Keine Parkplätze auf dem Postanger

Bebauung Posthof Sauerlach – Gemeinderat votiert gegen Antrag

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Der Postanger liegt im Herzen von Sauerlach, ist Option für verschiedenste Veranstaltungen. Teilbereiche der Grünfläche sollten zeitweise zur Parkfläche umfunktioniert werden.

Mit 16 gegen zwei Stimmen wurde im Sauerlacher Gemeinderat der Antrag eines Projektsteuerers abgelehnt. Dieser plante im Zuge des Bauvorhabens am Posthof die zeitweise Ausweisung von 50 Stellplätzen für Hotelgäste auf dem benachbarten Postanger. Der Antrag sorgte für Diskussionen.

Die BayLa Immobilien-Verwaltungsgesellschaft ist Eigentümerin des Gebäudekomplexes aus Hotel Sauerlacher Post und Gasthaus an der Tegernseer Landstraße, Ecke Wolfratshausener Straße. Geplant ist ab etwa Mitte des Jahres der Bau von 28 Wohnungen. Die Borgert Immobilien GmbH ist als Projektsteuerer beauftragt. Bislang diente das Grundstück unter anderem den Gästen als Parkplatz. Anstelle der etwa 100 Stellplätze wird es nach dem Bau des Gebäudekomplexes eine zweigeschossige Tiefgarage geben.

Bauamtsleiter Hubert Zellner erläuterte, geplant sei, zunächst den Deckel der Tiefgarage zu betonieren und dann mit der Unterhöhlung zu beginnen. Da sich in diesem Bereich auch das Baulager befinden werde, sei der Platz insgesamt knapp. Die Befürchtung der Gemeindeverwaltung sei, dass sich die Hotelgäste derweil in der nahen Umgebung des Posthofes nach Parkplätzen umsehen werden, gerade in der nahen Andrea- und Martinstraße — auf Kosten der Anwohner. Um das zu verhindern, gab es bereits im Bauausschuss den Kompromissvorschlag, für die Hotelgäste und nur für die Dauer des Bauvorhabens, 26 Parkplätze auf dem Postanger zu bauen. Schweren Herzens hätte das Gremium dies akzeptiert. Immerhin würde eine zentrale Grünfläche zu einem Parkplatz umfunktioniert werden. Der Projektsteuerer reichte dann aber stattdessen einen Antrag für beinahe die doppelte Anzahl an Stellplätzen ein. Der Postanger würde später renaturiert und in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden, so die Zusicherung.

Die Forderung ging manchem im Gremium zu weit. So sei dies nicht geplant gewesen, betonte Bürgermeisterin Barbara Bogner (UBV). Von Anfang an hätte die Belastung für den Postanger nur minimal sein dürfen, kritisierte Axel Horn (Grüne). Für ihn sei der Antrag daher unrealistisch. Dem stimmte Wolfgang Büsch (Grüne) zu und betonte, mit 25 bis 30 Parkplätzen sei dort das Maximum erreicht, das wäre nur ein Entgegenkommen des Gremiums gewesen. „Ich hätte nur den Kompromiss gerade noch akzeptiert“, äußerte Andrea Killer (CSU). „Ich werde dem Antrag auf keinen Fall zustimmen“, betonte Josef Bacher-Maurer (CSU). Als „taktischen Fehler“ bezeichnete Bogner abschließend die Vorlage des umfänglichen Antrags. Es folgten zwei Beschlüsse: 16 Ratsmitglieder votierten gegen das Vorhaben, 50 zeitlich begrenzte Stellplätze auf dem Postanger einzurichten, Klaus Zimmermann und Rupert Feistbauer (beide UBV) stimmten dafür. Selbst die Kompromiss-Variante mit 26 Stellplätzen hatte Akzeptanz eingebüßt. Mit neun zu neun Stimmen war auch sie vom Tisch. Das ursächliche Stellplatz-Problem aber immer noch nicht. „Der Bauherr muss sich jetzt freilich um Alternativen bemühen“, antwortete Hubert Zellner. Als „Eigentor“ empfindet der Projektsteuerer die Entscheidung des Gremiums. Für die Hotelgäste gäbe es Parkplätze im nahen Gartencenter, ein Shuttle-Service würde eingerichtet, die Verhandlungen liefen. Keine optimale, aber günstigere Lösung. Die Umgestaltung von Teilen des Postangers und dessen spätere Renaturierung wären teurer gewesen. 26 Stellplätze hätten nicht gereicht, deshalb der Antrag auf 50. Bisher hätte zwischen der Gemeinde und dem Büro stets ein gutes Kooperationsklima geherrscht. Die jetzige Entscheidung sei ebenso überraschend wie unverständlich.

krb

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