Tauben sterben qualvollen Tod

Giftalarm an der Landshuter Allee

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Was sich an der Landshuter Allee / unter der Fußgängerbrücke abgespielt hat, kann auch für Kinder und Hunde gefährlich werden.

Viele Tauben sterben qualvollen Tod: Giftalarm an der Landshuter Allee

Der Anruf erreicht die Tierrettung am Mittwochnachmittag gegen 15.30 Uhr: Die Anruferin, die mit ihrem Kind und ihrem Hund an der Landshuter Allee /Ecke Braganzastraße unterwegs ist, spricht von mehreren Tauben, die am Boden gelegen haben und selbst vor Hunden keinerlei Fluchtverhalten zeigten. Tierarzt Daniel Schäffer reagiert daraufhin sofort und fährt zum Einsatzort.

Erst vor Ort, unter der Fußgängerbrücke, wird ihm das ganze Ausmaß des Dramas, das sich dort abspielt, bewusst: Er entdeckt auf Anhieb mindestens zehn Tauben, die in einem Umkreis von 50 Metern bewegungsunfähig am Boden liegen und neurologische Symptome unterschiedlichen Ausmaßes aufweisen. Viele haben Krämpfe oder leiden unter Schnappatmung.

Schäffer findet Futterreste aus einem seltsam aussehenden Getreide. Weil es sich um so viele Tiere mit lebensbedrohlichen Symptomen handelt, kommt der Experte schnell auf seine erste Verdachtsdiagnose: Es ist eine Vergiftung!

Weil sein Einsatzort von vielen Kindern und Hunden frequentiert wird, alarmiert er die Polizei. Denn um welches Gift es sich genau handelt, ist vom bloßen Augenschein nicht feststellbar.

Die Polizei kann allerdings nicht sofort einen Einsatzwagen schicken, bittet den Tierarzt aber, Proben des Futters einzusammeln. Daniel Schäffer findet zwölf Tauben, die teilweise versteckt im Gebüsch liegen und packt möglichst viel von dem Futter ein.  Nur so ist eine toxikologische Untersuchung möglich. Bevor er mit unserem Einsatzwagen in Richtung Vogelklinik der LMU in Oberschleißheim aufbricht, informiert er noch einmal die Polizei, die sich bereit erklärt, eventuell noch eine Streife zu schicken, um das restliche Giftfutter zu entsorgen.

Sieben der Vögel sind wegen ihres hoffnungslosen Zustands nicht mehr zu retten. Die Kollegen von der Vogelklinik müssen sie einschläfern. Eine weitere Taube stirbt in der Nacht auf Donnerstag.

Nach einer Pressemitteilung des Tierrettungsvereins München leben derzeit noch vier Tauben, deren Zustand die Vogelspezialisten aber als sehr kritisch einstufen. Um welches Gift es sich genau handelt, steht derzeit noch nicht fest. Weil seine Wirkung jedoch rasend schnell eingesetzt hat, liegt der Verdacht auf eine bewusste Gabe des Giftes nahe.

Die Gründerin und Vizepräsidentin der Tierrettung, die CSU-Stadträtin und Rechtsanwältin, Dr. Evelyne Menges: "Es ist im Moment zwar noch reine Spekulation, allerdings weist vieles darauf hin, dass die Tauben gezielt vergiftet worden sind. Das würde bedeuten: Hier hat ein Mensch eine Straftat begangen, die geahndet werden muss. Wehrlose Tiere einen qualvollen Tod sterben zu lassen, ist zudem ein schwerer, aber auch hinterhältiger und feiger Verstoß gegen das Tierschutzgesetz." (kom)

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