Schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens

Kultur genießen ohne Mundschutz  – Lockerung der Maskenpflicht bei Veranstaltungen in Bayern

Corona-Lockerungen in Bayern: Kino und Theater künftig ohne Maskenpflicht. Es gilt weiterhin die bundesweite Maskenpflicht in Handel und Nahverkehr. 

  • Corona Lockerungen liegen in der Verantwortung der Bundesländer.
  • Gericht kippt Corona-Sperrstunde für Biergärten und Restaurants.
  • Was für Corona Lockerungen in Bayern beschlossen wurde.

Kino und Theater künftig ohne Maskenpflicht

Update: 30. Juni, 13.48 Uhr: Zuschauer können Kinofilme, Theatervorstellungen und Konzerte künftig ohne Mundschutz genießen. Im Saal dürfe die Maske auf dem festgelegten Sitzplatz künftig abgenommen werden, sagte Ministerpräsident Markus Söder am Dienstag nach der Kabinettssitzung in München

Damit stelle man den Kulturbereich den Kirchen gleich und übertrage das in Gottesdiensten geltende Modell. Danach muss jeder seine Maske nur solange tragen, bis er an seinem Platz sitzt.

Bayern lockert Maskenpflicht bei Kulturveranstaltungen 

Update: 30. Juni, 10.05 Uhr: Bei Kulturveranstaltungen in Bayern soll es künftig keine Maskenpflicht mehr geben. Auf festgelegten Sitzplätzen dürfe die Maske abgenommen werden, kündigte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in einem Medienbericht an. 

„Man kann die Kultur dann eine Stunde oder eineinhalb Stunden, je nachdem wie das Ganze dann konzipiert ist, ohne Maske genießen“, sagte Söder der „Augsburger Allgemeinen“ (Dienstagausgabe).

„Wir wollen eine Perspektive für die Kultur“, betonte der CSU-Chef. Der Veranstaltungsbetrieb habe sich bislang bewährt. „Die Kulturveranstaltungen verlaufen sehr seriös und sehr gut, deswegen werden wir so agieren“, sagte Söder. Deshalb könne die Maskenpflicht dort künftig ähnlich gehandhabt werden wie beim Kirchenbesuch. 

Beim Hineingehen und im Umfeld etwa des Garderobenbereichs gelte die Maskenpflicht aber weiter und sei sinnvoll. Auf den Sitzen in den Veranstaltungsräumen werde sie gelockert.

Das Infektionsrisiko bestehe jedoch grundsätzlich auch im Kulturbereich, mahnte der Ministerpräsident: „Wir erleben das gerade am Staatstheater Nürnberg, dort ist eine einzige Infektion zustande gekommen, die legt wieder den ganzen Betrieb lahm, der gerade am Anlaufen war“, sagte Söder. „Wenn irgendetwas passiert, ist die Welt am nächsten Tag plötzlich eine andere“, fügte er hinzu.

Neben den aktuellen Corona-Lockerungen in Bayern, gilt immer noch eine Maskenpflicht im Handel und im öffentlichen Nahverkehr. Diese kann nur unter Umständen ausgesetzt werden.

Die aktuellen Corona-Lockerungen in Bayern im Überblick  

Update: 29. Juni: Die Bundesländer können im Kampf gegen die Corona-Pandemie über die schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens weitgehend in eigener Verantwortung entscheiden.

Die Lockerungen erfolgen in aller Regel unter Auflagen wie Abstands- und Hygienebestimmungen. Zudem gilt weiterhin die bundesweite Maskenpflicht in Handel und Nahverkehr.

Hier der aktuelle Stand der Lockerungen in Bayern in ausgewählten Lebensbereichen. 

Kontaktbeschränkung in Bayern

Im öffentlichen Raum dürfen sich wieder Gruppen von bis zu zehn Personen treffen. In privaten Räumen und Gärten gibt es gar keine zahlenmäßige Beschränkung mehr.

Schulen und Kitas in Bayern

Auch für die letzten Schüler im Freistaat gibt es wieder Präsenzunterricht an den Schulen. Vom 1. Juli an sollen auch alle Kinder zurück in Kindergärten und Krippen dürfen.

Feste und Veranstaltungen in Bayern

Hochzeits- und andere Feiern, aber auch Schulabschlussfeiern und Vereinssitzungen dürfen stattfinden - mit bis zu 50 Personen in Innenräumen oder 100 Personen im Freien.

Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze in Bayern

Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen wieder öffnen, ebenso Wellnessbereiche.

Zum Umgang mit Reisenden aus Risikogebieten haben sich Bund und Länder am Freitag auf eine gemeinsame Linie verständigt. Danach dürfen Reisende aus Landkreisen mit hohem Infektionsgeschehen nur dann in einem Hotel aufgenommen werden, wenn ihnen ein ärztliches Zeugnis bestätigt, dass sie nicht infiziert sind. Der Test darf bei der Anreise nicht länger als zwei Tage zurückliegen.

Demonstrationen in Bayern

Über Demonstrationen soll im konkreten Einzelfall entschieden werden. Versammlungsorte müssen genügend Platz für den Mindestabstand bieten.

Besuch von , und

Angesichts der deutlich gesunkenen Corona-Zahlen hat Bayern die Schwelle für den Besuch von Kliniken, Altenheimen und Behinderteneinrichtungen herabgesetzt. Angehörige können etwa die Bewohner von Seniorenheimen nun wieder leichter besuchen. Auch die Regel, dass nur eine feste Kontaktperson Besuchserlaubnis erhalte, ist gefallen - der Besuch auch anderer Angehöriger wird gestattet.

Gericht kippt Corona-Sperrstunde für Biergärten und Restaurants – Die neuen Lockerungen im Überblick

Update: 22. Juni: Mit einem ganzen Schwung neuer Lockerungen bei den Anti-Corona-Maßnahmen startet der Freistaat in die neue Woche.

Am letzen Freitag hat ein Gericht eine Corona-Beschränkung für Restaurants und Biergärten in Bayern gekippt. Die Regierung zeigt sich kooperativ und setzt umgehend in der Gastronomie die Öffnungszeiten von vor der Krise wieder in Kraft.

