Erholungsgebiet sorgt für erhitzte Gemüter

Debatte um Umgestaltung des Landschaftsparks in Unterhaching

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Der Landschaftspark dient den Bürgern aus Unterhaching und den Nachbarorten als Naherholungsgebiet. Die CSU möchte dieses mit einem naturnahen Badesee aufwerten.

Ende Juli stießen die CSU-Gemeinderatsfraktionen von Unterhaching und Neubiberg mit ihrem Antrag für eine Weiterentwicklung des Landschaftsparks eine Diskussion los (HALLO berichtete). Vor allem der geplante Bau eines naturnahen Badesees sorgte für Zündstoff. Die Grünen lehnten in einer Pressemitteilung den CSU-Vorstoß als „Unfug“ ab. Außerdem wurde darin gemutmaßt, dass die CSU mit dem Bau des Badesees das Freibad schließen und die Freibadfläche in der Ortsmitte bebauen wolle.

Mitte August äußerte sich Renate Fichtinger, CSU-Bürgermeisterkandidatin von Unterhaching, zu den Vorwürfen der Grünen. Es mache sie traurig, dass der Diskussionsansatz genutzt werde, um falsche Gerüchte zu verbreiten und Ängste heraufzubeschwören. Weiter warf sie den Grünen und ebenso der SPD Diffamierung vor, weil diese die Aufwertung des Landschaftsparks mit der Schließung des Freibades in Verbindung brachten. Deutlich stellt die CSUlerin klar: „Mit mir als Bürgermeisterin und der Unterhachinger CSU wird es keine Schließung des Unterhachinger Freibades geben.“ Im Gegenzug erklärte sie die Auffassung der Grünen, nichts im Landschaftspark zu verändern, für nicht zukunftsgerecht. Die CSU wolle sowohl den Naherholungswert als auch den ökologischen Nutzen des Parks steigern. Die Idee hinter dem Badesee sei es, die Bürger im Ort zu halten und dadurch den Autoverkehr zu reduzieren. Außerdem solle durch partielle Baumpflanzung die CO2-Speicherung und die Luftqualität verbessert werden. Es sei nicht angedacht oder geplant, den Verkehr zum Landschaftspark auszuweiten. Mit der Regionalbuslinie 217 werde er bereits ausreichend oft angefahren. Die destruktiv geführte Diskussion sei laut Fichtinger bezeichnend für die „derzeitige Verhinderungspolitik“ und zugleich befremdlich.

Unterhachings Grünen-Bürgermeisterkandidat Armin Konetschny ist der Ansicht, dass es im Ort andere Prioritäten gebe. Die Natur im Landschaftspark sei im städtischen Umfeld des Ortes einzigartig und brauche „keine Nachhilfe von den Christsozialen“. Wenn die CSU nun den Landschaftspark mit Bagger und Kipper in eine Kiesgrube verwandeln wolle, habe sie die Botschaft des Volksbegehrens zum Erhalt des Artenschutzes nicht verstanden. „Unverantwortlich“ sei laut Konetschny dagegen, dass es von der CSU-Kandidatin bislang noch keine Aussage zu Größe, Verkehrsanbindung, Müllentsorgung und den Kosten eines solchen Baus gebe. Gerade die Kostenfrage sei entscheidend, Erfahrungen aus Vergangenheit zeigten, dass solche Projekte oft in einen zweistelligen Millionenbetrag gingen. Außerdem sei nicht klar, ob es noch „gefährliche Überraschungen aus der Militärzeit des Flughafens“ gebe. Anstatt erhebliche finanzielle Mittel in ein solches „Prestigeobjekt“ zu stecken, sollte laut dem Grünen Bürgermeisterkandidaten mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen und die Ehrenamtlichen unterstützt werden.

ija

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