Wohnungen für sieben Millionen, Grunstücke für 16 Millionen

Münchner Immobilienpreise gehen durch die Decke - trotz Corona

Der Rekord-Deal 2019: Für eine Milliarde Euro verkaufte die Hypovereinsbank den 10-Gebäude-Komplex am Tucherpark an die Commerz Real. Dort soll ein Wohnviertel entstehen
+
Der Rekord-Deal 2019: Für eine Milliarde Euro verkaufte die Hypovereinsbank den 10-Gebäude-Komplex am Tucherpark an die Commerz Real. Dort soll ein Wohnviertel entstehen.

Sieben Millionen Euro für eine Wohnung? Immobilienmarkt kennt trotz Corona keine Grenzen

  • Gutachterausschuss legt Immobilienbericht 2019 vor: Preise für Immobilien in München ziehen weiter an
  • Rekord-Deals bis zu einer Milliarde Euro
  • Keine Preisrückgänge trotz Corona-Pandemie
  • München – Stadt der Extreme. Nicht zuletzt im Immoblienbereich. 45 Millionen kostete ein Mehrfamilienhausgrundstück in Berg am Laim, 16 Millionen ein Einfamilienhausgrundstück in Oberföhring. 10 000 Euro pro Quadratmeter Wohnbaufläche. Eine Doppelhaushälfte in Nymphenburg wurde für 4,5 Millionen verkauft, ein Reihenhaus in Bogenhausen ging für 5,3 Millionen weg. Und für eine 300-Quadratmeter-Traumwohnung im selben Stadtteil legte jemand sieben Millionen hin. Die Extreme auf dem Immoblienmarkt in München kennen keine Grenzen. Das bestätigt auch der Immoblienmarktbericht 2019, den der Gutachterausschuss jetzt präsentierte.

    Umsatzrekord von 16,9 Milliarden Euro

     „2019 wurde ein Geldumsatzrekord von 16,9 Milliarden Euro erreicht“, erklärt der Vorsitzende Albert Fittkau. Ein Plus von 33 Prozent im Jahresvergleich. Die Vertragsanzahl ist dabei um sieben Prozent gestiegen. Das heißt: eine einzelne Immobilie kann mehr Umsatz erzielen. Wie zum Beispiel der Rekord-Deal Tucherpark mit einer Milliarde Euro oder ein anderer Bürokomplex mit 690 Millionen Euro. Auch die Preise von Eigentumswohnungen sind immens: Der durchschnittliche Preis im Jahr 2019 für einen Neubau in guter Lage betrug 670 000 Euro. Ein Preisanstieg von sieben Prozent. Eine wiederverkaufte Eigentumswohnung (gute Wohnlage, mit Denkmalschutz, 80 Quadratmeter Wohnfläche) schlägt mit 10 600 Euro pro Quadratmeter zu Buche. Der Anstieg hat sich zwar leicht verlangsamt, ein Ende der steigenden Tendenz ist aber nicht in Sicht. 

    Bremst Corona die Immobilienpreise?

    Selbst die Corona-Pandemie dürfte bisher keine Auswirkungen gehabt haben: „Hier sind keine Preisrückgänge zu beobachten“, sagt Kommunalreferentin Kristina Frank, die gemeinsam mit Fittkau den Bericht vorstellte. Aber: Eine Zurückhaltung sei wahrzunehmen. „Kein Deal statt billiger Deal“ laute die Devise derzeit, so die Kommunalreferentin. Im März kam es zu 700 Vertrags­abschlüssen, im April zu 500. Im Vorjahr waren es 1050 und 1080. „Die aktuellen Zahlen sind aber noch nicht valide“, schränkt Frank ein. „Wir können nicht sagen, ob bereits alle Vertragsabschlüsse in diesem Zeitraum eingegangen sind.“ Auch ob verstärktes Homeoffice zu mehr freien Büroflächen führt, sei derzeit nicht absehbar. „Es gibt zwei gegensätzliche Meinungen dazu.“ Eine davon argumentiere, dass der Zuzug nach München den Rückgang an Flächenbedarf durch Homeoffice kompensiert.

    so

    Auch interessant:

    Mehr zum Thema:

    Meistgelesen

    In Brunnthal soll das Verkehrskonzept überarbeitet werden
    In Brunnthal soll das Verkehrskonzept überarbeitet werden
    Nordfriedhof München: Zweite Sphinx enthüllt - Ensemble wieder komplett
    Nordfriedhof München: Zweite Sphinx enthüllt - Ensemble wieder komplett
    Buntes „Gefängnis“ am Luise-Kiesselbach-Platz – Künstler gestaltet  SWM-Häuschen 
    Buntes „Gefängnis“ am Luise-Kiesselbach-Platz – Künstler gestaltet  SWM-Häuschen 

    Kommentare

    Liebe Leserinnen und Leser,

    wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

    Die Redaktion