Nicht verwechseln mit „Unwort des Jahres“

„Corona-Pandemie“ ist Wort des Jahres 2020

Ein Intensivbett mit Beatmungseinheit steht auf einer Corona-Station in Schutzausrüstung hinter einer Scheibe an der ein Achtungssymbol mit einem stilisierten Coronavirus angebracht ist.
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Ein Intensivbett mit Beatmungseinheit steht auf einer Corona-Station in Schutzausrüstung hinter einer Scheibe an der ein Achtungssymbol mit einem stilisierten Coronavirus angebracht ist.

Wer hätte es gedacht? „Corona-Pandemie“ ist das Wort des Jahres - der Begriff steht für die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg und eine Vielzahl von neuen Wortbildungen.

  • Die Corona-Pandemie ist das Thema im Jahr 2020.
  • Der Begriff wurde jetzt zum Wort des Jahres gewählt.
  • Er steht für die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg und für eine Vielzahl neuer Wortbildungen.

Der Begriff „Corona-Pandemie“ ist zum Wort des Jahres 2020 gekürt worden. Die Zusammensetzung bezeichne das beherrschende Thema nahezu des gesamten Jahres, erklärte die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Montag.

Sprachlich stehe der Begriff nicht nur für die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg, sondern auch für eine Vielzahl neuer Wortbildungen, begründete die Jury ihre Entscheidung.

Acht der zehn Wörter des Jahres haben einen direkten Bezug zur Corona-Pandemie

Auf Platz zwei der diesjährigen Rangliste landete der Begriff „Lockdown“, der auf die politisch beschlossenen Maßnahmen zur Beschränkung sozialer Kontakte verweise. Die sozialen und psychischen Folgen, die sich nicht wirtschaftlich beheben ließen, seien noch nicht abzusehen.

Das Wort „Verschwörungserzählung“ folgte auf dem dritten Platz.

Corona-Pandemie im Jahr 2020

Das neuartige Virus SARS-CoV-2 wurde Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan entdeckt. Die Abkürzung steht für „Severe Acute Respiratory Syndrome Corona-Virus 2“ (auf Deutsch: „Schweres akutes Atemnotsyndrom-Coronavirus 2“).

Der Erreger kann die lebensgefährliche Atemwegserkrankung Covid-19 auslösen. Wirtschaft, Kultur und das private Leben seien durch das Virus tiefgreifend beeinträchtigt, erklärte die GfdS.

Das Wort des Jahres der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS)

Das Wort des Jahres wurde von der Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden erstmals 1971 gewählt - und seit 1977 regelmäßig. Inzwischen werden jeweils kurz vor Jahresende zehn Formulierungen gekürt und in eine Rangliste gebracht. Aus mehreren Hundert Vorschlägen wählt die Jury Wörter, die die öffentliche Diskussion dominiert und ein Jahr wesentlich geprägt haben.

Die Jury besteht aus den Mitgliedern des Hauptvorstandes und den wissenschaftlichen Mitarbeitern der GfdS. Sie suchen nach eigenen Angaben nicht nach den am häufigsten verwendeten Ausdrücken.

Ausgewählt würden vielmehr jene Begriffe, die das zu Ende gehende Jahr in besonderer Weise charakterisieren. Die Liste soll den „sprachlichen Nerv“ des Jahres treffen.

Die „Wörter des Jahres“ der vergangenen zwei Jahrzehnte

2020: Corona-Pandemie

2019: Respektrente

2018: Heißzeit

2017: Jamaika-Aus

2016: Postfaktisch

2015: Flüchtlinge

2014: Lichtgrenze

2013: GroKo

2012: Rettungsroutine

2011: Stresstest

2010: Wutbürger

2009: Abwrackprämie

2008: Finanzkrise

2007: Klimakatastrophe

2006: Fanmeile

2005: Bundeskanzlerin

2004: Hartz IV

2003: Das alte Europa

2002: Teuro

2001: Der 11. September

Das „Wort des Jahres“ ist nicht zu verwechseln mit dem „Unwort des Jahres“.

Dieses lautete 2019 „Klimahysterie“. Eine Jury aus fünf Sprachexperten und einem jährlich wechselnden externen Mitglied will mit dem meist im Januar verkündeten Unwort auf „undifferenzierten, verschleiernden oder diffamierenden öffentlichen Sprachgebrauch“ im Vorjahr aufmerksam machen.

KNA/AFP/jh

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