Neues aus der Ismaninger Strasse

Facettenreiche Verbindung zwischen Herkomer Platz und Max-Weber Platz

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Die „Villa Stuck“ in der Prinzregenten-/gegenüber Ecke Ismaninger Straße: Einst Wohnhaus des Münchner Kunstmalers Franz von Stuck – heute ein Museum mit Anspruch

Wenn die Ismaninger Straße die Prinzregentenstraße kreuzt, fällt die Villa Stuck ins Auge. Das Museum beherbergt nicht nur den künstlerischen Nachlass im Hause des berühmten Münchner Kunstmalers Franz von Stuck, sondern hat auch ein spannendes Museumsprogramm zu bieten. 

Teil davon ist das Format „Friday Late“. Jeden ersten Freitag im Monat freuen sich Besucherinnen und Besucher über die verlängerte Öffnungszeit von 18 bis 22 Uhr bei freiem Eintritt in die Historischen Räume und in die Wechselausstellungen. Die nächste Möglichkeit besteht am kommenden Freitag, 5. Juli. Auf dem Programm steht von 18 bis 21 Uhr ein Bunter Abend mit einer MVHS-Führung für Kinder ab 6 Jahren in Begleitung Erwachsener (Anmeldung unter 089/480066724). Um 19 Uhr lädt Philosoph Paulus Kaufmann zu einem Philosophischen Foyer mit Diskussion zum Thema „Genervt sein“ ein. Um 21 Uhr beginnt eine Führung durch die Historischen Räume und Sammlungen. Geführt durch Koloman Moser, Universalkünstler zwischen Gustav Klimt und Josef Hoffmann.

Die Ismaninger Straße ist eine Verbindungsstraße zwischen dem Herkomer Platz in Bogenhausen und dem Max Weber Platz in Haidhausen – beides sind sehr beliebte und typische Stadtteile Münchens. Bogenhausen wird oft mit noblen Villen und prunkvollen Gebäuden mit außergewöhnlichen Fassaden in Verbindung gebracht. Und tatsächlich lässt sich das auch in der etwa zwei Kilometer langen Ismaninger Straße entdecken. Sie ist geprägt von hübsch aneinandergereihten mehrstöckigen Mietshäusern mit Ladengeschäften im Erdgeschoss, davon viele aus dem 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Die Fassaden spiegeln unterschiedliche Stilrichtungen wieder, wie Renaissance, Neubarock oder barockisierenden Jugendstil. Einige Häuser fallen besonders auf, wie beispielsweise das schlossartige, etwas zurückversetzte Anwesen auf Höhe Hausnummer 109, in dem heute der Bundesfinanzhof untergebracht ist. Das ist der Oberste Gerichtshof des Bundes für Steuern und Zölle.

„Fleischer-Schlösschen“ 

Das denkmalgeschützte Gebäude entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zum ersten „Edelsitz“ in Bogenhausen. Im Jahr 1803 wurde es vom damaligen Bayerischen Staats- und Konferenzminister Freiherr Maximilian von Montgelas erworben, der von dort seinen Amtsgeschäften nachging. Auch Herzog Max in Bayern war einst einer der Besitzer. Trotzdem verfielen Schloss und Nebengebäude im Laufe der Zeit. Erst als im Jahr 1909 das ganze Areal des heutigen Bundesfinanzhofes bis zum angrenzenden Herkomerplatz von Kunstmaler und Farbenfabrikant Professor Ernst Philipp Fleischer zur Errichtung eines Wohn- und Gesellschaftshauses erworben wurde, rührte sich auf dem Gelände wieder etwas. Allerdings mussten schon im Laufe des Jahres 1910 die Bauarbeiten wegen Geldschwierigkeiten des Bauherrn wieder eingestellt werden. Zurück blieb die als „Bogenhausener Schlossruine“ bezeichnete Villa. Zu Beginn des Jahres 1919 erwarb schließlich das Deutsche Reich durch Vermittlung des bayerischen Finanzministeriums das Grundstück, um hier den Reichsfinanzhof zu etablieren. Der Dienstbetrieb im auch „Fleischer-Schlösschen“ genannten Gebäude wurde 1923 aufgenommen.

Alleiniger Sitz des BFH 

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beherbergte das Gebäude, das durch Bomben an der Nordseite teilweise beschädigte war, den Obersten Finanzgerichtshof. Daneben waren Teile von amerikanischen Besatzungsdienststellen, von einem Münchener Finanzamt, vom Bayerischen Verwaltungsgerichtshof und vom Bayerischen Statistischen Landesamt belegt. Erst nach 1956 konnte der Bundesfinanzhof allein über sein Dienstgebäude verfügen. Einige Baumaßnahmen und Erweiterungen sorgten im Laufe der Jahre dafür, dass heute alle Angehörigen des Bundesfinanzhofs in einem Gebäudekomplex untergebracht sind.

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