Aktuelle Entwicklungen

Corona in Bayern: Bayern schickt 100 Beatmungsgeräte nach Indien

Ein Patient liegt auf der Intensivstation und wird künstlich beatmet. 100 solcher Beatmungsgeräte schickt Bayern jetzt in das derzeit stark von der Pandemie betroffene Indien. (Symbolbild)
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Ein Patient liegt auf der Intensivstation und wird künstlich beatmet. 100 solcher Beatmungsgeräte schickt Bayern jetzt in das derzeit stark von der Pandemie betroffene Indien. (Symbolbild)
  • Marco Litzlbauer
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  • Jonas Hönle
    Jonas Hönle
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Corona in Bayern: Die Inzidenz sinkt zum ersten Mal seit fast zwei Monaten unter 100. Das RKI meldet einen niedrigeren Wert als im Bundesdurchschnitt.

  • Die aktuelle Entwicklung der Corona-Lage in Bayern.
  • Welche Regeln im Freistaat gelten, wie die Impfungen vorangehen.
  • Die Situation in bayerischen Krankenhäusern ist angespannt.
  • Die Inzidenz sinkt erstmals seit Monaten unter 100.

Update: 16. Mai 2021, 12.33 Uhr:

Bayern schickt 100 Beatmungsgeräte nach Indien

Bayern stellt Indien 100 Beatmungsgeräte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zur Verfügung. Sie haben einen Wert von drei
Millionen Euro und stammen aus dem Pandemiezentrallager des Freistaats, wie die für internationale Beziehungen zuständige
Staatsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag in München erklärte. „Diese Maßnahme ist ein Akt der Humanität und Solidarität mit einem engen Partner Bayerns.“

Kommende Woche sollen die Geräte über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum für Bund und Länder (GMLZ) auf den Weg in das asiatische Land gebracht werden. Zuvor sei noch eine englische Benutzeroberfläche auf die Geräte aufgespielt worden.

Update: 16. Mai 2021, 10.46 Uhr:

Klaus Holtescheck verweist auf positive Wirkung von Naturheilverfahren bei Corona-Langzeitfolgen

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holtescheck (CSU) hat auf die positive Wirkung von Naturheilverfahren auch bei
Corona-Langzeitfolgen hingewiesen. Damit sei der Ansatz Sebastian Kneipps, Medizin ganzheitlich zu betrachten, aktueller denn je, sagte Holetschek am Sonntag in München. Kneipp, der am 17. Mai vor 200 Jahren geboren wurde, sei „ein Pionier auf dem Gebiet der Naturheilkunde, ein Visionär der Prävention und Gesundheitsvorsorge“ gewesen. Mit der Benennung eines Raums im Gesundheitsministerium werde künftig an den Priester erinnert, teilte das Ministerium am Sonntag in München mit.

Holetschek sagte: „Einerseits müssen wir bei der akuten Corona-Infektion alle Möglichkeiten der modernen Medizin nutzen.
Andererseits dürfen wir auch komplementäre, traditionelle Heilverfahren wie die Kneipp-Therapie nicht ungenutzt lassen, um bei
möglichen Langzeitfolgen einer Corona-Infektion zu helfen.“ Der Gesundheitsminister sagte weiter, er setze sich auch dafür ein, Naturheilverfahren stärker wissenschaftlich in den Fokus zu nehmen.

Langanhaltende Krankheitssymptome nach einer akuten COVID-19-Erkrankung können beispielsweise Lungenfunktionsstörungen, Herzbeschwerden, Erschöpfungszustände oder psychische Beschwerden sein. Fachleute schätzen nach Angaben des Ministeriums, dass etwa zehn Prozent aller Corona-Infizierten mit Langzeitfolgen zu kämpfen haben. Das entspräche in Bayern aktuell rund 62.000 Menschen. Die Dunkelziffer könnte höher sein.

Update: 14. Mai 2021

Corona-Inzidenz in Bayern sinkt auf unter 100

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen in Bayern ist am Freitag erstmals seit fast zwei Monaten auf unter 100 gefallen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche auf 100 000 Einwohner im bayernweiten Durchschnitt mit 95,3 an.