Keine Corona-Sperrstunden mehr für Bayerns Biergärten und Restaurants

Die Öffnungszeiten von Bayerns Biergärten und Restaurants unterliegen ab sofort keinen Vorgaben der Staatsregierung zur Eindämmung der Corona-Krise mehr. 

„Es gibt jetzt keine spezifischen Vorgaben für die Öffnungszeiten mit Blick auf die Corona-Pandemie. Das gilt ab sofort“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Faktisch gelten damit wieder die gleichen Vorgaben für die Öffnungszeiten wie vor Beginn der Krise.

Das Gesundheitsministerium in München reagierte damit am Freitag auf eine Entscheidung des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs. Die Richter hatten die derzeit noch geltende vorgezogene Sperrstunde ab 22.00 Uhr für Bayerns Gastronomie wegen der Corona-Pandemie vorläufig außer Vollzug gesetzt und damit faktisch dauerhaft gekippt.

Sie bewerteten die nur eingeschränkt gestattete Abgabe von Speisen und Getränken sowohl in den Innenräumen von Gaststätten als auch auf Freischankflächen von 6 bis 22 Uhr „als nicht rechtskonform“. 

Ein Gastwirt aus Unterfranken hatte die zeitliche Beschränkung der Bewirtung im Rahmen eines Normenkontroll-Eilverfahrens angefochten. Erst am Dienstag hatte sich das bayerische Kabinett dafür entschieden, die Sperrstunde ab diesem Montag auf 23.00 Uhr zu verlängern.

Biergärten und Restaurants in Bayern dürfen wieder normal öffnen

Für die Staatsregierung ist es nicht die erste juristische Schlappe im Zuge der Corona-Beschränkungen. Nach der 800-Quadratmeter-Regel für den Einzelhandel, der 20-Uhr-Sperrstunde für die Außengastronomie und dem Wellness-Verbot für Hotels ist es die vierte Regelung, die einer gerichtlichen Überprüfung nicht standgehalten hat. „Die Rechtsetzung der Staatsregierung ist qualitativ miserabel - eine echte Blamage“, sagte FDP-Landtagsfraktionschef Martin Hagen.

Der Senat begründete seine Entscheidung damit, dass die Öffnung von Gastronomiebetrieben seit dem 29. Mai 2020 bislang nicht zu einem nennenswerten Anstieg der Infektionszahlen mit dem Corona-Virus geführt habe. Daher erweise sich die zeitliche Betriebsbeschränkung als unverhältnismäßig.

Corona-Sperrstunde in Bayern nicht zulässig

Das Gericht akzeptierte auch nicht die Befürchtung der Staatsregierung, es könne alkoholbedingt zur Missachtung von Abstands- und Hygieneregeln und deshalb zu mehr Infektionen kommen. Dies hätte auch durch das Verbot des Ausschanks alkoholischer Getränke ab einer bestimmten Uhrzeit und ohne generelle Sperrstunde geregelt werden können, urteilten die Richter. 

Auch das Bedürfnis, die Auswirkungen der Öffnung der Gastronomie auf das Infektionsgeschehen zu beobachten, rechtfertige angesichts der weitgehenden Lockerungen im öffentlichen Leben die Beschränkung nicht.

Urteil gilt für Restaurants und Biergärten - Andere Bereich sind nicht betroffen

Derweil betonten die Richter, dass ihre Entscheidung nicht die weiter bestehende Schließung von Bars, Clubs, Diskotheken, Bordellen und sonstigen Vergnügungsstätten durch die Entscheidung berühre. Auch die anderweitig vorgegebenen Sperrzeiten, etwa zum Schutz der Nachbarschaft oder nach der Bayerischen Biergartenverordnung, seien weiterhin zu beachten.

„Wir begrüßen den Beschluss. Die niedrigen Infektionszahlen erlauben diesen Schritt, denn die Hygienekonzepte funktionieren“, sagte der Geschäftsführer des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga, Thomas Geppert

Das Virus mache keinen Unterschied zu welcher Uhrzeit ein Betrieb stattfinde. „Aufgrund der weiter äußert prekären Situation der Betriebe ist jegliche Lockerung, existenziell wichtig. Wenn wegen des Abstandsgebots schon nicht mehr Gäste möglich sind, dann können wir sie jetzt wenigsten länger bewirten.“

Noch mehr Corona-Lockerungen in Bayern 

Update: 22. Juni, 10.05 Uhr: Ab Montag sind bei Veranstaltungen in Innenräumen bis zu 50 Personen erlaubt, im Freien dürfen es sogar maximal 100 sein. Das gilt zum Beispiel für Hochzeitsfeiern, Beerdigungen und Vereinssitzungen. Bei Kulturveranstaltungen sind in Innenräumen sogar bis zu 100 Gäste erlaubt mit zugewiesenen Sitzplätzen, in Außenbereichen bis zu 200.

In Geschäften, aber auch Freizeit- und Kultureinrichtungen wie Museen und Zoos sind doppelt so viele Menschen pro Quadratmeter zugelassen wie bisher.

Hallenbäder, Innenbereiche von Thermen und Hotelschwimmbäder samt Wellness-Bereichen dürfen wieder öffnen. Auf Campingplätzen sollen wieder gemeinsame Sanitärbereiche genutzt werden dürfen.

Für öffentlich zugängliche Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen oder Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften gilt ein Mindestabstand zwischen den Teilnehmern von 1,5 Meter und nicht wie bisher von 2 Metern. 

Außerdem dürfen Laien-Chöre wieder gemeinsam singen. Hier gilt allerdings ein größerer Sicherheitsabstand von zwei Metern wegen der möglichen Infektionsgefahr durch Viruspartikel in der Luft. Außerdem sollen die Proben zeitlich begrenzt werden. Und die Staatsregierung hat regelmäßiges Lüften vorgeschrieben.

Auch der Lehrgangsbetrieb im Sport ist wieder gestattet. Die bislang geltenden Obergrenzen für den Outdoor- und Indoor-Sport von 20 Personen sind aufgehoben. Die Teilnehmerbegrenzung ist nun abhängig von der Raumgröße und der Art der Belüftung.

