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Jetzt sind die Gutachter gefragt

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Von: Iris Janda

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Die Bahnunterführung in Taufkirchen soll erneuert werden, auch eine Fußgängerbrücke im Norden wird geprüft.
Die Bahnunterführung in Taufkirchen soll erneuert werden, auch eine Fußgängerbrücke im Norden wird geprüft. © steidle Architekten

Mit dem „Quartier am Bahnhof“ soll in den kommenden Jahren in Taufkirchen ein zukunftsfähiges Viertel entstehen. Aus den Anregungen der Bürger und des Bewertungsgremiums haben die Architekten nun die Pläne verfeinert. Unter anderem wurde an der Höhe des Hochpunkts geschraubt. 

Eine angemessene Höhe für das geplante Hochhaus, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Wohnen und Gewerbe sowie eine locker gestaltete Bebauung am Lindenring: Diese und weitere Verfeinerungen des geplanten Quartiers am Bahnhof stellte Projektsteuerer Christian Hörmann in der jüngsten Sitzung des Taufkirchner Gemeinderates vor.

Das Büro steidle Architekten hatte gemeinsam mit den Landschaftsarchitekten Grabner Huber Lipp die Rückmeldungen der Bürger sowie die Anmerkungen des Bewertungsgremiums zum Anlass genommen, den bisherigen Entwurf vom Frühjahr diesen Jahres zu überarbeiten. Ziel des Projekts ist die städtebauliche Überplanung des zwölf Hektar großen Areals zwischen Eschenstraße, S-Bahnlinie, Lindenring und Waldstraße sowie der Lindenpassage.

Weiterhin sei geplant, einen dominanten Hochpunkt am zentralen Platz des Quartiers zu schaffen. „Da ging es sofort in die Diskussion mit der Bürgerschaft, wie hoch ein solcher Punkt eigentlich werden darf“, berichtete Hörmann. Ein Teil der Bürger hätte sich bei der Informationsveranstaltung ein öffentlich zugängliches Hochhaus, am liebsten mit Panorama-Blick über die Alpen, gewünscht. Andere hätten wiederum die Gebäudehöhe kritisiert. Das Expertengremium schlug als Kompromiss vor, sich bei dem ursprünglich auf 58 Meter Höhe geplanten Gebäude an der maximalen Höhe der bestehenden Häuser westlich des Lindenrings zu orientieren. Zudem soll eine Blickfeld-Verträglichkeitsstudie klären, welche Höhe für das Gebäude angemessen wäre.

Bürger wie Architekten sind sich zudem einig, dass es ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Gewerbe und Wohnbebauung im Quartier braucht. „Wenn wir ein lebendiges Mischquartier zum Ziel haben, gibt es bestimmte Bandbreiten, die Sinn machen“, so Hörmann. Ein Verhältnis von 40 Prozent Wohnen zu 60 Prozent Gewerbe sei sinnvoll. Untersuchungen, die unter anderem den Bedarf für die soziale Infrastruktur, also zum Beispiel an Kitas, Schulen und Jugendtreffs, betrachten, sollen dazu angestellt werden.

Zudem soll aufgrund der Rückmeldungen der Bürger die Neubebauung am Lindenring anders gestalten werden. Der „wandartige Charakter“ werde durch kompaktere Baukörper mit unterschiedlichen Höhenspielen aufgebrochen. Was die Anbindung des Quartiers betrifft, ist ein barrierefreier Ausbau der Bahnunterführung und des angrenzenden Geländes angedacht. Zudem werde geprüft, ob eine Fußgängerbrücke über die Bahnlinie möglich ist. Das entspreche den Wünschen der Bürger, die einen Brückenschlag über die Bahn angeregt hätten.

Zudem haben sich die Planer auf Grundlage der Bürger-Rückmeldungen eingehender mit der Gestaltung der öffentlichen Freiräume befasst. Neben der Verbesserung der Wegeverbindungen im Quartier sollen die Grünverbindungen aus dem Gebiet heraus nach Westen entlang der Eschenstraße und nach Norden in Richtung Waldstraße geführt werden.

Den Bürgern war außerdem sehr wichtig, dass der Park der Siedlung am Wald durch eine durchgängige, auch nächtlich nutzbare Verbindung zum Bahnhof mit dem neuen Quartier verbunden wird. Dazu wollen die Planer mit der Jerusalemkirche eine Lösung finden.

Mithilfe dieser Anregungen können nun erste Gutachten in Auftrag gegeben werden. Neben der Blickfeld-Verträglichkeitsstudie sollen unter anderem eine Bedarfsplanung für die soziale Infrastruktur, eine Verkehrsuntersuchung, eine schalltechnische Verträglichkeitsstudie sowie ein Gutachten zu den mikroklimatischen Auswirkungen in Auftrag gegeben werden. Voraussichtlich bis zum Frühjahr 2023 sollen die Gutachten erstellt werden. „Im nächsten Quartal könnte dann eine tiefere Debatte geführt werden“, so Hörmann. Anschließend könne der Bebauungsplans aufgestellt werden.

Iris Janda

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