Damit liegt Bayern knapp unter dem Bundesdurchschnitt von 96,5. Die Zahl der Neuinfektionen in Bayern lag laut RKI am Freitag bei 1878. 14 551 Menschen starben an oder mit einer Corona-Infektion, das sind 15 mehr als am Vortag.

Die oberfränkische Stadt Coburg liegt mit einer Inzidenz von 284,3 an der Spitze aller Landkreise und kreisfreien Städte nicht nur in Bayern, sondern in ganz Deutschland. Nach Angaben von Oberbürgermeister Dominik Sauerteig (SPD) bekommt die Stadt ein Sonderkontingent von 3200 Impfdosen zugewiesen, um die Pandemie schneller bekämpfen zu können.

Insgesamt liegen in Bayern nur noch fünf Kreise und kreisfreie Städte über einer Inzidenz von 200. 54 Regionen weisen mittlerweile eine Inzidenz von weniger als 100 auf, davon liegen acht sogar unter 50. Auch die Landeshauptstadt München nähert sich diesem Inzidenz-Wert.

Die niedrigste Inzidenz hatte am Freitag der ostbayerische Kreis Neustadt an der Waldnaab mit 34,9.

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Update: 10. Mai 2021

Söder hält Lockdown über Juni hinaus für möglich

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält eine Fortsetzung des Lockdowns mit der Bundes-Notbremse über Juni hinaus für möglich. Söder sagte am Sonntagabend im „Bild“-Politik-Talk, die Notbremse gelte gesetzlich bis zum 30. Juni. „Dann wird man sehen, wie die Gesamtlage ist.“ Er fügte hinzu: „Bloß, weil ein Gesetz endet, ist Corona nicht vorbei.“

Auch wenn die dritte Welle unter Kontrolle zu sein scheine, dürfe sich niemand täuschen lassen: „Wir sind noch nicht ganz überm Berg.“

Hoffnung auf bessere Zeiten machte Söder den Schüler*innen in Deutschland. Das nächste Schuljahr werde ein ganz anderes Schuljahr werden. Dafür müsse es „massenhaft schon vor Schulbeginn Schulimpf-Aktionen mit geschlossenen Gruppen-Impfungen“ mit dem jetzt zugelassenen Impfstoff ab 12 Jahren geben.

Sehr unzufrieden äußerte sich Söder über Probleme bei der Schaffung eines digitalen Corona-Impf-Nachweises: „Jedes Mal, wenn es um digitale Optionen geht, brauchen wir länger, obwohl wir doch ein super Technikland sind.“ Söder verwies auf die Zuständigkeit des Bundesgesundheitsministeriums, das mit Hochdruck an dem Thema arbeite. Dies sei „kein Vorwurf, nur eine Feststellung“.

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Update 2. Mai 2021

München - Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Sonntag, 2. Mai, für Bayern eine 7-Tage-Inzidenz von 146,9. Insgesamt ist die Tendenz leicht sinkend. Ungeachtet dessen bleibt die Lage in Bayerns Krankenhäusern sehr angespannt. Der leichte Rückgang der Infektionszahlen schlägt sich in der Belegung der Intensivstationen bisher nicht nieder. Das geht aus dem deutschlandweiten Divi-Intensivregister hervor.

Corona in Bayern: Lage an Intensivstationen angespannt - teilweise kein einziges Intensivbett frei

Am Sonntag, 2. Mai, war demnach in 11 der 96 bayerischen Landkreise und kreisfreien Städte kein einziges Intensivbett frei. Im bayernweiten Schnitt waren 12,2 Prozent der Intensivbetten verfügbar, ein niedriger Wert. Am Samstag war die Lage sogar noch enger.

Bis zur Kapazitätsgrenze belegte Intensivstationen meldeten am Samstag unter anderem die Stadt Fürth sowie die Landkreise Landshut, Erlangen-Höchstadt und Aichach-Friedberg. Die Kommune mit den meisten Intensivbetten in ganz Bayern ist die Landeshauptstadt München, dort waren nur 43 der 495 Intensivbetten noch frei.

Bayern: Intensivstationen stark belastet - Verschieben nicht dringender OPs an der Tagesordnung

Zumindest sind die Patientenzahlen auf den Intensivstationen in den vergangenen Wochen nicht mehr rasant gestiegen. „Die gegenwärtige Plateaubildung bei den Covid-19-Patienten darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Situation regional sehr unterschiedlich ist und daher Verlegungen von Patienten, aber auch das Verschieben nicht absolut dringlicher Operationen an der Tagesordnung sind“, sagte eine Ministeriumssprecherin auf Anfrage.

