Vierbeiner haben Gremium auf ihrer Seite

Unterhaching beschließt Badestelle und Wiesenbereich für Hunde

Westlich des Wasserspielplatzes am Hachinger Bach soll eine Badestelle für Hunde entstehen.
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Westlich des Wasserspielplatzes am Hachinger Bach soll eine Badestelle für Hunde entstehen.

Unterhaching – Trotz Bedenken bei Sicherheit und Naturschutz wird auf einen CSU-Antrag hin eine Badestelle am Hachinger Bach und ein abgetrennter Wiesenbereich für Hunde im Landschaftspark errichtet.

Der Landschaftspark soll schöner werden – mit diesem Anliegen fiel die CSU vergangenes Jahr auf die Nase. Damals wurde unter anderem die Idee eines Badesees sowohl im Unterhachinger als auch im Neubiberger Gemeinderat abgelehnt. Doch wenn es um des Menschen treusten Freund geht, scheint ein anderer Wind zu wehen. Zumindest erhielt die Fraktion in Unterhaching mit ihren Umgestaltungsideen mehr Zuspruch. 

Im Gremium wurde der CSU-Antrag zur Ausweitung der Hundemeile und der Errichtung einer Badestelle für die Vierbeiner am Hachinger Bach behandelt. Außerdem forderte die Union, den Park mit großkronigen Laubbäumen und Sitzgelegenheiten attraktiver zu machen. Die Verwaltung hatte sich bereits vorab an die zuständigen Behörden gewandt, um mögliche Einwände bei Sicherheit und Naturschutz abzufragen. „Bei den Teilanträgen eins und drei gibt es erhebliche rechtliche Bedenken“, fasste Amtsleiter Simon Hötzl die Rückmeldung der Behörden zusammen. 

Für den zweiten Teilantrag könne sich die Gemeinde mit der Unteren Naturschutzbehörde auf einen Kompromiss verständigen. Die geplante Hundebadestelle soll an den Wasserspielplatz auf der Westseite angrenzen. Wegen der Nähe zu den spielenden Kindern sieht das Landratsamt ein erhebliches Sicherheitsrisiko durch die nicht angeleinten Hunde. Ein Zaun, der ein durchkommen der Tiere verhindert, ist aus wasserrechtlicher Sicht nicht zulässig. 

Es handle sich bei der Badestelle um einen „Mords-Irrtum“, verteidigte Franz Felzmann (CSU) den Antrag. Es gehe ihnen darum, die Hunde an der Leine baden zu lassen. Verwaltungsmitarbeiter Christian Franke hatte dabei allerdings große Bedenken. „Es wird sich schon jetzt überhaupt nicht an das Anleingebot gehalten, gerade in dem Bereich, in dem Sie sich die Badestelle wünschen“, erklärte er. 

Besonders an der Stelle vor dem Bundeswehr-Zaun sehe man, dass bereits jetzt Hunde dort in den Bach laufen. Julia Mittermeier (FWU) konnte dem nur zustimmen: „Ich würde mich nicht darauf verlassen, dass die Hunde angeleint werden – und schon lange nicht an einer Stelle für Kinder.“ Die Grünen hatten dagegen keine Einwände gegen die Badestelle für Hunde. „Aber uns ist wichtig, dass sie wegen der Verschmutzung bachabwärts gelegen ist“, erklärte Claudia Köhler. 

Ebenfalls stimmte ihre Fraktion dem Kompromissvorschlag zum Wiesenbereich entlang der Hundemeile zu. Ursprünglich forderte die Union in ihrem Antrag, in den Wiesen entlang der Hundemeile einen 30 bis 40 Meter tiefen Bereich für freilaufende Hunde abzutrennen. Die Wiesen gelten allerdings nach Bayerischem Naturschutzgesetz als geschütztes Biotop. Dort halten sich unter anderem geschützten Bodenbrüter wie die Feldlerche auf. 

Auf einen kleineren Bereich könne sich die Untere Naturschutzbehörde aber einlassen. So wurde als Kompromiss ausgehandelt, einen maximal zehn Meter breiten Bereich mit einem Zaun abzutrennen. Felzmann war mit diesem Vorschlag nicht zufrieden: „Zehn Meter halten wir bei der Größe des Geländes für zu wenig.“ Bei der Pflanzung der großkronigen Laubbäume gibt es von den Behörden dagegen kein Entgegenkommen. 

„Da gehen sie gar keinen Kompromiss ein“, stellte Christian Franke klar. Auch hier gehe es um den Schutz der feldbrütenden Vögel. Von den Großbäumen könnten Greifvögel starten und die Brutstätten angreifen. „Wir sind gehalten, alles dafür zu tun, um die Population zu stärken“, verdeutlichte Frank. Durch das neue Naturschutzgesetz von 2019 seien die Hürden noch größer geworden. Auch zusätzliche Sitzgelegenheiten lehnt die Behörde ab, weil dort Hundehalter verweilen und ihre Tiere leichter in den Wiesen herumlaufen könnten. 

Für die SPD-Fraktion sei der Fall ganz klar, wie Peter Wöstenbrink erklärte: „Wir wollen uns nicht mit der Naturschutzbehörde anlegen.“ Auch den Kompromissvorschlag halte die Fraktion für überflüssig und lehne daher den gesamten Antrag ab. Der CSU kam die wohlwollende Haltung der Grünen zugute. Durch die schwarz-grüne Mehrheit wurde mit neun zu sechs Stimmen sowohl der Hundebadestelle als auch einem zehn Meter breiten Wiesenbereich entlang der Hundemeile zugestimmt. Lediglich bei den Großbäumen und den Sitzgelegenheiten standen die CSUler auf einsamen Feld.

Iris Janda

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