Oberhaching will bei der Jugend nicht sparen

Der FC Deisenhofen bekommt die Förderung für das neue Kunstrasenfeld

Der FC Deisenhofen freut sich über einen neues Kunstrasenspielfeld.
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Der FC Deisenhofen freut sich über einen neues Kunstrasenspielfeld.

Oberhaching – Die Jugend ist die Zukunft. Wenn sie nicht gefördert wird, ist das der Untergang jeglicher Chance auf Weiterentwicklung. Dieser Meinung schienen auch die Ratsmitglieder des Oberhachinger Gemeindegremiums zu sein. Der FC Deisenhofen (FCD) stellte Ende letzten Jahres einen Antrag zum Neubau eines Kunstrasenplatzes im Sport-Dreieck. Die letzte Erweiterung des Sportgeländes liegt nunmehr zehn Jahre zurück. Seitdem gab es jedoch einen starken Zuwachs an Kindern und Jugendlichen im Verein. 

Die wöchentlichen Trainingseinheiten können aktuell zwar noch durchgeführt werden, doch stößt der Verein mit den Kapazitäten an seine Grenzen. Insgesamt würden sich die Kosten eines neuen Kunstrasens, die die Gemeinde tragen würde, auf 820.000 Euro belaufen. Monika Straub (Grüne), die bereits im Bau- und Werksausschuss des letzten Jahres ihre Bedenken äußerte, war noch immer skeptisch gegenüber der Materialien, die im Kunstrasen verarbeitet werden. Sie störte sich zudem an den Kosten und war der Meinung, der Verein könnte weitere Sponsoren finden, die sich an den Kosten beteiligen. 

Ihr Parteikollege Claus Katzer schätze die Kinder und Jugendarbeit sehr und habe selbst fast jeden Tag Fußball gespielt. Dennoch war auch für ihn das Thema Finanzen entscheidend: „Ja, wir haben Geld, aber auch Schulden. Und wir haben ganz schöne Ausgaben vor uns“. Er wies auf die Musikschule und die Volkshochschule Oberhaching hin, denn diese würden bereits lange auf ihre Unterstützungen warten. „Ich würde gerne ein Jahr warten. 

Ich brauche mehr Daten, warum wie viel Training ausgefallen ist. Ich möchte den Antrag stellen, dass wir nächstes Jahr schauen und die Entscheidung vertagen“. Die CSU kann das Vertagen nicht unterstützen, da die Zahlen, die bereits vorliegen, nicht schrumpfen, sondern wachsen würden. Fraktionsmitglied Anja Wille befürchte, dass sonst tatsächlich weitere Trainingseinheiten ausfallen müssten und vielleicht keine Kinder mehr kommen würden. 

Die SPD war geteilter Meinung, denn Erwin Knapek ist als ehemaliger Bürgermeister von Unterhaching mit dem Thema sehr vertraut ist: „Ich weiß, wie sehr ein Verein leidet, ich habe selber mal einen gehabt. Ich bin dafür“. Margit Markl, Fraktionskollegin, war komplett konträrer Meinung. Außerdem meinte sie: „Der Antragsstellungszeitpunkt ist sehr günstig. Ich stelle mal in den Raum, dass generell das Antragsjahr 2020 sehr viel günstiger ist. In jedem anderen Jahr würde vielleicht gegen diesen Antrag gestimmt werden“. 

Damit spielte Markl auf die anstehenden Kommunalwahlen an und dass einige Gremiumsmitglieder das Projekt Kunstrasen womöglich auch als Wähler-Plus verzeichnen würden. „Ich finde, andere Vereine leisten auch Arbeit und verdienen Gehör“, deshalb stimme sie dagegen. 

Zu guter Letzt meldete sich Bernd Schubert (SPD) zu Wort. Er sprach ein Lob aus: „Dieses Engagement, das da geleistet wird, kann durch keinen Euro bezahlt werden. Wir machen das hier für die Kinder, damit sie von der Straße kommen und nicht ständig am Computer oder am Smartphone hängen“. Abgestimmt wurde schlussendlich, dass die beantragten 820.000 Euro im Haushalt der Gemeinde abgebildet werden. Mit fünf Gegenstimmen und 16 Stimmen dafür, ging auf den Zuschauerplätzen ein fröhliches Jubeln und Klatschen durch die Reihen.

Melanie Schröpfer

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