Bayernweit gibt es derzeit auch viele Intensivpatienten mit anderen Diagnosen. „Von daher ist bedauerlicherweise mit keiner Entspannung der Situation auf den Intensivstationen in den nächsten Tagen zu rechnen“, sagte die Sprecherin.

Zur Erleichterung aller Beteiligten gehen die Corona-Fallzahlen in Bayern jedoch mittlerweile etwas zurück. Am Sonntag meldete das Robert Koch-Institut 2582 Neuinfektionen, die bayernweite 7-Tage-Inzidenz ist auf gut 146,9 Fälle pro 100 000 Einwohner gesunken. Allerdings sind die Zahlen an Wochenenden in der Regel niedriger als zur Wochenmitte.

In 18 bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten ist die Inzidenz inzwischen auf unter 100 gesunken. Den niedrigsten Wert (60,7) verzeichnete am Sonntag der Landkreis Starnberg.

Update: 29. April 2021

Genesene Corona-Patienten werden in Bayern mit Geimpften gleichgestellt

Bayern will in der kommende Woche genesenen Corona-Patienten mit vollständig Geimpften und negativ Getesteten gleichstellen. „Wir werden nächste Woche die Gleichstellung von Genesen auf den Weg bringen“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag in München.

In dieser Woche hatte das Kabinett zweifach Geimpfte mit negativ Getesteten gleichgestellt. Das bedeutet etwa, dass sie bei einem Friseurtermin keinen negativen Test mehr vorlegen müssen.

Trotz der leicht rückläufigen Corona-Zahlen in Bayern warnte Söder vor voreiligen Lockerungsdebatten. Die Tendenz sei positiv, aber es gebe noch immer keinen Anlass aufzuhören, sagte er. Die Inzidenz im Land entwickle sich in die richtige Richtung, es sei „aber noch lange nicht vorbei“. Bayern befinde sich weiterhin auf einer sehr langen Zielgeraden.

Zudem brauche es weiter bei den Impfungen „Vollgas“ durch eine schnelle Aufgabe der Priorisierungen und zügiges Impfen in Betrieben, sagte Söder. Auf diese Weise könne die Mobilisierung erhöht und auch wieder Perspektiven für die Wirtschaft geschaffen werden.

An die Adresse des Koalitionspartners in Bayern, die Freien Wähler, betonte Söder: Die Inzidenz im Land sinke leicht, nicht sprunghaft. Daher könne auch noch nicht die „Freibadsaison“ eröffnet werden. Die Freien Wähler sehen in jedem Lichtblick den Beginn eines Sommers, die CSU teile diese Auffassung nicht.

Das gelte auch für den Bereich der Schulen, wo die CSU die Lockerungsforderungen weiter kritisch sehe. „Wir nehmen den Bereich Schule sehr ernst“, sagte Söder. Zur Wahrheit gehöre aber auch, „dass wir die mit Abstand höchsten Inzidenzen bei Kindern haben“.

Es sei ein gutes Signal, dass inzwischen auch Impfmöglichkeiten für Kinder in Aussicht stünden.

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Erstmeldung: 29. April 2021, 10.21 Uhr

Corona in Bayern: Strikte Corona-Regeln bei Notbremse, aber auch Öffnungen

Blumenläden, Gärtnereien und Buchhandlungen dürfen seit diesem Mittwoch in ganz Bayern wieder öffnen. Es bleibt aber bis auf Weiteres bei den strikten Corona-Grenzwerten für Distanzunterricht an Schulen. Auch Joggen und Spazierengehen bleibt in Corona-Hotspots zwischen 22.00 Uhr und Mitternacht verboten. Das sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Dienstag nach einer Kabinettssitzung in München.

Zugleich kündigte er eine Aufhebung der Impf-Priorisierung in Bayern bereits für Mitte bis Ende Mai an, nochmals schneller als bundesweit. Zudem werden vollständig Geimpfte in Bayern bereits von diesem Mittwoch an negativ Getesteten gleichgestellt.

