassen. Für die Überprüfung stellt die Gemeinde ein Budget von 60.000 Euro zur Verfügung. „Wir wollen uns sehr ernsthaft mit dem Angebot befassen“, betont Rathaussprecher Simon Hötzl.

CSU‘ler Franz Felzmann begrüßt zwar ebenso wie Hupf­auer, dass das Angebot nun neutral geprüft werde. „Ich bin aber nicht einverstanden, dass die Überprüfung 60.000 Euro kosten soll“, erklärt Felzmann. Dass die Mittel verhältnismäßig hoch angesetzt sind, sei der Verwaltung bewusst, wie Bürgermeister Panzer verdeutlichte. „Wir mussten irgendein Budget als Rahmen setzen“, erklärte der Ortsvorsteher. Es werde höchstwahrscheinlich nicht voll ausgeschöpft werden, aber die Verwaltung wollte auch nicht zu wenig einplanen. „Wir wollen die Beauftragung bewusst vergeben, damit ein unabhängiger Sachverständiger das Angebot neutral prüft“, so Panzer weiter. Ganz deutlich betonte er, dass es nicht um die Vergabe eines Auftrags gehe, um etwas zu bauen. Wenn das Angebot auf seine Umsetzbarkeit geprüft wurde, werde im nächsten Schritt der lärmschutztechnische Nutzen der Wand auf dem bestehenden Wall von einem Gutachter beurteilt. Auf Basis der Ergebnisse dieser Überprüfungen könne der Gemeinderat entscheiden, ob erneut über ein Bauleitverfahren beraten werden solle. Erst mit einem solchen Bauleitverfahren ist eine bauliche Lärmschutzmaßnahme für das Landratsamt genehmigungsfähig. „Die Autobahndirektion steht dem insgesamt skeptisch gegenüber“, merkte Hötzl allerdings an. Außerdem deckten sich die für verkehrsregelnde Maßnahmen aufgelisteten Kosten nicht mit den bisherigen Aussagen der Behörden. Nichtsdestotrotz stimmte das Gremium einstimmig dafür, eine Prüfung zu beauftragen.

Dass damit nun das Angebot beurteilt wird und möglicherweise wieder über ein Bauleitverfahren beraten werden könnte, ist genau das, was FDP und große Teile der CSU-Fraktion seit Wochen fordern. Und was wohl auch bei den lärmgeplagten Bürgern auf Wohlwollen stoßen wird.

Iris Janda

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