Ein Gefühl von 1860 light

Ein Gefühl von 1860 „light“ Spielvereinigung Unterhaching braucht für die Lizenzerteilung dringend neuen Hauptsponsor ­– und reichlich Geld. Man hat bei der Spielvereinigung Unterhaching sicher schon glücklichere Zeiten erlebt. Die aktuell anberaumte Pressekonferenz am Donnerstag letzter Woche freilich glich eher einem Krisengipfel. Grund: nach dem Ausstieg des bisherigen Hauptsponsors, der Generali Versicherungsgruppe, braucht der Verein neben anderen Sponsoren zum finanziellen Überleben in Liga drei vor allem einen neuen Hauptgeldgeber. Trotz drängender Fristen ist „nix fix“ am Sportpark in diesen Tagen.

Ein Los, das der Verein mit anderen Clubs der wirtschaftlich schwierigen Dritten Liga teilt. Bis 1. Juni hat der Verein noch Zeit, im Lizenzantrag für die kommende Saison der dritten Liga auch die geforderte Deckung des Etats nachzuweisen. Exakt daran hapert es derzeit aber noch. Denn Generali hinterlässt ein Loch von rund einer Million Euro, die der Konzern in den vergangenen Jahren per anno in die Vereinskassen spülte. Für Präsident Engelbert Kupka und den neuen Manager Markus Grünberger ist derzeit zumindest noch guter Rat teuer – ihren besorgten Mienen bei der Pressekonferenz war dies deutlich anzumerken. Drei potentielle Sponsoren wollen die Hachinger an der Hand haben – freilich: noch ist kein Vertragswerk unterschrieben. Der flammende Appell des Präsidenten durfte deshalb nicht verwundern. Vor allem die Unterstützung des so erfolgreichen Vereinsnachwuchses liegt Rechtsanwalt Kupka am Herzen. „Man muss doch nur auf die aktuellen Erfolge blicken“, so der Langzeitpräsident. „Die B-Jugend steigt gerade als Meister in die Nachwuchsbundesliga auf, die A-Jugend ist Tabellenführer und will es den Jüngeren nachtun“. Schwierige Lage – umso wichtiger, dass der feingliederige Apparat durch frische Finanzmittel am Leben erhalten werden kann. „Wenn wir jetzt von den drei potentiellen Sponsoren drei komplette Absagen bekommen, haben wir nichts mehr in der Hinterhand – dann ist der Verein am Ende“, fand Manager Grünberger deutliche Worte für den Ernst der Hachinger Lage. Skeptisch ist er hinsichtlich der Summen. „Auf die Schnelle werden wir keinen Sponsor á la Generali finden, der eine Million pro Jahr hinblättert“, so Grünberger. Schlimmer noch: einigen potentiellen Geldgebern habe er selbst schon abgesagt. „Zu unseriös“, so der Haching-Macher. Da lässt man bei der Spielvereinigung schon mit Blick auf die leidvolle Affäre Levis vor einigen Monaten (HALLO berichteten) lieber die Finger weg. Personalfragen Klar ist jedenfalls heute schon: der Kader der letzten Saison wird so nicht mehr zum Trainingsauftakt zusammenkommen. Diverse teure Profis musste der Manager bereits aus dem Kader streichen – nahezu zwangsweise wird die Hachinger Nachwuchsschmiede dadurch noch wichtiger. 18 Spieler haben derzeit feste Verträge für die kommende Saison – vorwiegend allerdings genau solche Eigengewächse. Leistungsträger wie Torwart Darius Kampa oder Mittelfeldmotor Leandro Grech würden zwar gerne bleiben – aber wohl nicht für Gotteslohn. Urgestein Roman Tyce immerhin bleibt dem Verein wohl sicher verbunden. Zwar bekommt der Oldie auf dem Platz keinen neuen Vertrag – soll aber als Jugendtrainer weiter beschäftigt werden. Doch auch hier steht eine erfolgreiche Sponsorensuche über allem: nur dann kann auch der ehrgeizige und erfolgreiche Nachwuchsbetrieb in dieser umfänglichen Form weiter betrieben werden. Daran ließ Vereinschef Kupka in seinem stellenweise flammenden Appell an potentielle Geldgeber keinerlei Zweifel. Zweifel dagegen herrschen mit Blick auf die sportliche Kommandobrücke vor: denn die Trainerfrage ist weiter offen. Ob Klaus Augenthaler weiterhin im Sportpark arbeiten wird, ist laut Kupka noch nicht sicher. Immerhin zeigte sich der Coach fern seiner Kernaufgaben vorbildlich: den Kontakt zu einem der aktuell drei potentiellen Sponsoren hatte Augenthaler selbst geknüpft. Dabei ist auch seine sportliche Saisonaufgabe noch keineswegs abgeschlossen. Am Dienstagabend (Ergebnis nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe) gastierten die Rot-Blauen nach dem 4:0 gegen den Landesligisten Haibach in der Endausscheidung der Qualifikation zur Hauptrunde im DFB-Vereinspokal beim Drittliga-Absteiger Wacker Burghausen. Bei Sieg wären rund 100.000 Euro sicher – wenigstens ein Tropfen auf dem heißen Stein. Wirklich glücklichere Gesichter bei Hachings Vereinsvorderen freilich gibt’s wohl nur bei erfolgreicher Sponsorensuche. Die Zeit läuft! Anders als der „große“ Nachbar TSV 1860 München ist der Verein laut Kupka zwar schuldenfrei. Aber ein potenter Geldgeber der Marke „Mini-Ismaik“ fehlt am Hachinger Bach. Wohl auch eine Folge mangelnder überregionaler Reputation – die sich im oft fragwürdigen Geschäft Profifußball leider viel zu selten durch solides Wirtschaften steigern lässt. Bricht dann noch die Säule Hauptsponsor weg, drohen Lichter auszugehen. Auch am Sportpark in Unterhaching. Harald Hettich

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