Immer weniger Corona-Beschränkungen in Bayern - was ab Montag erlaubt ist

Der Katastrophenfall ist aufgehoben, es kehrt mehr und mehr Entspannung in Bayern zurück. Auch wenn sich täglich noch Menschen mit dem Coronavirus infizieren, fährt die Staatsregierung die Gegenmaßnahmen wieder ein wenig herunter.

Update: 18. Juni, 12.27 Uhr: Nach drei Monaten im Corona-Ausnahmezustand dürfen sich wieder bis zu zehn Menschen in Bayern im öffentlichen Raum treffen. Im privaten Umfeld gibt es gar keine Beschränkungen mehr. 

Doch das sind nicht die einzigen Änderungen bei den Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie, die die Staatsregierung beschlossen hat. Eine Übersicht, was sich ab Montag im Freistaat ändert:

Sind größere Partys in Bayern erlaubt?

Ja - sofern es sich um Familienfeiern wie Hochzeiten oder Geburtstage handelt. Ab Montag sind in Innenräumen bis zu 50 Personen erlaubt, im Freien dürfen es sogar maximal 100 sein. Partys im Sinne eines Discobesuchs bleiben aber tabu

Auch öffentliche Festivitäten fallen unter das Verbot von Großveranstaltungen, das bis Ende August gilt.

Darf eine Stammtischrunde wieder zusammenkommen?

Ja. Zum einen wurden die Kontaktbeschränkungen gelockert: Seit Mittwoch dürfen zehn Personen im öffentlichen Raum zusammenkommen, die nicht mehr zwingend aus höchstens zwei Haushalten sein müssen. 

Das Abstandsgebot von 1,5 Metern und die Maskenpflicht gelten aber weiterhin. Zum anderen gelten die Lockerungen für Veranstaltungen beispielsweise auch für Vereinssitzungen.

Bis wann wird die Sperrstunde verschoben?

Gaststätten und Biergärten dürfen ab Montag eine Stunde länger öffnen: bis 23.00 Uhr.

Die Biergärten haben nun schon einen Monat geöffnet und trotzdem herrscht immer noch Verunsicherung. Hirschgarten-Wirt Johann Eichmeier berichtet von seinen Erfahrungen...

Wie sieht es mit Shopping-Touren aus?

An den Öffnungszeiten ändert sich nichts, aber es dürfen mehr Menschen in ein Geschäft. Ab Montag können sich in Läden rund doppelt so viele Menschen pro Quadratmeter aufhalten wie bisher. 

Genau genommen muss der Handel andersrum denken: Zulässig ist eine Person pro zehn Quadratmeter - so kann jeder ausrechnen, wie viele Menschen in sein Geschäft dürfen. Bislang war nur eine Person auf 20 Quadratmetern erlaubt. 

Die heruntergesetzte Grenze gilt auch in Freizeit- und Kultureinrichtungen wie Museen und Zoos, wie den Tierpark Hellabrunn in München.

Brauchen Mitarbeiter weiter Masken?

Wenn sie an Kassen oder Theken von Ladengeschäften oder an Rezeptionen sitzen, die etwa durch Glasscheiben zuverlässig geschützt werden, entfällt die Pflicht für eine Mund-Nasen-Bedeckung.

Wo ist Schwimmen möglich?

Freibäder sind schon länger wieder geöffnet. Aber auch wenn das Wetter wieder besser wird, dürfen ab Montag ebenso Hallenbäder, Innenbereiche von Thermen und Hotelschwimmbäder samt Wellness-Bereichen wieder besucht werden.

Bleiben die Kinos so leer wie bisher?

Das muss nicht sein. Bei Kulturveranstaltungen sind ab Montag wieder mehr Zuschauer erlaubt - in Innenräumen bis zu 100 mit zugewiesenen Sitzplätzen, in Außenbereichen bis zu 200. Auch hier gilt weiterhin die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. 

Die Verdopplung der Höchstzahl bei den Besuchern soll der Kulturbranche entgegenkommen. Wegen der bisherigen Auflagen waren viele Veranstaltungen für die Organisatoren und Betriebe unwirtschaftlich.

Was ändert sich im Tourismus?

Auf Campingplätzen sollen wieder gemeinsame Sanitärbereiche genutzt werden dürfen.

Werden die Abstandsregeln für Kirchenbesucher angepasst?

Ja - allerdings auch erst ab Montag, also noch nicht für die Gottesdienste an diesem Wochenende. Für öffentlich zugängliche Gottesdienste in Kirchen, Synagogen und Moscheen oder Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften gilt dann ein Mindestabstand zwischen den Teilnehmern von 1,5 Meter und nicht wie bisher von 2 Metern. 

Für kirchliche Feiern wie Beerdigungen gelten zudem dieselben Teilnehmerzahlen wie für andere Veranstaltungen.

Darf wieder gesungen werden?

Ja. Wegen der Verbreitung der Viruspartikel über sogenannte Aerosole stand das Singen lange in der Kritik. Laien-Chöre dürfen ab Montag aber wieder gemeinsam singen. Hier gilt allerdings ein größerer Sicherheitsabstand von zwei Metern. 

Außerdem sollen die Proben zeitlich begrenzt werden. Und regelmäßiges Lüften wird Pflicht.

Wie sieht es mit Sport aus?

Ab Montag ist der Lehrgangsbetrieb wieder gestattet. Die bislang geltenden Obergrenzen für den Outdoor- und Indoor-Sport von 20 Personen werden aufgehoben. Die Teilnehmerbegrenzung ist dann abhängig von der Raumgröße und der Art der Belüftung.

Kino, Theater, Schulen, Kitas - Weitere Corona-Lockerungen in Bayern 

Update: 12. Juni, 12.27 Uhr: Vom 15. Juni an dürfen Theaterbetriebe, Kinos und Konzertsäle wieder öffnen. Dabei müssen sie - wie auch Gastronomie, Hotels, Freibäder und Sportstudios - die inzwischen üblichen Sicherheitsvorkehrungen beachten.