Öffnungen in Bayern - Blumenläden, Gartenmärkte, Gärtnereien und Buchhandlungen zählen als Geschäfte des täglichen Bedarfs

Mit der Öffnung von Blumenläden, Gartenmärkte, Gärtnereien und Buchhandlungen unabhängig von den Corona-Zahlen setzt die Staatsregierung eine Ausnahmeregelung in der neuen bundesweiten Notbremsen-Regelung für Corona-Hotspots um.

Baumärkte dürfen dagegen wie alle anderen Geschäfte abseits des täglichen Bedarfs weiterhin nur in Abhängigkeit von der regionalen Sieben-Tage-Inzidenz öffnen.

Strenge Corona-Regeln für Schulen in Bayern

Bei den Schulen verfährt Bayern allerdings weiter strenger als in der Bundes-Notbremse vorgesehen: Die Grenze, ab der Schulen in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt von Wechsel- auf Distanzunterricht umstellen müssen, bleibt bei 100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, Abschlussklassen und Viertklässler ausgenommen. Die Bundes-Notbremse sieht dafür eigentlich den Grenzwert 165 vor.

Der Streit darüber zwischen CSU und Freien Wählern ist aber noch nicht beigelegt. Die aktuellen Regeln sind befristet bis 9. Mai. Und er habe eigentlich „keine Lust“, die strengeren bayerischen Regeln für Schulen und in Hotspots darüber hinaus zu verlängern, sagte Vize-Ministerpräsident Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Er kündigte, ebenso wie Söder, intensive Gespräche dazu an: „Ich glaube, da geht noch was. Die Details werden wir in der Koalition verhandeln.“

Söder betonte dagegen, man werde sich sicherlich am Ende einigen - eine Blockade werde es nicht geben. „Das ist nicht bayerischer Stil und das kann ich mir auch nicht vorstellen.“ Der Regierungschef forderte aber ein kluges Vorgehen und keine „zu schnellen Maßnahmen“ - dies habe schon wiederholt zu Rückschlägen geführt. „Ich hoffe einfach sehr, dass wir diese kollektiven Lerneffekte einmal zumindest in unsere Festplatten brennen.“

Die CSU lehnt bislang eine Lockerung der Regeln für Schulen ab - insbesondere wegen der in letzter Zeit hohen Sieben-Tage-Inzidenzen gerade unter Kindern und Jugendlichen.

Corona-Impfungen in Bayern - Ende der Impf-Priorisierung

Nach der geplanten Aufhebung der Impf-Priorisierung will die Staatsregierung einen Schwerpunkt auf Firmen und Familien legen. Zudem solle im Juni bewusst ein Angebot für junge Menschen gemacht werden, sagte Söder. „Wir wollen dann die Abschlussklassen impfen, insbesondere Abiturienten und berufliche Abschlussklassen.“

Die frühere Abweichung von der Impfverordnung des Bundes ist laut Staatsregierung rechtlich möglich. „Wenn‘s notwendig ist, um zeitnah den Impfstoff zu verimpfen, dann kann man auch abweichen“, sagte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Und man gehe in Bayern eben davon aus, dass man noch im Mai so weit sei, dass man dazu übergehen könne, allen Erwachsenen ein Impfangebot zu machen.

Mehr als ein Viertel der Bayern einmal gegen Corona geimpft

Mehr als ein Viertel der Menschen in Bayern ist mindestens einmal gegen Corona geimpft worden. Wie das bayerische
Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte, haben inzwischen 25,5 Prozent der Bevölkerung im Freistaat eine Impfung gegen das Corona-Virus erhalten. Eine Zweitimpfung haben demnach bereits rund sieben Prozent der Menschen in Bayern bekommen.

Nach Angaben von Gesundheitsminister Holetschek wurde am Dienstag zudem mit 130 339 Impfungen ein neuer Tageshöchstwert in Bayern erreicht. Mit 72 877 Dosen wurden dabei mehr als die Hälfte der Impfungen in Arztpraxen verabreicht. Im Schnitt würden im Freistaat täglich nun rund 64 000 Menschen geimpft, sagte Holetschek. „Das zeigt: Wir sind auf dem richtigen Weg.“

Weitere rund drei Millionen Menschen haben demnach zudem Impftermine in den bayerischen Impfzentren und Krankenhäusern erhalten. Dazu kommen Impftermine in Haus- und Facharztpraxen.

