Keine Spur von Trennungsschmerz

Aktionswoche umweltfreundlicher Verkehr

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Auf der grünen Wiese hinter der Bibliothek ließen einige Bürger im Rahmen der Aktion ihre Autos für eine Woche ­wegsperren.

Während der 1. Ober­hachinger ­Radlwoche gaben mehrere Bürger ihr Auto ab. Und die hätten auch noch länger darauf verzichten können.

Wer am vergangenen Freitag mit dem Auto zum Abschluss der 1. Oberhachinger Radlwoche kam, bei dem fuhr das schlechte Gewissen mit auf dem Beifahrersitz. Um 15 Uhr wurden die auf der Wiese hinter der Gemeindebibliothek eingezäunten Fahrzeuge den zwölf Bürgern, die an der Aktion teilgenommen hatten (acht davon sowieso schon auto­frei), wieder übergeben. Außerdem verloste die Gemeinde unter den Teilnehmern klima­freundliche Gewinne wie etwa Jahrespakete für das MVG-Rad. Den größtenteils weiblichen Teilnehmerinnen dankte die Natur mit einigen Sonnenstrahlen und einer kurzen Pause vom Regenwetter. Schnell entstand ein gegenseitiger Austausch über die vergangene Woche ohne Auto. Dabei wurde deutlich, dass die meisten ihr Fahrzeug sowieso sehr wenig nutzen. Man war sich einig, dass der Verzicht kein großes Problem darstellte. „Das Auto ist ein kleines Stück Luxus, das man sich ab und an gönnt“, erklärte Helga Spangenberg. Sie fand es interessant zu sehen, wie viel Dinge leicht ohne Auto zu erledigen sind. „Und es war auf einmal so viel Platz in der Garage“, fügt sie mit einem Lachen hinzu. Kompliziert wird es nur, wenn die Kinder zu Fußballspielen in andere Orte gebracht werden müssen. Die autofreie Woche machte ihr und ihrer Familie aber auch Lust, noch mehr mit dem Fahrrad zu unternehmen. „Wir überlegen, im Sommer für einige Tage einen Radlurlaub zu machen.“ Auch Caroline Benkert kam in der Woche gut ohne ihr Auto zurecht. Sie hätte es sogar begrüßt, wenn sie länger auf ihr Fahrzeug verzichten hätte müssen. „Bestimmte Dinge, für die man ein Auto braucht, hab ich dann einfach auf eine andere Woche verschoben“, sagt sie. Generell steht die Mutter auch einem kompletten Verzicht auf das Auto offen gegenüber. „Das muss man sich aber erst einmal trauen.“ Dann wäre es interessant, Stattauto, das Carsharing-Angebot der Gemeinde, auszuprobieren. Das habe Benkert bislang noch nicht getestet.

Innerhalb des Ortes sei aber auch alles mit dem Fahrrad sehr gut zu erreichen. Auch habe sie das Gefühl, dass der Gemeinde das Thema klimafreundlicher Verkehr ein großes Anliegen ist. Lediglich beim Ausbau der Geh- und Fahrradwege könnte an mancher Stelle noch nachgebessert werden. Das sieht auch Dorothea Weber ähnlich. Sie wünscht sich, dass vor allem die Bahnhofstraße noch fahrradfreundlicher gestaltet wird. Wegen der vielen Autos sei dort ein Durchkommen mit dem Rad oft schwierig.

Die Schwestern Svenja und Maren Ernst, die vor Ort waren, um das Familienauto abzuholen, hatten auch kein Problem damit, mit Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr auszukommen. Die jungen Frauen wünschen sich aber, dass der Bus zumindest am Wochenende häufiger nach Grünwald fahren würde. Helga Spangenberg würde es ebenfalls begrüßen, wenn die Busverbindungen am Wochenende ausgebaut wird. Dabei sei allerdings die Frage, ob dann die Busse voll werden und sich mehr Fahrten wirtschaftlich auch lohnen.

Bei seiner Ansprache vor den Teilnehmern betonte Bürgermeister Stefan Schelle, dass klar sei, dass man allein durch eine solche Aktion den Planeten nicht retten könne. „Aber es ist wichtig, dass darüber geredet wird.“ Dass es in der Bevölkerung einen deutlichen Wandel gibt, machte sich auch am Ende der Fahrzeugübergabe bemerkbar – drei Autos wurden gar nicht abgeholt.

Iris Janda

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