Was den Mundschutz betrifft, gelten in Kulturbetrieben strengere Regeln als in Gasthäusern oder Sportanlagen: Im Theater oder Kino müssen die Masken nicht nur beim Betreten und Verlassen der Räumlichkeit sowie in den Sanitärbereichen getragen werden, sondern auch während der Vorführung im Zuschauerraum. 

Und das, obwohl die Zuschauer auf Abstand säßen und „sich nicht unterhalten, weil sie ja einen Film schauen“, wie Thomas Negele, Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (Spio), in Wiesbaden kritisiert. Auch das Personal trägt Mund-Nase-Bedeckung.

In geschlossenen Räumen dürfen sich bis zu 50 Zuschauer aufhalten, bei Freilichtbühnen sind bis zu 100 Zuschauer erlaubt. Ehepaare oder Familien dürfen zusammensitzen, wie Thomas Schwarzer vom Deutschen Bühnenverein in Ingolstadt sagt. Ansonsten müssen Plätze zwischen Besuchern frei gehalten werden. In Kinos seien die Abstandsregeln ebenso einfach einzuhalten, sagt Negele. Zudem könnten Besucher nach der Vorführung beispielsweise über den Notausgang den Kinosaal verlassen, um nicht den Zuschauern zu begegnen, die nach ihnen in den Saal kommen.

Bar oder Café bleiben in Theatern geschlossen oder es werden alternativ nur Getränke in geschlossenen Flaschen verkauft, etwa kleine Wein- oder Sektflaschen, wie Thomas Schwarzer sagt. Zudem gebe es in einigen Schauspielhäusern die Überlegung, kürzere Stücke auszuwählen und diese ohne Unterbrechung zu spielen, so dass sich die Frage nach Pausengastronomie gar nicht erst stelle. Dann entfiele auch der sonst übliche Pausenandrang in den Toilettenbereichen.

In Kinos dürfe die Gastronomie wieder öffnen, besonders wichtig sei aber der Verkauf von Snacks, Süßwaren und Getränken zum Mitnehmen in den Kinosaal. „Kinos leben nicht vom Eintritt, sondern von Süßwaren.“

Weil auch auf der Bühne Abstand gehalten werden muss, könnten keine Stücke mit Gruppen- oder Massenszenen gespielt werden, sagt Schwarzer. Auch die Länge der Stücke sei ausschlaggebend - für den Fall, dass sich ein Haus entscheide, auf Pausen zu verzichten. Dann sollte das Stück nicht länger als 90 Minuten dauern.

Wie geht es in Universitäten und Hochschulen weiter?

Laut Staatsregierung ist der Vorlesungsbetrieb weiterhin vorrangig durch Online-Lehre sicherzustellen. Zusätzlich zur bereits bestehenden Möglichkeit, Präsenzveranstaltungen - etwa wenn Labor- oder Arbeitsräume benötigt werden - durchzuführen, können bei Einhaltung des Mindestabstands auch Seminare mit maximal 30 Teilnehmern durchgeführt werden.

Welche Lockerungen gibt es für Schulen und Kitas?

Laut Kultusministerium war vor den Pfingstferien rund die Hälfte aller Jahrgänge wieder an den Schulen, nun sollen dann alle Schüler wochenweise in die Schule gehen. 

Von Montag an sollen auch die Kinder zurück in die Kindergärten dürfen, die im Schuljahr 2021/22 schulpflichtig werden. Gleiches gilt für Kinder, die vor dem Übergang in den Kindergarten stehen - sie dürfen dann wieder in die Krippe gehen. Damit könnten rund 80 Prozent der Kinder wieder ihre Einrichtungen besuchen. Zum 1. Juli soll das allen möglich sein.

Was ändert sich beim Reisen und an den Grenzen?

Vom kommenden Dienstag an soll an den deutschen Landesgrenzen wieder weitgehend Normalbetrieb herrschen. EU-Bürger und Schweizer können dann wieder ungehindert, also ohne Kontrollen und ohne Quarantäne-Vorschriften, einreisen - von wenigen Ausnahmen abgesehen. So werden etwa die Kontrollen für Ausländer, die mit dem Flugzeug aus Spanien kommen, erst am 21. Juni enden. Allerdings waren die Grenzen etwa nach Österreich und Tschechien ohnehin schon offen.

Die Bundesregierung hat zudem die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 31. August verlängert. Für 29 europäische Länder - darunter 25 Partnerländer Deutschlands in der Europäischen Union, das gerade aus der EU ausgetretene Großbritannien und Staaten des grenzkontrollfreien Schengenraums, die nicht Mitglied in der EU sind: Island, die Schweiz und Liechtenstein - werden die Warnungen am Montag aufgehoben. Für Spanien und Norwegen erst später, weil dort noch Einreisesperren gelten. Inwiefern man die Folgen etwa an den Flughäfen oder Reisebüros bemerkt, bleibt abzuwarten.

Was könnte in Sachen Corona-Lockerungen sonst noch spannend werden?

Ab Montag gilt im gesamten bayerischen Landtag Maskenpflicht. Die AfD-Fraktion hat allerdings angekündigt, in ihren eigenen Büros und Arbeitsbereichen diese nicht umsetzen zu wollen. Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) kündigte an, sich weitere Schritte vorzubehalten.

Corona-Lockerungen in Bayern für Sport in Bayern

Update: 08. Juni: Ab dem 8. Juni 2020 erfolgen weitere Corona-Lockerungen im Bereich des Sports. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration hervor.

So kann ab Montag insbesondere der Betrieb von Freibädern wiederaufgenommen werden – das gilt auch für den Außenbereich von Schwimmbädern, Kureinrichtungen und Hotels

Auch kontaktfreie Indoorsportarten sind wieder zulässig, wie etwa das Training in Fitnessstudios. Der Outdoor-Trainingsbetrieb darf kontaktfrei nun für alle Sportarten in Gruppen von bis zu 20 Personen starten. Erforderliche Abstandsregelungen und Hygienekonzepte müssen hierbei eingehalten werden.

