Schulerweiterung geht in die nächste Runde

Unterhachinger Grund- und Mittelschule freut sich über Erweiterung

Die Grund- und Mittelschule am Sportpark wurde 2014 eröffnet, jetzt plant die Gemeinde wegen Raumnot einen Anbau.
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Die Grund- und Mittelschule am Sportpark wurde 2014 eröffnet, jetzt plant die Gemeinde wegen Raumnot einen Anbau.

Mit mehr als 435.000 Einwohnern im Jahr 2039 rechnet der Planungsverband nach den aktuellsten Prognosen für den Landkreis München. Das sind 85.000 Menschen mehr als heute. Deshalb handelt Unterhaching schon jetzt und widmet sich der Schulerweiterung der Grund- und Mittelschule am Sportpark.

Unterhaching – Vergangenes Jahr hatte die Gemeinde Unterhaching bereits ein Gutachten erstellen lassen, in dem klar aufgeschlüsselt wurde, dass schon im Jahr 2021 die prognostizierte Schülerzahl nicht mehr in den beiden Grundschulen aufgenommen werden können. Deshalb widmete sich der Gemeinderat jüngst diesem Thema. Denn durch den rapiden Wachstum der Bevölkerungsdichte herrschen große Platzprobleme vor, die nicht erst im nächsten Jahr, sondern schon jetzt spürbar sind. 

Die Grund- und Mittelschule am Sportpark in Unterhaching wurde erst vor wenigen Jahren erbaut und platzt schon beinahe aus allen Nähten. Das verkündete die Rektorin der Unterhachinger Grund- und Mittelschule Christa Grasl. Gemeinsam mit der Leitung der „Freiraum – Nachmittagsbetreuung“, Susanne Schmuck-Modrow, legte die Direktorin die problembehaftete Ausgangssituation dar und erklärte anschaulich, dass eine Erweiterung der Grund- und Mittelschule schon jetzt aber auch im Hinblick auf die kommenden Jahre nahezu unumgänglich sei. Deshalb habe sich sowohl Grasl als auch Schmuck-Modrow gefreut, als klar wurde, dass die Gemeinde eine Erweiterung der Grund- und Mittelschule in Erwägung ziehe. 

Derzeit würden insgesamt 32 Klassenzimmer zur Verfügung stehen, die jedoch nicht ausreichend sind. Unterstützend dienen aktuell die beiden Förderzimmer als zusätzliche Klassenzimmer. Sind es momentan noch zwei, würde die Spitze an fehlenden Klassenzimmern im Schuljahr 2023/24 erreicht. Laut einer Fünf-Jahres-Statistik des Landratsamtes seien es dann insgesamt sechs Klassenzimmer zu wenig, wobei die Förderzimmer nicht eingerechnet sind. Aber nicht nur für den Unterricht reiche der Platz nicht. 

Auch für die Betreuung fehle es hinten und vorne. Susanne Schmidt-Modrow erklärte als Leiterin der Hausaufgabenbetreuung, dass jeden Tag circa 100 Kinder in die Nachmittagsbetreuung der Schule kommen, wobei es keinen eigenen Hausaufgabenraum gibt. Aktuell werde dafür der Werk- oder Handarbeitsraum genutzt. „Die Räume sind aber mittlerweile auch zu klein“, sagte die Leiterin. Zudem gebe es zwar Küchengerätschaften, jedoch keine eigene Küche, weswegen alle Utensilien in den unterschiedlichen Räumlichkeiten verstreut sind. Ein Besprechungsraum für die Erste Hilfe, interne oder Elterngespräche seien ebenfalls notwendig. 

Die Liste ist lang. Quintessenz der Problemschilderung: Auch die Nachmittagsbetreuung zu habe wenig Räumlichkeiten zur Verfügung. „Unser Gruppenraum ist der Mehrzweckraum der Schule. Findet eine Veranstaltung in der Schule satt, wandern alle Utensilien in Boxen und Regale, die schon extra Rollen haben, um alles wegschieben zu können – sogar die Teppiche müssen weichen“, so Schmuck-Modrow.

An der Grenze der Aufsichtspflicht 

Die derzeitigen Umstände würden sogar an der Grenze der Aufsichtspflicht schrammen, wie dem Gemeinderat vorgetragen wurde. So sei die Toilette der Mädchen sehr weit weg, wohin die Betreuer sie nicht begleiten können, da sie auf die anderen Kinder achten müssen. Bevor der Schlüssel ausgehändigt werde, müssen sich die Mädchen daher abmelden. Da der Gemeinde klar ist, dass gehandelt werden muss, wurde das Architekturbüro „Krug Grossmann“, das bereits die Grund- und Mittelschule plante, deshalb mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt. 

