Protest der Kinderärzte

Corona in Bayern: Zur Schule oder Zuhause bleiben? – Kultusministerium stellt Regeln für erkältete Kinder auf 

Ein Kind, das sich schnäuzen muss? Ob es im Kindergarten betreut werden darf, gibt derzeit Anlass zu Diskussionen.
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Ein Kind, das sich schnäuzen muss? Ob es im Kindergarten betreut werden darf, gibt derzeit Anlass zu Diskussionen.

Leichter Schnupfen ja, schwerer Husten nein: Das Kultusministerium hat Regeln zum Schulbesuch erkälteter Kinder in Bayern veröffentlicht. Wann die Schüler zu Hause bleiben müssen.

  • Kinder in Bayern können seit Juli wieder in die Betreuung.
  • Allerdings dürfen sie nicht kommen, wenn sie Krankheitssymptome, wie einen Schnupfen, haben.
  • Kinderärzte und Eltern fordern Regeln von den zuständigen Ministerien.
  • Bei der Kabinettssitzung wurde ein 3-Stufenplan für den Kita-Start im September erarbeitet.
  • Kultusministerium stellt Regeln für Schulbesuch von erkälteten Kindern auf.

Corona in Bayern – Regeln zum Schulbesuch für erkältete Kinder

Update: 03. September

Das bayerische Kultusministerium hat Regeln zum Schulbesuch erkälteter Schüler veröffentlicht. Demnach dürfen die Kinder und Jugendlichen bei leichten Krankheitssymptomen wie Schnupfen und gelegentlichem Husten erst dann in die Schule, wenn sie binnen 24 Stunden kein Fieber entwickelt haben. So lange müssen sie zu Hause bleiben beziehungsweise werden nach Hause geschickt. Eine Ausnahme gibt es für Grundschüler, wie aus dem überarbeiteten Rahmen-Hygieneplan des Ministeriums hervorgeht. 

Kranke Kinder mit Fieber, Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, starken Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall müssen auf jeden Fall zu Hause bleiben.

Eine Ausnahme von dieser Grundlinie gibt es - analog zu den Kindertagesstätten - für Grundschüler und die Grundschulstufen der Förderzentren: Sie dürfen mit milden Krankheitszeichen wie Schnupfen ohne Fieber oder gelegentlichem Husten weiter in die Schule, sofern die Zahl der Neuinfektionen in der Region bei unter 50 je 100 000 Einwohnern in den vergangenen 7 Tagen liegt (sogenannte 7-Tage-Inzidenz).

Sind sie schwerer erkrankt, müssen jedoch auch die Jüngsten zu Hause bleiben 

Und zwar so lange, bis sie mindestens 24 Stunden lang höchstens noch leichte Symptome haben und seit 36 Stunden fieberfrei sind. Liegt die Zahl der Neuinfektionen im Landkreis des Betroffenen bei über 50 je 100 000 Einwohner innerhalb der vergangenen 7 Tage, dürfen die Schülerinnen und Schüler nur nach Vorlage eines negativen Tests auf das Coronavirus oder eines ärztlichen Attests wieder in die Schule.

Das neue Schuljahr beginnt im Freistaat am Dienstag. Rund 1,7 Millionen Schülerinnen und Schüler sollen dann, wann immer vertretbar, vor Ort in den 6200 Schulen unterrichtet werden. Dabei stützen sich die Verantwortlichen auf einen dreistufigen Plan: Je nachdem, ob die 7-Tage-Inzidenz in der Region bei unter 35, zwischen 35 und 50 oder über 50 liegt, sind die Vorgaben etwa zu Maskenpflicht und Mindestabständen an den Schulen anders.

Entscheidung von Fall zu Fall – Kinder mit Schnupfen dürfen ab September wieder in die Kita

Update: 21. Juli

Trotz Schnupfen wieder in die Kita - zurzeit ist das für Kinder nicht möglich. Nach den Sommerferien soll sich das jedoch ändern. Erzieher sollen dann von Fall zu Fall entscheiden. Sie sollen dazu rechtzeitig zum geplanten Start des Kita-Regelbetriebs am 1. September einen Leitfaden an die Hand bekommen, in welchem Fall die Kinder nach Hause geschickt werden sollten und wann sie trotz laufender Nase in der Einrichtung bleiben dürfen. Das kündigte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) nach der Kabinettssitzung am Dienstag in München an.