Auch das Training von Rehabilitationssportgruppen, etwa für chronisch Kranke oder Menschen mit Behinderung, und der Trainingsbetrieb für National- bis einschließlich Landeskaderathleten sogenannter nichtolympischer Sportarten in Sportstätten sind ab dem 8. Juni 2020 wieder erlaubt.

Ferner ist der Wettkampfbetrieb für kontaktlos ausführbare Sportarten im Freien wie Leichtathletik, Tennis oder Golf wieder zulässig.

Auch das Tanzen in Tanzschulen ist ab dem 8. Juni 2020 wieder möglich, solange mit festem Partner, also immer dem gleichen, und entsprechendem Abstand zu den anderen getanzt wird.

Ein gemeinsames "Rahmenhygienekonzept Sport" des Innenministeriums und Gesundheitsministeriums gibt im Bereich des organisierten Sports einen klaren und verbildlichen Rahmen vor für bestmöglichen Infektionsschutz.

Das gemeinsame Üben und Proben von Instrumentalmusik in Gruppen von höchstens zehn Personen inkl. Leiter wird ebenfalls ab dem 8. Juni 2020 wieder möglich sein. Der Mindestabstand zwischen den Musikern muss zwei Meter, bei Blasinstrumenten drei Meter betragen. Eine Mund-Nasen-Bedeckung müssen alle Musiker tragen – außer bei Blasinstrumenten. Außerdem sollen die Proben nach Möglichkeit im Freien stattfinden.

Die aktuellen Corona Lockerungen in Bayern im Überblick

Update: 05.05.2020:  Die Bundesländer können im Kampf gegen die Corona-Pandemie über die schrittweise Öffnung des öffentlichen Lebens weitgehend in eigener Verantwortung entscheiden. Hier der aktuelle Stand der Lockerungen in Bayern in ausgewählten Lebensbereichen.

Restaurants und Bars

  • Restaurants dürfen sowohl die Außenbereiche als auch die Innenräume öffnen. Für Lokale wie Bars, die auf den Getränkeausschank ausgerichtet sind, gibt es noch keine Perspektive.

Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze

  • Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze dürfen wieder öffnen, ausgenommen bleiben die Wellnessbereiche.

Freibäder und Freizeitparks

  • Freizeitparks dürfen öffnen, Freibäder und Schwimmbadanlagen im Freien ab dem 8. Juni.

Kontaktbestimmungen

  • Es können sich sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Raum mehrere Angehörige von zwei Haushalten treffen.

Fitnessstudios und Sporthallen

  • Fitnessstudios und Indoor-Sportstätten dürfen am 8. Juni wieder öffnen. Derzeit ist Sport in Gebäuden nur in wenigen Fällen wie Reithallen erlaubt.

Demonstrationen

  • Über Demonstrationen soll im konkreten Einzelfall entschieden werden. Versammlungsorte müssen genügend Platz für den Mindestabstand bieten.

Schulen und Kitas

  • Laut Kultusministerium war vor den Pfingstferien rund die Hälfte aller Jahrgänge wieder an den Schulen, Mitte Juni sollen dann alle Schüler wochenweise in die Schule gehen. Bis 1. Juli sollen auch alle Kinder zurück in Kindergärten und Krippen dürfen

Update: 25.05.2020: Corona-Lockerungen für Bayern im Überblick – Restaurants, Kitas und Altenheime öffnen wieder

Die Bayern können zurück ins Wirtshaus. Ab Montag dürfen Gaststätten zum ersten Mal seit Beginn der Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie wieder in ihren Innenräumen Essen und Trinken servieren.

Dabei gelten im Grunde dieselben Regeln, wie bei der Öffnung der Biergärten am vergangenen Montag: Also unter anderem eine Maskenpflicht, solange man nicht am Tisch sitzt, der Mindestabstand von 1,50 Metern zu Menschen außerhalb der eigenen Gruppe, die maximal zwei Hausstände umfassen darf, und die Pflicht, pro Gruppe die Personalien einer Person aufzunehmen. Zudem werden Gäste am Tisch platziert.

Für die von der Corona-Krise hart getroffenen Wirte ermöglicht der Schritt eine Ausweitung des Betriebs. Allerdings fällt durch die Abstandsregeln ein großer Teil der Kapazitäten weg. Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga ging zuletzt davon aus, dass etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Sitzplätze fehlen. Damit einen wirtschaftlichen Betrieb zu ermöglichen sei eine Herausforderung.

Ebenfalls einen Schritt in Richtung Normalität machen am Montag die Kindergärten, in die alle Kinder im letzten Jahr vor dem Grundschuleintritt zurückkehren dürfen. Waldkindergärten können wieder komplett öffnen.

Gastronomie und Tourismus

  • Nach der Öffnung der Bier- und Wirtsgärten am vergangenen Montag folgen nun die Innenräume. Auch hier gelten die Hygieneregeln, also unter anderem Mindestabstand 1,50 Meter, Maskenpflicht solange man nicht am Tisch sitzt und die namentliche Registrierung einer Person pro Gruppe. Die darf weiterhin aus maximal zwei Hausständen bestehen. Neu ist die Lockerung der Öffnungszeiten: Im Inneren geht es bis 22.00 Uhr.

  • In den Innenräumen der Gastronomie darf länger serviert werden als draußen. Man habe zunächst vorsichtig anfangen wollen, erklärte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) die begrenzte Öffnungszeit der Biergärten bis 20.00 Uhr. Je später der Abend, desto lustiger werde es, sagte er - wohl in Anspielung auf Alkoholkonsum - und das habe man in der Innengastronomie besser im Griff. Wenn alles gut gehe, werde man aber auch draußen bald bis 22.00 Uhr sitzen dürfen.
  • Ab dem 30. Mai, pünktlich zum Pfingstwochenende, dürfen in Beherbergungsbetrieben wie Hotels, Pensionen, und Ferienwohnungen wieder Touristen empfangen werden. Dies gilt auch für Campingplätze, allerdings müssen die Wohneinheiten über eine eigene Sanitäreinrichtung verfügen. Zudem gelten die üblichen Hygienevorschriften, wie Mindestabstand und teilweise Mundschutzpflicht. Betriebseigene Schwimmbäder, Saunen, Wellness- und Fitnessbereiche bleiben geschlossen.
  • In der Tourismusbranche dürfen viele Betriebe zum Pfingstwochenende wieder mit Sicherheitsauflagen loslegen. Freizeitparks können ihre Außenbereiche öffnen, Stadt- und Gästeführungen werden erlaubt, auch touristischer Bus- und Bahnverkehr darf wieder starten und die Seilbahnen den Betrieb aufnehmen. Die Fluss- und Seenschifffahrt darf wieder Gäste befördern. Auch die Schlösserverwaltung sperrt ihre Objekte zu Pfingsten wieder auf. Nur einige Besuchermagnete wie Neuschwanstein, Linderhof oder die Residenzen in Würzburg und München müssen bis nach dem verlängerten Wochenende warten und sind erst ab dem 2. Juni wieder zugänglich.