Diese Studie soll Aufschluss darüber bringen, ob und wie die Grund- und Mittelschule zeitnah erweitert werden könnte. Architekt Marcus Vollmann erläuterte dem Gremium ausführlich verschiedene Optionen und schilderte dabei drei Möglichkeiten, die zur Erweiterung der Schule infrage kämen: Zum einen wäre da die simple Möglichkeit, einfach durch ein drittes Obergeschoss aufzustocken. Dabei wäre die direkte Anbindung an die anderen Stockwerke der Vorteil. Damit wäre diese Lösung auch die einfachste und nachhaltigste Lösung, weil es zu keiner weiteren Flächenversiegelung käme, doch wäre diese Umsetzung enorm teuer, die Belastung des Schulbetriebs wäre während der Bauarbeiten sehr hoch und laut Machbarkeitsstudie wäre diese Möglichkeit alles in allem ein konstruktiver Aufwand. 

Die Erweiterung in Richtung Westen dagegen stellt nur eine geringe Belastung des Schulbetriebs dar, die Lösung ist kompakt und dabei kosteneffizient. Der Nachteil an dieser Variante aber ist, dass die Erschließung nur extern möglich ist, also kein interner Durchgang möglich ist. Außerdem weist diese Möglichkeit einen erhöhten Flächenverbrauch auf, was sich an der Größe des Pausenhofs bemerkbar macht und zudem den Entfall von Sportflächen mit sich trägt. 

Die dritte und letzte Variante wäre eine Erweiterung in Richtung Osten. Die Erschließung wäre sowohl über den internen als auch den externen Weg möglich. Die ebenfalls kompakte Lösung stellt außerdem einen geringen Flächenverbrauch beziehungsweise eine Einsparung der Pausenhoffläche dar. Außerdem wäre die Belastung des Schulbetriebs gering und zudem sehr kosteneffizient. Der bisher einzige Nachteil bestünde darin, dass die Fahrradstellplätze verlagert werden müssten. Wie Vollmann berichtete, werde insgesamt eine Nutzfläche von 680 Quadratmetern benötigt. 

Zusätzlich sind 470 Quadratmeter für die Hausaufgabenbetreuung eingeplant, was eine Gesamtfläche von 1150 Quadratmetern ergibt. Marcus Vollmann kommt schließlich unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte zu einer Gesamtsumme von 6,75 bis 7,4 Millionen Euro. Trotz des bereits hohen Betrags riet er der Gemeinde, lieber 7.7 Millionen Euro einzuplanen. Er selbst sagt dazu: „Die hohe Zahl lässt einen erschrecken, aber lieber man zieht sich von Anfang an warm an, als auf dem Weg zur Fertigstellung immer wieder sagen zu müssen, dass das Geld nicht langt.“ 

Die stolze Summe ist unter anderem der Lage – in der unmittelbaren Nähe zu München – geschuldet. Eingerechnet sind auch die Planungskosten und eine Möblierung im Wert von 165.000 Euro. Vollmann spricht sich klar aus und verdeutlicht, dass die Zeit drängt. „Vor Dezember 2022 ist eine Realisierung nicht möglich.“ Er untermalte die Wichtigkeit erneut: „Wenn wir jetzt starten.“

Der Gemeinderat sieht die Dringlichkeit 

Als die Frage im Gemeinderat aufkam, ob auch die Erweiterung der Schule nicht bald wieder aus allen Nähten platzen würde und in ein paar Jahren wieder ausgebaut werden müsse, entgegnete Bürgermeister Wolfgang Panzer, dass dem tatsächlich so sein könnte: „Ich kann nicht ausschließen, dass die Schule in zehn Jahren wieder zu klein sein wird, wir haben derzeit jedoch kein großes, zentrales Grundstück verfügbar.“ 

Außerdem, so erklärte der SPD-Mann, sei dies auch eine Frage der Kosten. „Wir wären locker bei 30 Millionen Euro, wenn wir einen Neubau angehen würden, die wir ausgeben müssten. Da ist diese Erweiterung der bereits bestehenden Schule jetzt schon wesentlich sanfter.“ Alles in allem sei eine Erweiterung also nicht nur notwendig, sondern laut Machbarkeitsstudie auch umsetzbar. Der Gemeinderat beschloss daher die Planung der Erweiterung der Grund- und Mittelschule am Sportpark einstimmig. 

Melanie Schröpfer

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