Nach der Kündigung des "Weißbräu"-Wirtes Manuel Contreiras in Deisenhofen

Kleinkunstbühne Massl-Maker ist heimatlos

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Im „Weißbräu“ in Deisenhofen veranstaltete Werner Reischl Kleinkunstabende. Für die kommende Spielzeit hatte er bereits alle Künstler gebucht. Nun wurde dem Wirt, Manuel Contreiras, die Pacht gekündigt. Reischl steht ohne Spieltort da.

Sechs Künstler, viele von ihnen Newcomer, treten an einem Abend auf Werner Reischls Massl-Maker-Bühne auf. So sein Konzept. Nun verliert Reischl ganz unerwartet seine Spielstätte. Denn dem Wirt Manuel Contreiras wurde überraschend seine Pacht für das „Weißbräu“ in Deisenhofen am Hubertusplatz gekündigt. Reischls Kleinkunstbühne ist heimatlos.

„Kälter hätte es mich schier nicht erwischen können“, sagt Werner Reischl. Heimatlos mit seiner Kleinkunstbühne Massl-Maker ist er kürzlich im Juni geworden. Zweieinhalb Jahre lang veranstaltete er gemeinsam mit dem Wirt des Deisenhofener „Weißbräu“ am Hubertusplatz, Manuel Contreiras, dort Kleinkunstabende. Die Pächter, die Familie Köhle, haben dem Wirt nun aber gekündigt, dieser musste bereits zum 30. Juni seine Gaststätte verlassen. Somit verliert auch die Massl-Maker-Bühne ihr Zuhause. „Wirt und Verpächterin waren sich wohl uneins, wie sie ihre Zusammenarbeit organisieren wollen“, so Werner Reischl. Und leider habe Wirt Manuel Contreiras eine extrem kurze Kündigungsfrist gehabt, so dass seine Mitarbeiter und er in nur wenigen Tagen ihre Wirkungsstätte am Hubertusplatz aufgeben mussten. Auch Reischl musste sein Bühnenequipment bereits abholen. „Und nicht nur ich bin jetzt mit meiner Kleinkunstbühne heimatlos, auch Stammtische, Vereine andere Zusammenkünfte stehen ganz überraschend ohne das ‚Weißbräu‘ da“, sagt Reischl. Zweieinhalb Jahre lang bot Massl-Maker Reischl mit seiner Bühne Künstlers aus verschiedenen Genres eine Auftrittsgelegenheit. Seine Idee war es, vor allem jungen Künstlern, die noch am Anfang ihrer Karriere stehen, eine Bühne zu bieten. Doch neben Newcomern holte Reischl ebenso bereits bekannte Gäste nach Deisenhofen. „Das neue Programm für die Spielzeit 2019/2020 war bereits komplett vorbereitet“, so Reischl. Und am Freitag, 19. Juli, hätte es ein Biergarten-Event mit der Münchner Band „Kopfeck“ geben sollen. „So habe ich die schlechte Nachricht auch erfahren. Eigentlich wollte ich mit dem Wirt telefonieren, um letzte Vorbereitungen für unser Biergarten-Event mit dem Band-Auftritt zu treffen“, erzählt Reischl. Dann aber teilte ihm Contreiras am Telefon mit, dass ihm gekündigt wurde.

Auf der Suche nach einem neuen Spielort So sitzt Reischl nun an seinem Laptop und muss all die Künstler benachrichtigen, die er bereits für Auftritte im kommenden Jahr nach Deisenhofen eingeladen hat. „Ich will ihnen noch nicht ganz absagen, noch habe ich die Hoffnung, dass ich einen anderen Ort für meine Bühne finde. Ich hoffe sehr, dass die Künstler mir noch eine Weile die Stange halten.“ Natürlich hat Reischl auch mit Monika Waschin, der Vorsitzenden des Kulturvereins Oberhaching, gesprochen. Sie unterstützt Reischl, der in Erding wohnt, in der Gemeinde bei seinen Kleinkunstabenden „regional als Fürsprecherin“. Waschin wolle nun nochmal das Gespräch der Verpächterin Cathrin Köhle suchen. Doch Reischl macht sich da wenig Hoffnung: „Ich hatte an dem Tag, als ich meine Bühnenausrüstung abholte, selbst bereits ein sehr kurzes Gespräch mit ihr und ich spürte wenig Sympathie unserem Projekt gegenüber“, sagt Reischl, der sich natürlich sofort auf die Suche nach einem neuen Ort machte: „Ich brauche einen Saal, in dem etwa 100 Leute Platz finden. Und einen Wirt, der Interesse hat, mich zu unterstützen.“ Im Januar erst hatte der Kleinkunst-Veranstalter in unserer Zeitung von seiner guten Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Wirt des Weißbräu geschwärmt, der ihm auch stets beim Auf- und Abbau der Bühne geholfen habe. „Mit Manuel Contreiras habe ich einen Wirt gefunden, der voll dabei ist“, sagte Reischl zur HALLO in einem Gespräch Anfang des Jahres. Zwei Säale habe man Reischl in der kurzen Zeit, in der von seiner Heimatlosigkeit weiß, bereits angeboten. Aber er benötige für seine Kleinkunstshows einen Raum mit Bewirtung. Mehr nicht, die technische Ausrüstung für die Bühne gehört ihm selbst. Reischl bevorzugt wieder einen Veranstaltungsort im südöstlichen S-Bahn-Bereich. Deisenhofen sei ideal gewesen: Am Stadtrand gelegen, aber mit der S-Bahn gut zu erreichen. Die Künstler hätten an der Lage sehr geschätzt, dass sie anders als bei einem Auftritt auf einer Bühne in München nicht mit anderen großen Veranstaltungen in Konkurrenz treten. Für eine Kleinkunstbühne ein perfekter Spielort. Noch aber hat Reischl keine Alternative für das „Weißbräu“ gefunden. „Aber ich stehe jedem Hinweis oder gar konkreten Kontakt offen gegenüber. Noch will ich nicht einsehen, dass es zu Ende sein soll“, sagt Reischl.

Verena Rudolf

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