Zu dem Spiel „Enkeltauglich Leben“, das an der Vhs Taufkirchen startet

Wetten, dass ich die Welt verändern kann?

„Ich kann was reißen!“ Teilnehmer bei dem Spiel „Enkeltauglich Leben“ fordern sich gegenseitig heraus, künftig nachhaltiger zu leben.
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„Ich kann was reißen!“ Teilnehmer bei dem Spiel „Enkeltauglich Leben“ fordern sich gegenseitig heraus, künftig nachhaltiger zu leben.

Nachhaltigkeit ist ein großes Wort, das überall zu lesen ist. Menschen sollen nachhaltig denken und handeln. Sie sollen so leben, dass der Zustand der Erde an die Nachwelt weitergegeben werden kann, dass auch künftige Generationen gut auf der Erde leben können. Daher ist der Begriff „Enkeltauglichkeit“ als Synonym für eine nachhaltige Lebensweise im Umlauf. „Enkeltauglich leben“ heißt auch ein neues Kurskonzept, das nun zum ersten Mal an der Vhs Taufkirchen präsentiert wird.

Taufkirchen - Menschenwürde, Solidarität, Ökologische Nachhaltigkeit, Soziale Gerechtigkeit und Demokratische Mitbestimmung. „Das sind fünf Riesenbegriffe, bei denen sich der kleine Mann zunächst denkt, dass er darauf beim besten Willen keinen Einfluss hat“, sagt Katja Bartsch. Hat er aber doch! „Jeder hat Möglichkeiten, in kleinen Schritten etwas für diese fünf Säulen der Gemeinwohl-Ökonomie zu tun“, sagt Bartsch. Ab Mittwoch, 1. April, leitet sie den Kurs „Enkeltauglich Leben“ an der Vhs Taufkirchen. Einen Kurs für Menschen, die sich gemeinsam Gedanken machen über einen künftig nachhaltigeren Lebensstil. „Denn wir wollen unseren Enkeln mal eine Welt hinterlassen, in der es sich lohnt zu leben“, so Bartsch. Enkeltauglich soll die neue Lebensweise also sein. „Die Gemeinwohl-Ökonomie macht Vorschläge, wie man anders wirtschaften kann“, erklärt Bartsch. Ziel dieser Ökonomie sei demnach eine ethische Marktwirtschaft. Meist sind es Firmen, die sich unter dem Stempel „Gemeinwohl“ dazu bereit erklären, zum Wohle aller zu arbeiten. Die Arbeitsbedingungen sollen fair sein, keiner soll ausgebeutet werden und zudem soll die Natur nicht zerstört werden. Das Katholische Bildungswerk Traunstein hat nun die Werte der Gemeinwohl-Ökonomie auf den privaten Bereich übertragen, in dem sie ein Spiel entwickelt haben. Ein Spiel, weil sich die Kurspartner bei dem Kurs „Enkeltauglich Leben“ gegenseitig herausfordern. Allein oder in Kleingruppen setzen sich die Taufkirchner Kursteilnehmer unterstützt von Katja Bartsch Ziele, die sie zeitnah verwirklichen wollen. Der Kurs ist also eine Art Challenge, eine Herausforderung, ob man es tatsächlich schafft, im eigenen Leben etwas grundlegend zu verändern.

In der Gruppe Ideen umsetzen

„Das Großartige ist, dass in dem Kurs eine Gruppendynamik entsteht. Gemeinsam lassen sich Ideen viel besser umsetzen“, so die Kursleiterin. „Jeder nimmt sich etwas vor, was er gestalten möchte, zum Beispiel in der Familie oder am Arbeitsplatz. Seinen Plan stellt er dann der Gruppe vor. Und mit der Unterstützung der anderen ist so viel mehr möglich“, weiß Bartsch, die in Dachau bereits Enkeltauglich- Leben-Kurse geleitet hat. Der eine wechselt zu einer ethisch orientierten Bank, der andere gründet einen Nachhaltigkeit-Stammtisch, wiederum ein anderer radelt künftig zur Arbeit, anstatt das Auto zu nehmen. „Einer allein denkt sich schnell, dass er mit seinen kleinen Möglichkeiten doch keine Chance hat, etwas Großes zu verändern. Doch nun fordert er sich selbst heraus und ist vor allem weniger schnell frustriert, da er von den anderen viele Impulse für seinen Plan bekommt“, sagt Bartsch weiter. Die persönliche Aktion bringt der Spiel-Teilnehmer wie eine Wette ein, die er bis zum nächsten Treffen vier Wochen später umzusetzen versucht. Die Aktionen werden vorab von der Gruppe mit Punkten bewertet. Je schwieriger und sinnhaftiger die Aufgabe ist, desto mehr Punkte gibt es. Am Ende des Kurses, der insgesamt ein halbes Jahr lang dauert, gibt es einen Sieger. „Und im Spaß treten die verschiedenen Kursgruppen in ganz Deutschland gegeneinander an“, so Bartsch. Die gesammelten Punkte werden miteinander verglichen. An dem „Enkeltauglich Leben“- Spiel würden Menschen ganz unterschiedlichen Alters teilnehmen. „In meinem letzten Kurs war das Alter bunt gemischt — von 16 bis 81 Jahren“, so Bartsch. Und dieser große Altersunterschied sei natürlich eine Bereicherung, da ein junger Mensch unter 20 an eine Aufgabe ganz anders herangeht als ältere Menschen. „Da werden schnell hilfreiche Apps heruntergeladen“, hat Bartsch beobachtet. Und sehr begrüßen würde Bartsch es, wenn junge Menschen, die in dem Kurs gesammelten Erfahrungen, auch in ihre Schulen tragen würden. Hilfreich kann dafür sein, dass jetzt im Februar das offizielle Ideenbuch zu „Enkeltauglich Leben“ erschienen ist. „So klappt‘s mit dem Welt-Retten“ heißt es und erklärt das Spiel.

Verena Rudolf

Kurs und Infoabend

Der Kurs „Enkeltauglich Leben“ findet ab Mittwoch, 1. April, sechs Mal jeweils von 17 bis 19.30 Uhr an der Vhs Taufkirchen am Ahornring 121 statt. Die Teilnahme kostet 45 Euro. Am Mittwoch, 25. März, um 17 Uhr ist es möglich, an dem kostenfreien Informationsabend teilzunehmen, bei dem das Kurskonzept vorgestellt wird. Anmeldungen zum Kurs und zum Infoabend nimmt die Vhs Taufkirchen unter Telefon 61 45 140 oder per E-Mail an info@vhs-taufkirchen an.

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