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Dachgeschossausbau in der Grünau in Unterhaching wird angestoßen

Jemand streckt die Beine aus einem Dachfenster
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Hausbesitzer in der Grünau in Unterhaching sollen die Möglichkeit bekommen, ihre Dachgeschosse auszubauen.
  • vonIris Janda
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Einige Bürger aus der Grünau in Unterhaching haben darum gebeten, den Dachgeschoss­ausbau ihrer Reihenhäuser zu ermöglichen. Obwohl der Bauabteilung dazu derzeit die Kapazitäten fehlen, stimmte der Gemeinderat dafür, die Bebauungsplanänderung nun anzustoßen.

„Unsere Kapazität ist erschöpft“ – mit diesem Argument warb Rathauschef Wolfgang Panzer (SPD) im Gemeinderat dafür, eine Entscheidung über den Dachgeschossausbau in der Grünau auf unbestimmt zu vertagen. Doch damit stieß der Bürgermeister im Gremium auf wenig Verständnis.

Julia Mittermeier (FW), deren Fraktion im November 2020 mit einem entsprechenden Antrag die Forderung von 60 Reihenhausbesitzern unterstützen wollte, warf Panzer ein Vertrösten auf unbestimmt Zeit vor. Ihr Fraktionskollege Alfons Hofstetter stimmte dem zu: „Wenn wir das heute nicht entscheiden, dann erst am Sankt-Nimmerleins-Tag!“ Auch CSU-Rat Franz Felzmann verstand nicht, warum die Verwaltung dem seit vielen Jahren gehegten Wunsch nicht nachkomme. „Warum kann man das nicht schnell voran bringen?“, wollte er wissen.

Das Problem: Damit die Dachgeschosse der 242 Reihenhäuser in der Grünau ausgebaut werden können, müssten die Bebauungspläne geändert werden. Ein Bebauungsplanverfahren wäre die Folge. „Das werden wir in nächster Zeit nicht stemmen können“, erklärte Panzer. Derzeit laufen bereits fünf solcher Verfahren in mehreren solcher Gebiete, darunter die Bayer-Siedlung. Für den Dachgeschossausbau in der Grünau müsste etwa geklärt werden, ob das Dach angehoben und die Neigung beibehalten werden soll oder die Traufhöhe bleibt bei einer stärkeren Dachneigung. Außerdem müssten durch die zusätzlich Wohnfläche der Stellplatznachweis überarbeitet werden sowie interne oder externe Vergaben der Planungsleistungen erfolgen. „Mit einem Bebauungsplan, der fünf Jahre dauert, ist keinem geholfen“, betonte Bürgermeister Panzer.

„Für mich ist es kein Argument, dass die Kapazitäten nicht da“, entgegnete Hofstetter. „Wir müssen das jetzt endlich anstoßen, sonst dauert es 10 Jahre!“ Leichter können Wohnraum nicht geschaffen werden, argumentierte Julia Mittermeier. Außerdem wären die viele Unterschriften, die Anwohner aus der Grünau gesammelt haben, Beweis dafür, dass großes Interesse an dieser Möglichkeit der Nachverdichtung besteht.

Der Rathauschef wiederum bezweifelte, dass der Anteil der Bürger, die ihr Dachgeschoss ausbauen möchten, wirklich so hoch sei. „Es gibt 242 Bewohner mit 242 Meinungen“, erklärte Panzer. Gerade deshalb sei de Aufwand nicht banal. „Sie müssen sich entscheiden, sonst fällt die Bayer-Siedlung hinten runter“, stellte Panzer deutlich klar. Dass ein anderes Nachverdichtungsprojekt nicht weiter verfolgt wird, wollte keiner der Räte. „Die Themen haben alle große Brisanz“, betonte Korbinian Rausch (CSU). Von der abwehrenden Haltung des Bürgermeisters zeigte sich Mittermeier enttäuscht. „Ich habe das Gefühl, Sie wollen den Ausbau nicht.“

Grünen-Rat Armin Konetschny wollte die Wogen glätten und schlug vor, Prioritäten zu setzen und bestimmte Aufgaben an Externe zu vergeben. So einfach sei das nicht, wie Panzer betonte: „Auch bei Externen muss die Verwaltung sehr viel mithelfen.“ Grünen-Fraktionsvorsitzende Evi Karbaumer hatte Verständnis für die Kapazitätsgrenzen in der Verwaltung und machte den Vorschlag, zu beschließen, die Grünau erst nach Abschluss der anderen Bebauungsplanverfahren zu bearbeiten.

Einen entsprechenden Beschluss fasste der Gemeinderat abschließend einstimmig. Ein Aufstellungsbeschluss für eine Bebauungsplanänderung soll zu einer der nächsten Sitzungen vorbereitet werden. Zusätzlich soll dem Gremium die fünf laufenden Bebauungsplanverfahren darlegen.

Iris Janda

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