Kinderbetreuung

  • Offiziell nennt sich das weitere Vorgehen weiterhin Notbetreuung, doch alle Vorschulkinder dürfen wieder den Kindergarten besuchen - auch wenn ihre Eltern nicht in systemrelevanten Berufen arbeiten. Auch ihre Geschwister dürfen mitkommen, laut Familienministerin Carolina Trautner (CSU), weil dadurch keine neuen Infektionsketten aufgemacht würden. Zudem dürften Großtagespflegen wieder öffnen - mit maximal zehn Kindern, die von zwei oder drei Personen betreut werden. Ebenfalls weitermachen dürfen Waldkindergärten und ähnliche Einrichtungen, bei denen sich die Kinder die meiste Zeit im Freien aufhalten - ganz ohne Einschränkung der Jahrgänge.
  • Weiterhin sollen möglichst kleine und feste Gruppen gebildet werden. Kinder mit Krankheitssymptomen dürfen die Einrichtungen nicht betreten.
  • Nach den Pfingstferien soll ein weiterer Schritt folgen, sofern die Infektionszahlen dies zulassen. Dann dürfen die künftigen Vorschulkinder zurück in die Kindergärten und Kinder, die im Herbst in den Kindergarten wechseln, zurück in die Krippe. Parallel dürfen dann auch Kinder der zweiten und dritten Klassen in die Horte.

Alten- und Pflegeheime

  • Der generelle Aufnahmestopp für Alten- und Pflegeheime sowie für stationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen wird aufgehoben. Ob neue Bewohner einziehen können, sollen die Einrichtungen selbst entscheiden, unter anderem abhängig von den örtlichen Gegebenheiten, sagt Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU). Jede Einrichtung braucht dafür ein individuelles Schutzkonzept.

 Update: 18.05.2020, 10.56 Uhr:Corona-Lockerungen für Gastronomie und Hotels in Bayern

  • Zunächst darf die Gastronomie im Außenbereich öffnen - also Biergärten, Wirtsgärten oder Freischankflächen. Allerdings muss schon um 20.00 Uhr zugesperrt werden. Eine Woche später dürfen die Wirte dann die Innenbereiche bis 22.00 Uhr öffnen. Beherbergungsbetriebe müssen sich voraussichtlich noch bis zum Pfingstwochenende gedulden.
  • Am Tisch darf der ansonsten vorgeschriebene Mundschutz abgelegt werden. Zudem dürfen laut Branchenverband Dehoga Personen aus zwei Hausständen beisammensitzen. Ansonsten gilt der Mindestabstand von 1,50 Metern. Das Servicepersonal muss Mundschutz tragen, in der Küche ist dies nur dann vorgeschrieben, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.
  • Eine Reservierung ist laut Dehoga sinnvoll, aber nicht zwingend erforderlich. Zudem werden eintreffende Gäste vom Personal platziert und ihre Personalien und Telefonnummern aufgenommen. Letzteres soll sicherstellen, dass im Fall des Falles Infektionsketten nachvollzogen werden können.
  • Ob genügend Platz ist, wird gerade bei den Außenflächen auch vom Wetter abhängen, wie Dehoga-Landesgeschäftsführer Thomas Geppert erklärt. Auch in den Gasträumen wird es wegen des Mindestabstands wohl weniger Platz geben. Zumindest bei Freischankflächen haben Geppert zufolge einige Kommunen bereits Entgegenkommen signalisiert, wenn Wirte sie erweitern wollen.
  • Die Frage, ob Restaurants und Gastro-Betriebe mit der Öffnung wieder gerettet sind, ist noch nicht geklärt. „Wenn die Betriebe wieder an den Start gehen, ist der Überlebenskampf noch nicht beendet“, sagt Geppert. „Denn dann entstehen auch wieder Kosten, die erstmal erwirtschaftet werden müssen.“

Schulen in Bayern

  • Am Montag geht es auch für die unteren Klassen wieder los. Das heißt für die Erstklässler, die fünften Klassen der Mittelschulen und die fünften und sechsten Klassen an Realschulen und Gymnasien. An den Wirtschaftsschulen dürfen, je nach Art, die achte, die siebte oder auch die sechste Jahrgangsstufe zurück. Das ist dann die dritte Stufe der Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. Seit Ende April sind die Abschlussklassen wieder zurück, ihnen folgten die Schüler, die nächstes Jahr ihren Abschluss machen, sowie die vierten Klassen.
  • Für andere Schüler beginnt der Präsenzunterricht erst nach den Pfingstferien Mitte Juni. Für die mittleren Klassen der Grundschulen soll es laut Kultusministerium aber - je nach Möglichkeit vor Ort - ein freiwilliges pädagogisches Begleitangebot geben.
  • Die Stundenpläne sind verschlankt und meist auf die Kernfächer reduziert. Oft fallen Fächer wie Sport, Musik oder Kunst aus. Der Unterricht soll zudem in geteilten Lerngruppen stattfinden, die sich wochenweise oder auch tageweise abwechseln. In Wochen ohne Präsenzunterricht sollen die Schüler dann wieder von zu Hause lernen.

