Hilfe durch den Bildungsdschungel

Aelius-Förderwerk unterstützt Kinder und Jugendliche aus Nicht-Akademikerfamilien

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Die Münchner Studenten Stephan Le aus Unterhaching und Yasmin Taheri (Öffentlichkeitsarbeit) engagieren sich im Aelius-Förderwerk.

Mehr Bildungschancen für Kinder und Jugendliche aus Nicht-Akademikerfamilien – dafür setzt sich das gemeinnützige Förderwerk Aelius ein. Der Verein hat rund 130 ehrenamtlich Aktive. Stephan Le (19) aus Unterhaching und Yasmin Taheri (23) aus Fürstenfeldbruck gehören dazu. Beide Studenten helfen jüngeren Schülern und angehenden Studenten durch die Vielzahl der Angebote.

Stephan Le weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig Unterstützung sein kann. Er hat sie nämlich auch bekommen, wenn auch von anderer Seite. Der heute 19-Jährige war 2015 einer von 50 Stipendiaten des Förderprogramms „Talent im Land – Bayern“ (TiL) des Bildungsministeriums und der Robert Bosch Stiftung. „Der Grundgedanke dieses Programms war, junge Menschen auf dem Weg zum Abitur zu begleiten, die aufgrund ihrer sozialen Herkunft auf ihrem Bildungsweg Hürden überwinden mussten“, so Le. Stephan hat deutsch-vietnamesische Wurzeln, wohnt mit seinen zwei Geschwistern und den Eltern in Unterhaching. Dort besuchte er das Lise-Meitner-Gymnasium. Ein Lehrer machte ihn damals auf das Angebot des Ministeriums aufmerksam. „Also bewarb ich mich“, erinnert sich Stephan. Er sieht sich später als Software-Ingenieur oder in der Forschung. Jetzt möchte er Jüngeren mit seinem Wissen helfen. „Ich habe zufällig an der Uni München von Aelius gehört und fand die Idee cool“, erzählt Stephan. Brücken bauen und Hürden nehmen – das ist in etwa das Ziel der gemeinnützigen Initiative. Unterstützt werden sollen Schüler auf ihrem Weg zum Abitur und ins Studium. 

Gegründet 2017 von Studenten in Erlangen und München mit heute rund 130 ehrenamtlichen Helfern, da­runter 50 Mentoren. Dort lernte er Yasmin kennen. Sie ist in Taufkirchen aufgewachsen, wohnt heute in Fürstenfeldbruck. Vater und Mutter kamen Anfang der 80er-Jahre aus Af­ghanistan. „Meine Eltern haben mir damals auch nicht helfen können“, so die Anglistik-Studentin kurz vor dem Bachelor. „Ich möchte mich später mal in der Entwicklungshilfe einbringen oder in der Diplomatie“, sagt die junge Frau. Beider Ziel ist es, Kinder und Jugendliche gerade, aber nicht nur aus Nicht-Akademikerfamilien zu fördern – „und damit einen Beitrag zu mehr Bildungschancen und -gerechtigkeit in Deutschland zu leisten“, sagen beide. Bildung sei doch keine strikte Linie, es gebe so viele Wege zum Ziel. Präsenz zeigt Aelius mit Infoständen an Schulen und auf Bildungsmessen. „Wir verteilen Flyer an die Schüler, schreiben Rektoren an“. Auf Einladung der Schulen hält Aelius gern Seminare vor Ort. Langfristiges Ziel des noch jungen Vereins sei künftig auch die Vergabe ganzer Stipendien. Alle zwei Wochen treffen sich die Münchner Ehrenamtlichen in Räumen der Studentenvertretung zum Austausch.

„Ein Büro oder eigenen Raum haben wir leider noch nicht“, sagt Yasmin. Sie seien ein buntes Team, vertreten seien etwa Albanien, Türkei, Irak und Sri Lanka. „So können wir junge Menschen aller Nationalitäten verstehen“, betont Stephan. Seminare, Workshops und ein Mentoring-Angebot seien Mittel der Wahl. „Wir bringen Schüler mit Mentoren aus ihrem Wissensgebiet zusammen, damit sie an den Erfahrungen der Profis teilhaben können“, erzählt Le. Zu den Mentoren zählen bislang etwa der Bundestagsabgeordnete Karamba Diaby, die Schauspielerin Janina Elkin und Umeswaran Arunagirinathan, Autor und Mediziner. „Unterstützt werden wir von der Bildungsstiftung des Münchner Lehrerinnen- und Lehrer-Verbands (MLLV)“, ergänzt Stephan Le. Spenden, Förderer und Ehrenamtliche seien die Basis des Vereins – und daher natürlich immer willkommen. Weitere Informationen gibt es unter www.aelius-foerderwerk.com.

KRB

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