Nutznießer des Regens

Münchner Grundwasser durch starken Regen angestiegen – doch für die Natur reicht das noch nicht

Regenwetter in München
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Regenwetter in München

Der Grundwasser-Pegel in München ist von einem historischen Tiefpunkt wieder gestiegen - durch den starken Regen. Doch für die Bäume war das noch nicht ausreichend.

  • In München wurden Anfang des Jahres das niedrigsten Grundwasserstand seit langem gemessen.
  • Durch den starken Regen kam es zum Anstieg, doch der reicht noch nicht für die Bäume.
  • In der Stadt gibt es Unterschiede beim Grundwasser-Pegel

Sommer in der Stadt – doch Biergartenbesuche und lauschige Terrassenabende waren bisher rar gesät. Stattdessen war Regen angesagt. Das freute die Münchner wenig, die Natur sehr. Anfang des Jahres wurden in vielen Messstellen, vor allem im Südosten Münchens, die niedrigsten Grundwasserstände der letzten 15 Jahre gemessen, so ein Sprecher des Referats für Gesundheit und Umwelt (RGU). 

Starker Regen in München lässt den Grundwasser-Pegel wieder steigen

Dann kamen die Niederschläge der vergangenen Wochen – und der Pegel stieg an. Allerdings gibt es münchenweit große Unterschiede: 

„Im Bereich der Altstadt stieg das Grundwasser in den letzten zwei Monaten um circa 5 bis 30 Zentimeter an. Der Anstieg ist nicht sonderlich hoch, da die Altstadt relativ stark versiegelt ist“, erklärt der RGU-Sprecher

„In Harlaching ist der Pegel seit Mai 2020 um circa 10 bis 53 Zentimeter gestiegen. Da der Grundwasserspiegel hier sehr tief liegt (mehr als 20 Meter ab Geländeoberkante), reagiert er verzögert auf die Regenereignisse.“ 

Deutlich stärker sei die Reaktion in Bereichen mit hohem Grundwasserstand und wenig Versiegelung wie Feldmoching oder Johanneskirchen. „Hier ist der Pegel seit Mai um circa 40 bis 70 Zentimeter gestiegen“, teilt das RGU mit. 

Aufgrund der trockenen Monate davor bewege sich der Grundwasserspiegel auch hier im Mittelwasserbereich. Neue Höchststände wurden laut RGU nicht erreicht.

Die Natur in München braucht noch mehr Regen

 „Der Regen war für die Vegetation und Tierwelt dringend notwendig“, sagt Martin Hänsel, stellvertretender Geschäftsführer der Kreisgruppe München vom Bund Naturschutz. Länger andauernde Niederschläge seien für viele Tiere essentiell. Für Igel zum Beispiel. Oder Hornissen, die Wasser aufnehmen, um ihre Nester zu kühlen. 

Da der Regen nicht in Sturzbächen auf München eindonnerte, konnte der Boden laut Hänsel viel Wasser aufsaugen: „Das hat die Situation im Oberboden entspannt, was zum Beispiel für die Landwirtschaft wichtig ist.“ Doch in den mittleren und tieferen Bodenschichten sei das Wasser noch nicht angekommen. Der Unterboden ist weiterhin trocken, Bäume bekommen noch kein Wasser

Sophia Oberhuber

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