Grenzen in Bayern

  • Fünf wegen Corona geschlossene Grenzübergänge zwischen Bayern und Österreich wurden bereits am Mittwoch wieder geöffnet. An zwei weiteren Kontrollstellen wurden die Öffnungszeiten laut Bundespolizei verlängert beziehungsweise angepasst. Zudem sind elf Grenzübergänge wieder für Land- und Forstwirte passierbar. Kontrollen soll es auch weiterhin geben, ab Samstag werden sie aber vorsichtig gelockert. Bis Mitte Juni ist das Einreisen in die Nachbarländer allerdings weiterhin nur für Berufspendler oder aus „triftigen Gründen“ erlaubt. Am 15. Juni soll die Grenze zwischen Österreich und Deutschland dann wieder vollständig geöffnet werden - voraussichtlich ohne Kontrollen.

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Demonstrationen und Versammlungen in Bayern

  • Der Freistaat will ein neues Konzept für Versammlungen in Corona-Zeiten erarbeiten. Ziel ist, auch bei Demonstrationen das Infektionsrisiko so gering wie nur möglich zu halten. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) betont, es gebe überhaupt keinen Zweifel an dem hohen Wert des Versammlungsrechts. „Aber alle Freiheiten haben natürlich auch Grenzen: Die Grenzen sind dort, wo man andere in Gefahr bringt, wo man andere bedroht.“ Hintergrund sind Demonstrationen am vergangenen Wochenende, bei denen Abstands- und andere Regeln zum Corona-Schutz nicht mehr eingehalten wurden. Wann das neue Konzept vorgestellt werden wird, steht noch nicht fest.

Corona-Lockerungen in Bayern – Die Maßnahmen im Überblick

Erstmeldung: 08. Mai, 16.00 Uhr: Bund und Länder haben sich am Mittwoch auf weitreichende Lockerungen der Corona-Auflagen verständigt. Die Bundesländer übernehmen dabei die Verantwortung für weitere Lockerungen der Auflagen. Sie müssen aber sicherstellen, dass in Landkreisen oder kreisfreien Städten mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen sofort wieder ein konsequentes Beschränkungskonzept umgesetzt wird. Dieser Mechanismus erlaube es, die Beschränkungen regional wieder zu verschärfen, wenn die Zahl der Neuinfektionen ansteige, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

"Wir gehen einen mutigen Weg", sagte Merkel nach den Spitzenberatungen mit den Regierungschefs der Länder in Berlin. "Wir können uns ein Stück Mut leisten, aber wir müssen vorsichtig bleiben". Die Zahlen zu den Neuinfektionen seien "sehr erfreulich", betonte die Kanzlerin. "Wir haben die allererste Phase der Pandemie hinter uns." Es müsse aber immer bewusst sein, "dass wir immer noch am Anfang der Pandemie sind".

Corona-Lockerungen in Bayern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zeigte sich vor allem mit dem vereinbarten Notfallmechanismus zufrieden, mit dem künftige Einschränkungen regional begrenzt werden können: "Diese Notbremse, das ist sozusagen die Notfallpolice."

Für die Öffnung von Messen, Kosmetik- und Tattoo-Studios und Fitnessstudios sind die Länder verantwortlich. Auch über Theater, Opern, Konzerthäuser, Kinos entscheiden die Länder selbst. Dasselbe gilt für öffentliche und private Sportanlagen und Schwimmbäder.

Sache der Länder ist es zudem, über kleinere öffentliche oder private Veranstaltungen zu entscheiden. Das gilt zudem für den Betrieb von Spielhallen, -banken, Wettannahmestellen und Bordellen. Auch über den Vorlesungsbetrieb an den Hochschulen, den Übergang der Kinderbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb, das Geschehen an Volkshochschulen und Musikschulen sollen die Länder selbst entscheiden.

Kontaktbeschränkungen in Bayern

Schon ab Mittwoch hebt Bayern die Ausgangsbeschränkungen auf. Das heißt, dass man die eigene Wohnung oder das Haus auch ohne einen „triftigen Grund“ verlassen kann. Auch Motorradtouren sind dann wieder möglich. Es gilt jedoch weiterhin ein Distanzgebot: Wo immer möglich sollen mindestens 1,5 Meter Abstand gehalten werden. Auch die Kontaktbeschränkungen und ein Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum bleiben bestehen

Bereits von diesem Freitag an dürfen sich auch in Bayern wieder mehrere Angehörige von zwei Haushalten treffen - und zwar sowohl im privaten wie auch im öffentlichen Raum. 

Die Lockerung der coronabedingten Kontaktbeschränkungen tritt am Freitag in Kraft, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Mit der Änderung der entsprechenden Verordnung setzt der Freistaat damit schon vor der nächsten Kabinettssitzung einen Bund-Länder-Beschluss vom Mittwoch um.

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Kindergärten in Bayern

Wann die Kleinen wieder zurück in den Kindergarten oder in die Krippe können, ist in Bayern noch nicht ganz klar - jedenfalls gibt es noch keine Pläne für alle Kinder. Ab dem 25. Mai soll es für die Vorschulkinder wieder losgehen. Sie seien schon ein Stück älter und könnten die Hygienemaßnahmen besser verstehen, sagte Sozialministerin Carolina Trautner (CSU) nach der Kabinettssitzung. 

Der Kindergarten habe bei ihnen auch einen Bildungsauftrag. Auch Waldkindergärten können planmäßig am 25. Mai wieder aufmachen. Bis Pfingsten sollen so etwa die Hälfte aller Krippen- und Kindergartenkinder wieder zurück in die Betreuung.

Tagesmütter dürfen schon ab kommendem Montag wieder die Betreuung aufnehmen - allerdings nur von kleinen, festen Gruppen mit maximal fünf Kindern. Außerdem soll privat organisierte, wechselseitige Kinderbetreuung in festen Kleingruppen von maximal drei Familien erlaubt sein. Auch Kindern mit besonderem erzieherischem Bedarf und Kindern mit Förderbedarf soll eine Betreuung ermöglicht werden.

Spielplätze in Bayern: Viele Kinderaugen waren beim Anblick der leeren Spielplätze traurig, doch auch damit ist Schluss: Schon an diesem Mittwoch dürfen die Spielplätze in Bayern wieder freigegeben werden. Bolzplätze sind von der Regelung allerdings ausgenommen.

