„Basketball ist die schönste Nebensache“

Aufbauspieler John Boyer vom TSV Oberhaching im HALLO-Interview

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Auf dem Feld hat John Boyer (l.) alles im Griff.

Diesem Mann muss man den Basketball-Sport nicht mehr erklären. John Boyer bestimmt bei den „Tropics“ des TSV Oberhaching in der Ersten Regionalliga Südost Takt und Tempo auf dem Feld. Als Playmaker und verlängerter Arm des Coaches Guard ist der US-Amerikaner Denker und Lenker im Getriebe des Teams. Dazu ein sympathischer Zeitgenosse, der deutlich auch über den Tellerrand seines Sports hinausdenkt. Nach seiner basketballerischen Grundausbildung am renommierten College von Buffalo agierte der Aufbauspieler bei Proficlubs in der Slowakei, in Tschechien und Spanien. HALLO hat vor den entscheidenden Wochen auf der Jagd nach der ersten Oberhachinger Regionalliga-Meisterschaft mit dem „Go-to-Guy“ der „Tropics“ gesprochen.

Das Sportjahr 2018 lief prächtig. Und 2019 lässt sich nach Seriensiegen und drei Erfolgen Vorsprung auf die Ligakonkurrenz doch auch prächtig an. 

Boyer (lacht): Ich bin sehr zufrieden mit der gesamten Saison bislang. Natürlich willst Du Meister werden und nicht Vize. Wir hatten das ja in der Vorsaison bis zum letzten Spieltag noch selbst in der Hand [Am Ende Vizemeister hinter Gotha /Red]. Aber das Leben geht weiter. Und mit einem John Boyer wirst Du eh immer Vize (lacht).

Das müssen Sie aber erklären. 

Es war meine dritte Vizemeisterschaft in der Ersten Regionalliga. Nach zwei solchen Erfolgen in Vilsbiburg jetzt auch in Oberhaching. Aber im Ernst. Natürlich wollen wir diese Meisterschaft irgendwann noch einmal gewinnen. Ob mit oder ohne Aufstieg danach. Das Team ist einfach geil und hätte sich diesen Titel verdient.

Die schwierigen Rahmenbedingungen für einen möglichen ProB-Aufstieg in Oberhaching wurden ja umfangreich thematisiert. Würde es Sie nicht reizen, noch einmal höherklassig zu spielen. Für einen Playmaker ist doch 30 kein Alter? 

Ich fühle mich sehr wohl, so wie es hier ist. Oberhaching ist ein familiärer Verein. Wir pflegen hier viele Freundschaften und unternehmen auch abseits des Spielfeldes sehr viel miteinander. Dazu haben wir Mario Matic, den besten Trainer der Regionalliga. Was willst du mehr? Meine Perspektiven haben sich in den vergangenen Jahren ohnehin verschoben. Basketball ist für mich zur schönsten Nebensache geworden. Absolute Priorität hat für mich meine Familie mit Frau und Zwillingen. Die halten einen manchmal sogar mehr auf Trab als die Gegner in der Liga (lacht). Dazu bin ich beruflich stark eingespannt. Als gelernter Physiotherapeut und Informatiker arbeite ich jetzt in der Kundenbetreuung eines Schweizer Neuro-Technologie-Unternehmens und bin für den Raum Bayern verantwortlich. Da kommst du dann nicht nur im Basketball gut rum.

Das klingt alles sehr fundiert und gewachsen. Wie optimistisch blicken Sie auf die Restsaison? 

Wichtig ist, dass wir gesund bleiben und unser auch in der Tiefe toller Kader bis zum Schluss möglichst komplett agieren kann. Wenn wir von ärgeren Verletzungen verschont bleiben, können wir die Meisterschaft wohl heuer eintüten (lacht). Wichtig ist mir aber vor allem auch die private Komponente – dass sich meine Kids gut entwickeln.

Zeichnet sich da etwa bereits starker Nachwuchs für die Tropics ab? 

Die sind erst eineinhalb. Da ist das noch ein bisschen schwer abzusehen. Aber Bälle mögen sie.

Harald Hettich

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