„Die leiseste Geothermie-Anlage“

In einer zusätzlichen Sitzung diskutierte der Oberhachinger Gemeinderat kurz vor Weihnachten wichtige Fragen zur Geothermie in Laufzorn. Unter den Augen von rund 50 betroffenen Anwohnern ging es vor allem um die Lärmwerte des geplanten Kraftwerks. Nach ausführlichen Erörterungen verabschiedeten die Bürgervertreter schließlich jeweils einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplans und den vorhabenbezogenen Bebauungsplan für das Gelände am Rande der Gemeinde.

„Wir haben die leiseste Geothermie-Anlage, die es gibt“, resümierte der Erste Bürgermeister Stefan Schelle. Er bezog sich dabei auf die umfangreichen Untersuchungen der für Schallschutz zuständigen Planer und die zusätzlichen Lärmschutzmaßnahmen. So sollen die gesetzlichen Emissionsrichtwerte der Anlage um 10 bis 15 Dezibel unterschritten werden. Bis es allerdings so weit war, fanden insgesamt drei Gespräche mit der „Interessengemeinschaft Geothermie Laufzorn“ und der „Erdwärme Grünwald“ statt, in denen die Vertreter der Interessengemeinschaft weitere Nachbesserungen beim Lärmschutz gefordert hatten. Auch ein Antrag der SPD-Fraktion lag noch vor, in dem die Verwendung von Pentafluorpropan als Prozessmittel für die Stromerzeugung im Bebauungsplan gefordert wurde. So lautete der Vorschlag der Verwaltung, die Emissionskontingente für den Basissektor mit maximal 51 dB/m2 nachts und 59 dB/m2 tagsüber festzusetzen. Außerdem sollte das Zusatzkontingent für den Bereich in Richtung Laufzorn von bisher +11 dB auf + 7 dB reduziert werden. Weitere Bedenken zur hohen Lärmbelästigung versuchten die Experten des Ingenieurbüros Möhler & Partner zu zerstreuen und prognostizierten für den Regelbetrieb Pegel von 20,1 dB nachts und 23 dB tagsüber. Diese Werte liegen weit unter den Richtwerten des Bundes-Imissionsschutz-Gesetzes für ein Dorfgebiet. Zu diesen Vorschlägen fand in der Sitzung eine rege Diskussion statt, die im Endeffekt allerdings keine gravierenden Änderungen nach sich zog. Dem Antrag der SPD hinsichtlich des Prozessmittels Pentafluorpropan wurde nicht entsprochen, da diese Frage nach Ansicht der Verwaltung in einem eigenen bau- und imissionsschutzrechtlichen Verfahren zu klären sein wird. Breitband für Oberhaching Die Ergebnisse einer Studie zur Breitbandversorgung der Gemeinde Oberhaching waren schon Ende November dem Aufsichtsrat der Gemeindewerke präsentiert worden. Dass ein solches Projekt Sinn macht, stand grundsätzlich außer Frage. Auch im Gesellschaftsvertrag der Gemeindewerke ist Breitbandkommunikation als Gesellschaftszweck aufgeführt. Außerdem kann die Technik im Zuge des Fernwärmeleitungsbaus im Ortsbereich von Oberhaching mit eingebracht werden. Nur für die Versorgung von Oberbiberg müsste ein eigener Rohrgraben erstellt werden. Die voraussichtlichen Investitionskosten belaufen sich auf 1 Million Euro, für das Jahr 2011 plante der Gemeinderat zunächst 250 000 Euro ein. – tvm –

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