Schulen in Bayern

Am kommenden Montag sollen zunächst die Jahrgänge zurück an die Schulen, die im kommenden Jahr ihren Abschluss machen. Auch die Viertklässler dürfen dann wieder in ihre Klassenräume zurück. Nach und nach soll es dann auch für die anderen Klassenstufen weitergehen. Angefangen mit den jüngeren Klassen - also je nach Schulform mit der 1., 5. oder 6. Klasse. Auch ein „schmales Angebot“ für alle mittleren Klassen sei denkbar, sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) am Dienstag. 

Erst nach den Pfingstferien Mitte Juni soll es aber wieder Präsenzunterricht für alle Schüler und alle Altersklassen geben. Der Schulbetrieb war Ende April mit den Abschlussklassen nach einer langen Zwangspause wieder aufgenommen worden.

Ein normaler Schulalltag ist aber auch jetzt noch nicht in Sicht: Der Corona-Fahrplan der Staatsregierung Bayern sieht vor, dass „in aller Regel ein gestaffelter Unterrichtsbetrieb im wöchentlichen Wechsel der Gruppen“ stattfinden soll. Das heißt konkret ein wöchentlicher Wechsel zwischen Präsenzunterricht und Unterricht zu Hause. Die Ferien sollen hingegen ganz regulär stattfinden, es soll aber laut Kultusminister die Möglichkeit geben, etwa Prüfungen nachzuholen; auch eine Notbetreuung soll sichergestellt werden.

Bis Pfingsten gibt es außerdem keine Präsenzpflicht - das gilt sowohl für Lehrer, die einer Risikogruppe angehören, als auch für Schüler, deren Angehörige besonders gefährdet sind. „Die bayerischen Schulen sollen ein Schutzraum sein, in dem sich Schülerinnen und Schüler sowie deren Lehrkräfte trotz Corona sicher fühlen“, hieß es.

Fahr- und Musikschulen in Bayern: Wer seinen Führerschein machen will, hat dazu ab Montag wieder die Möglichkeit.

Nach Paragraf 17 der Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung gelten dafür strenge Regeln: Fahrschüler müssen im Theorieunterricht und bei der theoretischen Prüfung mindestens eineinhalb Meter Abstand halten. Fahrten mit dem Fahrschulauto dürfen nicht länger als eine Stunde dauern, außerdem müssen dabei alle eine Maske tragen. Nachschulungen und Eignungsseminare für Besitzer eines Führerscheins finden vorerst nicht statt.

Auch Musikschüler können den Einzelunterricht wieder aufnehmen - auch in den eigenen vier Wänden.

Besuche in Kliniken und Pflegeheimen in Bayern

Auch Besuche in Kliniken, Senioren-, Pflegeheimen und Behinderteneinrichtungen sollen für eine feste Kontaktperson ab dem Wochenende wieder erlaubt sein - also passend zum Muttertag. Alles natürlich unter strikten Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Dazu gehört die Einhaltung einer festen Besuchszeit, eines Mindestabstandes von 1,5 Metern und eine Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Besucher und besuchte Person.

Gastronomie in Bayern

Auch Gaststätten und Hotels in Bayern sollen bis Ende Mai schrittweise wieder öffnen: Mit entsprechenden Abstandsregelungen dürfen Restaurants ihre Außenbereiche am 18. Mai wieder öffnen. Auch Biergarten dürfen mit genügend Abstand zum nächsten Gast somit bald wieder besucht werden - allerdings sollen sie laut Söder nur bis 20 Uhr geöffnet sein. 

Die Innenräume der Speiselokale sollen eine Woche später am 25. Mai folgen, dabei soll es vermehrt Einzeltische geben. Auch gesonderte Familienbereiche seien denkbar, sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

Hotels dürfen ab dem 30. Mai wieder Touristen beherbergen. „Allerdings ohne Sauna, ohne Wellness, ohne Schwimmbäder, mit strengen hygienischen Konzepten“, sagte Söder.

Geschäfte in Bayern

Die bisherige Beschränkung auf eine Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern entfällt in Bayern ebenfalls ab kommenden Montag. Das heißt, dass dann auch größere Geschäfte, Kaufhäuser und Einkaufszentren wieder komplett öffnen können. In Shoppingmalls und Kaufhäusern muss jedoch generell eine Maske getragen werden.

Dienstleistungen in Bayern: Ab kommender Woche sollen auch Dienstleistungsbetriebe, etwa Nagel- und Kosmetikstudios, wieder öffnen dürfen. Die Bedingungen werden ähnlich sein wie bei den Friseurbetrieben. Auch Tattoostudios dürfen mit entsprechenden Auflagen wieder aufmachen.

Sport in Bayern

  • Bundesliga: Die Fußball-Bundesliga darf die unterbrochene Saison ab der zweiten Mai-Hälfte mit Geisterspielen fortsetzen.
  • Sport in Bayern: Bestimmte Individualsportarten sind in Bayern ab kommenden Montag wieder erlaubt. Darunter sind Sportarten wie etwa Tennis, Leichtathletik, Golf, Segeln und Reiten. Letzteres sogar in der Halle, da dort ausreichend Abstand eingehalten werden kann. 

Mannschaftssport ist hingegen weiterhin nicht erlaubt. Auch für Fitnessstudios gibt es vorerst noch keinen Plan. Wann die Studios wieder öffnen können, hängt laut Söder von den Infektionszahlen ab. Auch die Freibäder bleiben mindestens bis Juni dicht.

Freizeit in Bayern

Zoos und Museen in Bayern: Auch Zoos, botanische Gärten, Museen, Bibliotheken, Galerien, Ausstellungen und Gedenkstätten dürfen ab kommenden Montag wieder öffnen - natürlich unter Auflagen. So ist der Einlass auf eine Person pro 20 Quadratmetern beschränkt, es gelten die Abstandsregeln, und jegliche Gastronomie muss geschlossen bleiben. Auch die Streichelzoos bleiben geschlossen.

dpa/afp" Bayerischen Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration/jh

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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