Bei der Gleichstellung vollständig Geimpfter mit negativ Getesteten geht Bayern ebenfalls schneller voran. In der Praxis bedeutet dies beispielsweise, dass Menschen mit einem vollständigen Impfschutz bei einem Friseurbesuch keinen negativen Corona-Test vorweisen müssen.

Offene Fachfragen verhindern lockerere Corona-Regeln für Genesene

Die Gleichstellung von genesenen Corona-Patienten mit vollständig Geimpften ist nach Angaben von Gesundheitsminister Holetschek wegen ungeklärter Fachfragen noch nicht möglich. „Bevor wir weitere Bereiche des täglichen Lebens für Genesene öffnen, wollen wir im Interesse des Infektionsschutzes die noch offenen Fragen auch gemeinsam mit Bund und Ländern besprechen“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur in München. Hierzu gehöre etwa, wann eine Erkrankung als überstanden gelte und wie eine überstandene Erkrankung am besten nachgewiesen werden könne.

Forderungen nach einer sofortigen Gleichstellung, wie sie etwa von den Freien Wähler formuliert würden, „kommen daher etwas verfrüht und überstürzt“, sagte Holetschek. „Sobald die Datenbasis für Erleichterungen vorhanden ist, werden wir darüber entscheiden.“

„Der verantwortungsvolle Umgang mit Bürger- und Freiheitsrechten ist uns ein wichtiges Anliegen, das wir sehr ernst nehmen“, betonte Holetschek. Deswegen habe das Kabinett in dieser Woche beschlossen, dass vollständig Geimpfte dieselben Rechte bekommen wie negativ Getestete.

Natürlich hätten auch Menschen, die eine Corona-Infektion überstanden haben, einen gewissen Grad der Immunisierung. „Richtig ist aber auch, dass hier noch Fragen offen sind, insbesondere über die Höhe und die Dauer der Immunität. Wir setzen in diesen Fragen auf die Expertise des Robert Koch-Instituts (RKI), das sich zur Quarantäneverpflichtung enger Kontaktpersonen, die von einer COVID-19-Erkrankung genesen sind, bereits geäußert hat.“

Bayern setze eine Empfehlung des RKI bereits um. „Für immungesunde enge Kontaktpersonen, die von einer PCR-bestätigten Infektion genesen sind und mit einer Impfstoffdosis geimpft wurden und für immungesunde enge Kontaktpersonen, deren Infektion nicht länger als sechs Monate zurückliegt, entfällt daher die Quarantäne“, sagte Holetschek.

Bayerns Ministerpräsident Söder hat erste Corona-Impfung erhalten

Bayerns Ministerpräsident Söder (54) hat sich gegen das Corona-Virus impfen lassen. Der CSU-Chef sei bereits in der vergangenen Woche von seinem Hausarzt in Nürnberg geimpft worden, sagte am Mittwoch eine Sprecherin der Staatsregierung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in München. Söder hatte bereits in den vergangenen Monaten immer wieder darauf hingewiesen, er werde sich impfen lassen, sobald dies nach der Impfverordnung möglich sei.

Die Mitglieder der bayerischen Staatsregierung gehören laut der Impf-Priorisierung des Bundes als Verfassungsorgan zur Prioritätengruppe 3. Da diese Gruppe in Nürnberg bereits zu Impfungen geladen wird, konnte sich auch Söder eine Spritze mit dem zum damaligen Zeitpunkt in der Praxis vorrätigen Präparat des Herstellers Biontech verabreichen lassen.

Söder ist nach Angaben der Staatsregierung nicht der einzige in der Staatsregierung, der bereits eine erste Impfung erhalten hat. Demnach wurden auch Innenminister Joachim Herrmann (64) samt seines Staatssekretärs Gerhard Eck (61), Sozialministerin Carolina Trautner (59), Agrarministerin Michaela Kaniber (43), Gesundheitsminister Klaus Holetschek (56, alle CSU) bereits geimpft. Von den Freien Wählern ist es dagegen bisher nur Kultusminister Michael Piazolo (61).

afp/dpa/lby/jh

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