Man wolle hier „gutes Augenmaß bewahren“, betonte die Ministerin - sonst wären die Kindergärten zum Start der üblichen Erkältungswelle im Herbst zur Hälfte leer. Rufe nach einer noch schnelleren Änderung der aktuell geltenden Leitlinien wies Trautner aber zurück - im Moment seien die derzeitigen Regelungen „absolut vertretbar“.

Mit Schnupfen in die Kita - Zurzeit nicht möglich, aber ab September wieder erlaubt

Nach den Sommerferien müsse man aber „andere Maßstäbe“ anlegen, sagte Trautner. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit erarbeitet deshalb gemeinsam mit Kinderärzten nun einen Leitfaden für die tägliche Kita-Praxis, der Erzieher bei der Einschätzung von Krankheitssymptomen bei Kindern unterstützen soll.

Grundsätzlich bereitet sich die Staatsregierung mit einem Drei-Stufen-Plan für die für den 1. September geplante Rückkehr zum Kita-Regelbetrieb vor. 

  • Stufe 1 – ein normaler Regelbetrieb. 
  • Stufe 2 – sieht gewisse Einschränkungen vor, sollten die Corona-Infektionszahlen wieder steigen. Auch dann soll es aber wenn möglich nur lokal oder regional begrenzte Gegenmaßnahmen geben, beispielsweise wieder reduzierte Gruppengrößen. „Schließungen von Kindertageseinrichtungen bleiben das letzte Mittel und werden auf das infektionsschutzmäßig unbedingt nötige Mindestmaß begrenzt“, versicherte die Staatsregierung.
  • Stufe 3 – Sollte sich  das Infektionsgeschehen deutlich verschlechtern, soll ebenfalls vorrangig lokal oder regional begrenzt reagiert werden - etwa mit einer Einschränkung des Kita-Betriebs und der erneuten Rückkehr zu reinen Notbetreuungsgruppen. 

Hygienevorkehrungen sind weiterhin Pflicht, aber beispielsweise werden wieder offene Betreuungskonzepte erlaubt.

Keine Betreuung für Kinder mit Schnupfen – Münchner Ärzte solidarisieren sich mit Eltern

Erstmeldung: 17. Juli

Mit den Corona-Lockerungen vom 1. Juli dürfen Kinder in Bayern wieder in Betreuung. Eine Ausnahme jedoch ist, wenn sie Krankheitssymptome aufweisen. Da reicht auch schon ein einfacher Schnupfen.

Den Frust der Eltern bekommen gerade oft die Kinderärzte ab: „Unzureichende Regelungen“ und „nicht mit uns abgestimmten Vorgaben der Politik“ sorgten dafür, „dass Sie auf uns ärgerlich sind“, heißt es in einem Informationsschreiben der Münchner Kinderärzte

Darin liefern sie Eltern auch einen Mustertext mit Forderungen an die zuständigen Ministerien – Soziales und Familie sowie Gesundheit, zum Beispiel ein praktikables Konzept, wie mit Krankheitssymptomen bei betreuten Kindern umzugehen ist. In dem Schreiben heißt es, man habe Verständnis dafür, dass aufgrund der derzeitigen Lage Kinder häufiger als früher zu Hause betreut werden müssen. 

Kinderärzte in München fordern Regeln für die Betreuung von kranken Kindern

„Allerdings ob das auch bei einem fitten Kind mit banalen Krankheitszeichen (wie einem Schnupfen, der das stattfindende Immuntraining in diesem Alter geradezu charakterisiert), wie vom Ministerium vorgeschrieben, sinnvoll ist, kann sicher bezweifelt werden.“ 

Auf Hallo-Nachfrage reagiert das Familienministerium stoisch. „Wenn es zu einer Infektion mit dem Corona-Virus käme, müsste eventuell die ganze Einrichtung geschlossen werden“, so Ministerin Carolina Trautner. „Es ist im Interesse aller, das Nötige dafür zu tun, Infektionsgeschehen in der Kindertagesbetreuung und damit verbunden erneute weitreichende Beschränkungen für die Zukunft so weit wie möglich auszuschließen.“ 

mak

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